Amma & Appa

Kinoplakat Amma Appa

Wenn im Kino Kulturen aufeinanderprallen, dann meist in der Form einer Komödie. Im Fall von "Amma und Appa" lässt der Untertitel "eine bayerisch-indische Liebe" ebendies vermuten. Doch dann ist es wider erwarten ein Dokumentarfilm und auch nicht über das deutsch-indische Paar, sondern über die Situation der Eltern.

Hätte ich mich vor der Vorstellung besser informiert, wäre ich wahrscheinlich nicht ins Kino gegangen, denn ein Dokumentarfilm über Eltern weckt in mir wenig Interesse. Nach dem Sehen bin ich weder enttäuscht noch begeistert. Als Fazit kann ich den Film weder empfehlen noch es unterlassen, denn zu sehr hängt es vom persönlichen Interesse des Einzelnen ab, ob der Film für ihn etwas transportiert.

Der Film beginnt mit der Hochzeit der Schwester der Filmemacherin und nach dem Vertrautmachen des Zuschauers mit der Situation von Franziska Schönenberger und Jayakrishnan Subramanian schwenkt der Fokus auf die indischen beziehungsweise bayerischen Eltern über. Die Kamera folgt ihnen im Tagesablauf und alle vier Elternteile geben recht freimütig ihre Ansichten über die Verbindung ihrer Kinder ab. Eine einhellige Meinung gibt es dazu weder aus Deutschland noch aus Indien. Auch sind viele Gedanken und Bedenken einander im Kern ähnlich; die indischen Eltern bewegen oftmals ähnliche Fragen wie die deutschen. Für beide Elternpaare ist es kein leichtes Unterfangen der interkulturellen Verbindung zuzustimmen.

Neben der Vermittlung von Inhalten kommen auch die handwerklichen Aspekte zum Tragen. Und hier spricht die sympathische Machart klar für den Film, auf die der Trailer einen guten Vorgeschmack gibt. Konsequent schließt er im Schwebezustand ohne Heirat ab. Nach der Vorführung in München gab es noch eine Fragerunde und darin erzählte die Autorin Franziska Schönenberger, dass das Paar mittlerweile geheiratet hat; einmal indisch und einmal deutsch. Zu den Schwierigkeiten der interkulturellen Verbindung wollte sie wenig sagen. So soll eines der Probleme darin bestehen, dass sie nicht jeden Tag Reis essen mag und er nicht gerne Kartoffeln.

Fazit
Im Fall von "Amma & Appa", das mit ein wenig Fantasie wie Mama und Papa klingt, liegen Erfolg oder Misserfolg im Auge des Betrachters. Wer Interesse an einer Dokumentation über die Situation der Eltern hat, wird mehr aus dem Film ziehen können, als ein Zuschauer, der Einblicke in eine internationale Partnerschaft erwartet.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: Deutschland
Jahr: 2014
Laufzeit ca.: 89
Genre: Dokumentarfilm
Verleih: Zorro Film
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 04.09.2014
Heimkino: 06.03.2015

Regie: Franziska Schönenberger • Jayakrishnan Subramanian
Drehbuch: Franziska Schönenberger • Jayakrishnan Subramanian

Produktion: Cosima von Spreti • Marina Voeth
Kamera: Minsu Park
Ton: Andreas Goldbrunner
Schnitt: Robert Vaklily


Bild: Zorro Film

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