Shattered

Kinoplakat Shattered

Mit Speck fängt man Mäuse. Im Film ist der Speck der reiche Programmierer Chris, ein seelisch verletzter Einzelgänger. Das findet Sky heraus und setzt gezielt an dem Punkt an. Doch Sky sucht keinen Seelengefährten, sondern einen vermögenden Mann, der sie reich macht.

Chris Decker ist mit dem Internet aufgewachsen und ein Profiteur der New Economy. Es ist ihm gelungen seine App an einen Großkonzern zu verkaufen und seitdem ist der junge Mann reich, hat für einige Millionen ein Anwesen außerhalb der Stadt gekauft und blickt aus der Distanz auf das Leben hinab. Seine Ehe ist wegen der Konzentration auf die Karriere in die Brüche gegangen und Chris lebt allein in seinem großen Haus, das mit modernster Elektronik aufwartet. Eines Abends trifft er im Supermarkt die hübsche Sky, die nicht nur eine Weinberatung braucht. Sie ist nass vom Regen, benötigt eine Mitfahrgelegenheit und eine Unterkunft. Chris ist von Skys Auftreten angetan und nimmt sie mit zu sich. Gleich in der ersten Nacht haben die zwei Sex und schon sitzt Chris in der Falle, ohne es zu merken. Er will Sky wiedersehen und bei der Verabredung schüttet die ihm ihr Herz aus. Dass ihre Probleme auch seine sind und alles ein wenig zu gut passt, fällt Chris nicht auf. Sky hat endgültig den Weg zu Chris' einsamen Herzen geebnet. Doch kaum ist der Parasit Sky eingezogen, zeigt er ein völlig anderes Gesicht. Sky verfolgt einen finsteren Plan und ist bereit, über Leichen zu gehen.

Kritik

Im Film behauptet Sky ein ehemaliges Model zu sein, das nicht mehr fotografiert werden möchte. Das klingt realistisch, denn Lilly Krug spielt ähnlich wie echte Models, die es im Schauspiel versuchen. Bei ihrer Art zu spielen kann Vieles vieles bedeuten. Das Drehbuch deutet an, Sky hat Gefühle für Chris entwickelt. Nicht nur, weil der im Bett so gut ist. Dargestellt wird das von Lilly Krug leider nicht. Ihre Ausdruckskraft unterliegt Grenzen, was selbst an der Seite des schwach spielenden Cameron Monaghan auffällt. Die wenigen restlichen Darstellerinnen und Darsteller vollbringen keine nennenswerten Leistungen.

Den Schauspielerinnen und Schauspielern käme ein starkes Drehbuch zugute. Eines, das mit unvorhersehbaren Wendungen und einem guten Spannungsaufbau punktet. Leider ist das Gegenteil der Fall und das Drehbuch ist einfacher gestrickt als viele Fernsehkrimis. Seine Ausgangslage ist unglaubwürdig: Chris ist menschenscheu und bestellt seine Lebensmittel nicht beim Lieferdienst, sondern kauft im Supermarkt ein. Trotz seines Vermögens in Höhe von Millionen hat er weder einen Sicherheitsdienst noch einen Personenschützer. Müsste nicht ein Multimillionär wie Chris Angst vor Betrügern und Entführern haben? Die Sicherheits-Software für sein Haus hat er selbst programmiert, aber keine Funktion eingebaut, die Alarm gibt, sobald er sich innerhalb eines Zeitfensters nicht meldet. Das wäre hilfreich bei einer Entführung. An der Haustür regelt nicht ein Fingerabdruck- oder Augen-Scanner den Zugang, sondern ein veralteter Nummernblock. Das ist notwendig, damit das löcherige Drehbuch funktioniert. Und stände es nicht zu erwarten, dass der Millionär Chris sich eine Frau mit Klasse sucht und nicht eine Kellnerin mit seelischen Problemen?

Sky hat einen Masterplan mit Schwächen ausgetüftelt. Um Miete zu sparen, verführt sie die lesbische Lisa, die damit zur unliebsamen Zeugin wird. Bei ihrem Auszug lässt Sky das Fernrohr zurück und legt damit eine Spur, so breit wie eine Autobahn. Später schauen Passfotos aus der Handtasche heraus.
Ronald pilgert mit einer fadenscheinigen Begründung an den Tatort, damit Sky ihn überrumpeln und töten kann. In der Bank hat ein Fingerscanner einen Wärmesensor, der erst funktioniert und nach mehreren Versuchen nicht mehr reagiert. Chris' Noch-Ehefrau kommt zu Besuch, entdeckt auf dem Boden Glasscherben und einen Blutfleck. Anstatt sofort zu flüchten und die Polizei zu rufen, lässt sie sich von den Ganoven einfangen. Kurz: Die Plot- und Logiklücken schmerzen.

Fazit
Das Publikum sieht die Wendungen schon aus kilometerweiter Entfernung kommen. Die darstellerischen Leitungen wiegen die Schwächen des Drehbuchs nicht auf.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 30 %


Alernativtitel: Shattered – Gefährliche Affäre
Land: USA
Jahr: 2021
Laufzeit ca.: 92
Genre: KrimiThriller
Verleih: Leonine
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 24.11.2022
Heimkino: 10.03.2023

Regie: Luis Prieto
Drehbuch: David Loughery

Schauspieler: Cameron Monaghan (Chris Decker) • Sasha Luss (Jamie Decker) • Ridley Asha Bateman (Willow Decker) • Lilly Krug (Sky) • John Malkovich (Ronald) • Ash Santos (Lisa) • James C. Burns (Detective Lane) • Dat Phan (Kiju) • Frank Grillo (Sebastian) • David Madison (Briggs) • Dat Phan (Kiju)

Produktion: Claudia Bluemhuber • Veronica Ferres • John Malkovich
Szenenbild: Madeline O'Brien
Kostümbild: Kristen Kopp
Maskenbild: Janessa Bouldin • Bailey Domke • Chase Heard • Jordan Sanders
Kamera: Juan Miguel Azpiroz
Musik: Tom Howe
Schnitt: Federico Conforti


Bild: Leonine

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24.11.22
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