Burning

Kinoplakat Burning

Nebulöses Kino aus Südkorea. Eine Dreiecksgeschichte endet abrupt. War es Mord? Jeder der drei Involvierten hat eine Schattenseite. Doch wer treibt welches Spiel?

Jongsu hat sein Studium abgeschlossen und könnte nun damit beginnen seinen ersten Roman zu schreiben. Allerdings fehlt ihm die Inspiration. Zudem lenkt ihn die lebhafte Haemi ab, die rasch mit ihm intim wird und in einen Urlaub entfleucht. Bei ihrer Rückkehr hat sie den reichen Ben im Schlepptau, mit dem sie eine Affäre beginnt, während Jongsu der eifersüchtige Dritte im Bunde ist.

Eines Abends gesteht Ben, dass er ein notorischer Feuerteufel ist und demnächst zur Tat schreiten wird. Doch bei allen Mühen kann Jongsu keine Beweise für die angebliche Brandstiftung finden. Lange Nachforschungen müssen entfallen, weil Haime zeitgleich verschwindet.

Kritik

Das Abtauchen der jungen Frau ist Teil eines großen Mysteriums und kann unterschiedliche Gründe haben. Vielleicht hat sie vor ihren Problemen kapituliert, weil sie ihre Schulden nicht mehr zahlen kann. Eventuell ist sie ein weiteres Opfer von Ben geworden oder Teil des Romans, den Jongsu zu schreiben begonnen hat. Eine genaue Aussage trifft der Film nicht und es ist kein Verraten von Inhalten, wenn ich sage, dass der Film keine Detektivgeschichte ist. Die Handlung streift während der 148 Minuten unterschiedliche Genres ohne sich festzulegen.

Nach meinem Dafürhalten ist "Burning" ein Spielfilm, der viel Geduld vom Zuschauer verlangt. Die meiste Zeit passiert auf der Leinwand wenig. Menschen treffen aufeinander und tauschen Phrasen aus. Eine Erforschung der Charaktere ist nicht auszumachen. Eine angerissene Hintergrundgeschichte kann nur der Hauptdarsteller aufbieten. Er läuft gerne durch die Gegend und schaut wie Tropf oder ächzt aus erkenntlichen beziehungsweise aus unerklärten Gründen. In die gleichförmige, ausgesprochen langatmige Handlung sind Anschnitte eingestreut die die Teilung Koreas betreffen oder die hohe Arbeitslosigkeit unter jungen Leuten. In einer kurzen Szene beklagt eine junge Frau die Stellung der koreanischen Frau in der Gesellschaft. Auffällig oft fabuliert Haemi über Hunger; das Gefühl von Appetit und dem Hunger nach Leben. Eine Vertiefung erhält keines der aufgegriffenen Themen. Somit ist "Burning" ein Film für Menschen, die gerne interpretieren. Präsentiert wird der Film in Bildern, die guter Fernsehstandard sind.

Fazit
Der Film Burning ist mysteriöses Kino, das den Zuschauer je nach Ansicht mit Ungewissheit auf die Folter spannt beziehungsweise quält. Die hingestreuten Brotkrumen führen nicht zu des Rätsels Lösung, denn das Ende ist unscharf und bietet verschiedene Lösungsmöglichkeiten an.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Beoning
Land: Südkorea
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 148
Genre: Spielfilm
Verleih: capelight pictures
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 06.06.2019

Regie: Chang-dong Lee
Drehbuch: Jungmi Oh • Chang-dong Lee
Literaturvorlage: Haruki Murakami

Schauspieler:Ah-in Yoo (Lee Jong-su) • Steven Yeun (Ben) • Jong-seo Jun (Shin Hae-mi) • Soo-Kyung Kim (Yeon-ju) • Seung-ho Choi (Lee Yong-seok) • Seong-kun Mun (Anwalt) • Bok-gi Min (Richter) • Soo-Jeong Lee (Staatsanwalt) • Hye-ra Ban (Jong-sus Mutter) • Mi-Kyung Cha (Hae-mis Mutter) • Bong-ryeon Lee (Hae-mis Schwester) • Wonhyeong Jang (Won-hyeong)

Produktion: Chang-dong Lee • Joon-dong Lee • Gwang-hee Ok
Szenenbild: Jum-hee Shin
Kostümbild: Choong-yeon Lee
Maskenbild: Hyun-kyu Hwang • Jeong-ja Kim
Kamera: Kyung-pyo Hong
Musik: Mowg
Schnitt: Da-won Kim • Hyun Kim


Bild: capelight pictures

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