Der Herr der Ringe - Die Gefährten

Kinoplakat Herr der Ringe

DAS Fantasy-Epos des 20. Jahrhunderts. Muss man dazu noch was sagen? Ja, muss man. Schließlich galt Tolkiens Buch lange Zeit als unverfilmbar. Wenn sich dann ein Maniac wie Peter Jackson Gott sei Dank doch an den Stoff wagt, dann kommt eben sowas dabei raus wie dieser Film - ein Meisterwerk des Fantasy-Genres. "Ein Ring, sie zu knechten." Ein Film, sie zu fesseln.

Zunächst, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich habe die Bücher Tolkiens nie gelesen, dieses Versäumnis zwar immer mal wieder bereut, aber nichts dran geändert. Jetzt, nachdem ich den ersten Teil der Trilogie gesehen habe, ist meine erste Reaktion: Sofort lesen!
Aber zurück zum Film: Fast 3 Stunden lang entführt uns Jackson in die geheimnisvolle Welt der Elben, Hobbits und Orks. Elijah Wood in der Rolle des Frodo Beutlin, dem die Aufgabe zufällt, den Ring des Bösen seiner Vernichtung zuzuführen, ist die perfekte Inkarnation des zögernden und dennoch mutigen Helden. Der ängstliche Blick aus seinen hellblauen Augen ist das Gegenstück zum allseits wachen und bereiten, Funken sprühenden Auge des bösen Widersachers. Frodo muss aus seiner Heimat, dem idyllischen Auenland (wundervoll fotografiert von Kameramann Andrew Lesnie) fliehen und gerät in den Kampf zwischen Mächten, die für einen kleinen Wicht mit großen Füßen riesig erscheinen. Mehr als einmal ist er versucht, die Verantwortung in andere Hände zu legen - aber, wie ihm sein alter Mentor Gandalf (Ian McKellen) erklärt, es steht nicht in der Macht des einzelnen zu entscheiden, welche Prüfungen er zu durchleben hat.
Der Film ist natürlich auch eine Materialschlacht. Opulent ausgestattetes Kino, das den Zuschauer allein durch seine Fülle und sein Übermaß in den Sessel drückt. Prächtige Landschaften, düstere Gesellen, mannigfaltige technische Tricks. Ein Märchen eben, aber ein Märchen für Erwachsene, was den "Herrn der Ringe" vom ebenso gehypten "Harry Potter" maßgeblich unterscheidet.

Tolkiens Buch erhält seine Faszination besonders aus den ewig aktuellen Fragen, die dort verhandelt werden: Wie kann der Kampf des Guten gegen das Böse gewonnen werden? Warum macht Macht so einsam? Wie kann man sich wappnen gegen die Verführungskünste des Bösen? Und wem kann man noch trauen? Es mag ein Wink des Weltgeistes sein, dass dieser Film am Ende eines Jahres anlief, das in weltpolitischer Hinsicht einige dieser Fragen in den Raum stellte, ohne sie beantworten zu können.
Wenn Frodo und sein Freund Sam am Ende des ersten Teils neuen düsteren Abenteuern entgegenwandern, in einem natürlich offenen Ende (Der Herr der Ringe - Die zwei Türme folgt bekannterweise erst nächste Weihnachten), dann muss man sich ernsthaft um sie sorgen. Man hat aber auch Zeit, um endlich mal Versäumtes nachzuholen und Tolkiens Bücher zu lesen.
Filmkritik: Tina Manske
Wertung: 80 %


Original Filmtitel: The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring
Land: USA
Jahr: 2001
Laufzeit ca.: 178
Genre: AbenteuerActionFantasy • HeldenKrieg
Verleih: Warner Bros.
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 19.12.2001

Regie: Peter Jackson
Drehbuch: Frances Walsh • Philippa Boyens • Peter Jackson
Literaturvorlage: J. R. R. Tolkien

Schauspieler: Elijah Wood (Frodo Beutlin) • Ian McKellen (Gandalf) • Liv Tyler (Arwen) • Viggo Mortensen (Aragorn) • Sean Astin (Sam) • Cate Blanchett (Galadriel) • John Rhys-Davies (Gimli) • Billy Boyd (Pippin) • Dominic Monaghan (Merry) • Orlando Bloom (Legolas) • Christopher Lee (Saruman) • Hugo Weaving (Elrond) • Sean Bean (Boromir) • Ian Holm (Bilbo Beutlin)

Produktion: Peter Jackson • Barrie M. Osborne • Tim Sanders • Fran Walsh
Szenenbild: Grant Major
Kostümbild: Ngila Dickson • Richard Taylor
Kamera: Andrew Lesnie
Musik: Howard Shore
Schnitt: John Gilbert


Bild: Warner Bros.

vorgeschlagen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen