Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben

Kinoplakat Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben

Wenn Bruce Willis als John McClane auftritt, dann ist das Chaos vorprogrammiert. In Teil 5 der Filmreihe dient Moskau als exotische Kulisse sowie als Spielwiese für korrupte Politiker, strapazierte Familienbande und als willkommener Ort zum Sterben.

Zunächst verlässt John McClane (Bruce Willis) den Heimatboden nur widerwillig, denn eine gewisse Müdigkeit steckt ihm in den Knochen. Doch wenn der eigene Sohn in Russland in Schwierigkeiten steckt, dann muss der Vater ran. Gesagt getan fliegt McClane nach Moskau. Doch dort erwarten ihn weder ein herzliches Wiedersehen noch ein straffälliger Sohn. Vielmehr ist der Junior in die Fußstapfen des Vaters getreten und arbeitet ebenfalls undercover.

Mit der unverhofften Ankunft des Vaters geht für Jack McClane (Jai Courtney) die lang geplante Aktion gründlich schief. Und der Schuldige steht schnell fest: der eigene Vater. Doch die Aufarbeitung der belasteten Vater-Sohn-Beziehung muss warten, denn nur wenn beide zusammenarbeiten ist der aktuelle Fall zu knacken.

Kritik

"Stirb langsam" ist ein eingeführtes Produkt, bei dem viele Zuschauer davon ausgehen werden zu wissen, was ihnen der Film bieten wird. Und richtig: Bruce Willis spielt seine Paraderolle als Held, der die Durchschnittlichkeit im positiven Sinn verkörpert. Sein Haudegen-Image hat nicht an Glanz verloren - nur die ständige Erwähnung, dass er doch im Urlaub ist, verleiht der Figur einen müden Anstrich. Vielleicht soll dies auch der Running Gag sein? Falls dem so ist, zündet er nicht. Weiterhin erwarte ich von McClane nicht, dass er in Gefühlsduselei verfällt und zu seinem Sohn sagt, dass er ihn liebt. Gut, diesen Moment kann ich dem Film nachsehen. Unverständlich ist für mich, dass die Vater-Sohn-Geschichte als Konflikt aufgezogen ist, ohne ihn auszubauen. Das betrifft nicht nur die Problemstellungen der Familie McClane. Auch zwischen Vater und Tochter Kamarov (gespielt von Sebastian Koch und Yulia Snigir) deutet der Film eine Familienproblematik an, die dann zugunsten der Dramatik im Sande verläuft. Leider ist es im Ergebnis so, dass die Dialogszenen eintönig ausfallen. Was eigentlich zu verschmerzen wäre, da niemand von "Stirb langsam" schöne Prosa erwartet.

Da jedoch weitere Punkte unstimmig sind, fällt der Gesamteindruck schwach aus. Da ist die Action zu erwähnen, die nicht überzeugt. So stellt die wilde Verfolgungsjagd zu Filmbeginn zwar Einiges in den Schatten. Doch die hektische Kamera mindert den Seheindruck. Später stört, dass die Action sich wiederholt. Die Schnitttechnik gefällt mir durchgängig nicht. Szenen brechen ab oder wirken ungelöst. So steht John plötzlich mit dem Schlüssel für das Auto da, dass Jack gerade knacken will. In einigen Fällen könnte die niedrigere Freigabe den Ausschlag gegeben haben. So wird Nacktheit angedeutet und gleich weggeschnitten. In anderen Momenten ist die Handlung drastisch gekürzt - vielleicht um das Tempo zu erhöhen.

Der nächste Schwachpunkt ist in meinen Augen die Logik des Films. So scheint es in Moskau keine Polizei zu geben. Oder sie hat kein Interesse an Einsätzen. Da können Zivilisten in Kampfhubschraubern durch Moskau fliegen und eine Etage eines Hotels in Schutt und Asche schießen, Leichen pflastern den Weg und die Polizei rückt nie aus. Schlimm wird es dann in Tschernobyl. Zunächst müssen die Menschen im ehemaligen Atomkraftwerk Schutzanzüge tragen wegen der Strahlung. Dann wird die Radioaktivität einfach mit einem Gegenmittel neutralisiert. Und fortan braucht niemand mehr Schutzanzüge! Hier geht mir die filmische Freiheit eindeutig zu weit.

Fazit
"Stirb langsam - Ein Guter Tag Zum Sterben" ist ein Film mit Schwachpunkten. Er zeigt die USA einmal mehr als Weltpolizei, die selbst in Russland für Recht und Gesetz zuständig ist. Die Story schwankt zwischen Action und Familiendrama. Das Ende lässt beides offen: den nächsten Teil mit oder ohne Bruce Willis.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 40 %


Original Filmtitel: A Good Day to die hard
Land: USA
Jahr: 2013
Laufzeit ca.: 97
Genre: AbenteuerActionKrimi
Verleih: 20th Century Fox
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 14.02.2013
Heimkino: 28.06.2013

Regie: John Moore
Drehbuch: Skip Woods

Schauspieler: Bruce Willis (John McClane) • Jai Courtney (Jack McClane) • Sebastian Koch (Komarov) • Mary Elizabeth Winstead (Lucy) • Yuliya Snigir (Irina) • Radivoje Bukvic (Alik) • Cole Hauser (Collins) • Amaury Nolasco (Murphy) • Sergey Kolesnikov (Chagarin) • Roman Luknár (Anton) • Zolee Ganxsta (Fahrer) • Péter Takátsy (Ankläger)

Produktion: Wyck Godfrey • Alex Young
Szenenbild: Daniel T. Dorrance
Kostümbild: Bojana Nikitovic
Maskenbild: Gerald Quist
Kamera: Jonathan Sela
Musik: Marco Beltrami
Schnitt: Dan Zimmerman


Bild: 20th Century Fox

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