The Equalizer 2

Kinoplakat The Equalizer 2

Mann, mach nicht sauer, denn wenn ich eines nicht ausstehen kann, dann ist es Ungerechtigkeit. Der Mann mit dem ausgeprägten Rechtsempfinden ist Denzel Washington, der da für Recht und Ordnung sorgt, wo andere wegschauen.

Im Kino gibt es sie: die alten Haudegen, die so manchen jungen Kollegen alt aussehen lassen. Robert McCall ist aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und hätte gerne seine Ruhe - doch die lassen ihm die Menschen nicht. Sein Wohnviertel ist nicht das beste, der nachbarschaftliche Frieden wird nachhaltig gestört. Und auch während seiner Arbeit als Taxifahrer bekommt Robert Fälle mit, die sein Eingreifen erfordern, denn wenn es sein muss, dann sorgt er für die ausgleichende Gerechtigkeit. Als seine letzte Freundin und ehemalige Geheimdienst-Kollegin ermordet wird, nimmt er die Fährte auf, beginnt ruhig und besonnen zu recherchieren und treibt seine Gegner in einen klassischen Showdown.

Kritik

Denzel Washington übernimmt die Hauptrolle in dem personenzentrierten Film, der sich voll und ganz auf die Figur des Robert McCall konzentriert. Als Schauspieler ist Washington der richtige für die Rolle, in der er etwas unterfordert scheint. An seiner Figur fällt die Gelassenheit auf, mit der sie vorgeht. Es gibt fast nichts, was McCall aus der Ruhe bringen kann. Nur wenn man seine Schwachstelle anspricht, wird er richtig sauer. Diese eigenartige Entspanntheit soll wahrscheinlich auch die Überlegenheit der Hauptfigur unterstreichen, die es nicht nötig hat sich aufzuregen. Dadurch gerät die Handlung für einen Actionfilm schon fast zu ruhig und nimmt sich zu viel Zeit. Trotz der relativ langen Vorgeschichte bleibt die Geschichte mäßig spannend und der Macher dem Zuschauer fremd. Ein Privatleben gibt es nicht. Damit tritt die für den Zuschauer weniger befriedigende Situation ein, dass er einem anonymen Helden folgt, der keine Veränderung seines Charakters zeigt.

Was stört, ist die zerfaserte Handlung, die viel will und nur wenig erreicht. Da löst der Held nicht nur die privaten Probleme, sondern auch die seiner Nachbarn und Fahrgäste. Es gibt Völkerverständigung und Toleranz, die die bisweilen die Frage aufwirft, inwiefern sie mit der Handlung in Zusammenhang steht beziehungsweise sie bereichert? So wirkt der Fall der Familienzusammenführung aufgepfropft. Davon abgesehen ist der Plot klassisch und nutzt bekannte Versatzstücke. Der Held ist ein einsamer Wolf, der das zu erwartende Verhältnis zu seinem Ex-Kollegen hat, der neuerdings mit falschen Karten spielt. Wie sollte es anders sein?

Die Action ist ungewöhnlich inszeniert. Wenn es zum Kampf kommt, dann meist zu kurzen, choreografierten Kämpfen, in denen der alte Haudegen seine Gegner ohne großes Blutvergießen zur Strecke bringt. Erst der Showdown, der in einer verlassenen Stadt stattfindet, über die ein Unwetter aufzieht, ist eine längere Sequenz. Daran gefällt die Idee mit der Mehlstaub-Explosion. Ansonsten schaltet Denzel Washington seine Gegner wie bei einem Abzählreim einen nach dem anderen aus.

Fazit
Der Film "The Equalizer 2" hat die Ruhe weg und zeigt den Helden als Bildungsbürger, der für Werte einsteht. Der Plot ist klassisch und arbeitet zielstrebig auf den Höhepunkt zu. Allerdings wird der Sturm, im übertragenen wie auch im realen Sinn, zulange angekündigt. Alles in allem handwerklich sauber gemacht und gewisse Etwas fehlt leider.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: USA
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 121
Genre: ActionKrimi
Verleih: Sony Pictures
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 16.08.2018
Heimkino: 17.12.2018

Regie: Antoine Fuqua
Drehbuch: Richard Wenk

Schauspieler: Denzel Washington (Robert McCall) • Pedro Pascal (Dave York) • Ashton Sanders (Miles Whittaker) • Orson Bean (Sam Rubinstein) • Bill Pullman (Brian Plummer) • Melissa Leo (Susan Plummer) • Jonathan Scarfe (Resnik) • Sakina Jaffrey (Fatima) • Kazy Tauginas (Ari) • Garrett Golden (Kovac) • Adam Karst (Vater) • Alican Barlas (Dining Car Porter)

Produktion: Todd Black • Jason Blumenthal • Tony Eldridge • Antoine Fuqua • Mace Neufeld • Alex Siskin • Michael Sloan • Steve Tisch • Denzel Washington
Szenenbild: Naomi Shohan
Kostümbild: Jenny Gering
Maskenbild: Liz Bernstrom
Kamera: Oliver Wood
Musik: Harry Gregson-Williams
Schnitt: Conrad Buff IV


Bild: Sony Pictures

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