Pieces of April - Ein Tag mit April Burns

Kinoplakat Pieces of April

Ein Unglück kommt bekanntlich selten allein. In seiner schwarz humorigen Tragikomödie lässt Regie-Debütant Peter Hedges Thanksgiving zur Odyssee werden.

Das ist definitiv nicht ihr Tag! Die junge Girlie-Punkerin April hat ihre Familie zum Essen eingeladen. Das Heikle daran, die Familie ist seit Jahren zerstritten. Zudem hat das schwarze Schaf einige entscheidende Kleinigkeiten seines Lebens unterschlagen. So wohnt sie nicht gerade in der besten Wohngegend und ihr Freund Bobby ist ein Farbiger.
Zunächst laufen die Vorbereitungen nach Plan, doch beginnt das Fiasko. Der Herd, den sie noch nie benutzt hat, ist defekt. Bobby nicht da, die Anrufe bei Reparaturdiensten laufen ins Leere. Verzweifelt klemmt sich April ihren Truthahn unter den Arm und beginnt durchs Haus zu wandern. Sie findet zunächst bei ihren farbigen Nachbarn Asyl und kann den Vogel eine Stunde lang schmoren. Danach muss sie den Backofen wieder räumen und zieht weiter durchs Haus.

Derweil bricht Aprils Familie zum Besuch auf. Am Morgen ist ihre Mutter Joy noch guter Dinge. Doch im Lauf der Fahrt kippt ihre Laune und sie wird so weit gehen, dass sie behauptet, es gäbe nicht eine positive Erinnerung an April; mehr noch sie sei der Grund für ihre Krebserkrankung. Ihr Ehemann reibt sich als Schlichter zwischen den Fronten auf, doch auch ihm fällt keine einzige positive Erinnerung an die Tochter ein. So nutzt Beth die Gunst der Stunde, um die Schwester schlecht zu machen. Erst ein Machtwort von Großmutter Dottie macht den Zankereien ein Ende.

Der Film legt den Schwerpunkt auf die Wanderung durch das Haus, die eine Mischung aus Komik und Sozialkritik bilden. Die Stärken von "Pieces of April - Ein Tag mit April Burns" sind die fein beobachteten Momente, die mehr erzählen als vordergründig geschieht. Etwa wenn April Bobbys hässliche Pfeffer- und Salzstreuer in den Mülleimer schleudert - um sie später reumütig wieder auszugraben. In den weniger gelungenen Augenblicken wird dem Film zu viel aufgebürdet. Dann sieht sich Aprils Mutter während der Fahrt Fotos an, die sie mit amputierter Brust zeigen. Regisseur Peter Hedges wünschte einen Film voller Zwischenfälle, Niederlagen und kleiner Wunder zu drehen. Das ist ihm überwiegend gelungen.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: Pieces of April
Land: USA
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 96
Genre: DramaTragikomödie
Verleih: Solo Film Verleih
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 19.02.2004
Heimkino: 05.02.2007

Regie: Peter Hedges
Drehbuch: Peter Hedges

Schauspieler: Katie Holmes (April Burns) • Patricia Clarkson (Joy Burns) • Oliver Platt (Jim Burns) • Derek Luke (Bobby) • Sean Hayes (Wayne) • Alison Pill (Beth Burns) • John Gallager Jr. (Timmy Burns) • Alice Drummond (Grandma Dottie) • Lillias White (Evette) • Isiah Whitlock • Jr. (Eugene) • Sisqo (Latrell) • Armando Riesco (Tyrone)

Produktion: Alexis Alexanian • John Lyons • Gary Winick
Szenenbild: Rick Butler
Kostümbild: Laura Bauer
Maskenbild: Joanna J. Stewart
Kamera: Tami Reiker
Musik: Stephin Merritt
Schnitt: Mark Livolsi


Bild: Solo Film Verleih

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