Ein Junge namens Weihnacht

Kinoplakat Ein Junge namens Weihnacht

Die Geschwister sind wenig begeistert über den Umstand, dass der Vater noch einmal ins Büro muss und sie so lange in Obhut der schroffen Tante Ruth bleiben sollen. Die Stimmung schlägt schnell um, als die Tante vorschlägt eine Geschichte zu erzählen.

Vor langer, langer Zeit lebte ein Junge namens Nikolas, den seine Mutter stets Weihnacht nannte, mit seinem Vater in einer Hütte im Wald. Die Mutter war gestorben und das Leben von Vater und Sohn verlief karg. Eines Tages bat der König die tapfersten Frauen und Männer des Landes an seinen Hof, um ihnen eine Aufgabe zu erteilen. Sie sollten ausziehen und die Hoffnung wiederfinden, die dem Land fehlt. Auch Nikolas' Vater zog mit anderen Männern davon in Richtung Norden, denn dort sollte irgendwo das Land der Wichtel liegen. Bis zur Rückkehr des Vaters passte dessen Schwester auf Nikolas auf. Die garstige Frau trieb Nikolas eines Tages dazu, auf die Suche nach seinem Vater zu gehen. Begleitet wurde er von der Maus Matt. Die Reise war anstrengend und beschwerlich.

Kritik

Der Familienfilm "Ein Junge namens Weihnacht" erzählt die Geschichte, wie der Weihnachtsmann zu seinem Beruf kam. Mit Spielfreude und einer guten Portion Humor fängt der Film ein, was mit Weihnachten in Zusammenhang steht. Also eine verschneite Landschaft, Wichtel in bunten Kostümen, Lebkuchen und eine gute Portion Wohlfühlen. Die meiste Zeit ist der Film familientauglich; nicht ganz passend finde ich die Erklärung, warum der Weihnachtsmann keine Familie hat. So viel Härte müsste in einem Familienfilm nicht vorkommen.

Die Darstellerinnen und Darsteller agieren insgesamt gut. Henry Lawfull als Nikolas ist ein sympathischer Junge, nicht immer in der Situation. Die restlichen Jungmimen agieren teils unglücklich. So ist Zoe Margaret Colletti als Fee anstrengend und Rishi Kuppa findet keinen Zugang zu seiner Rolle. Auffällig ist die politische Korrektheit, die viele Nationen einbezieht. So sind die Wichtel nicht durchgängig kaukasisch. Einige Statisten stehen im Hintergrund wie Statisten. Das wird das junge Publikum kaum stören und die lachen etwa über Jim Broadbent, der die Rolle des schrulligen Königs mit links spielt. Er sorgt auch für etwas britischen Humor, indem er einem Untertanen ein Glas Wasser anbietet gegen Husten. Auch lustig, dass der König durchs Fenster einsteigt, während der spätere Weihnachtsmann sich durch den Kamin quält. Insgesamt dürfte es durchaus ein wenig mehr Humor sein. Gefallen können die Bauten und Kostüme. So ist das verschneite Dorf der Wichtel fantasievoll aufgebaut.
Leider wird die Geschichte nicht durchgängig von der Erzählerin erzählt. Eine durchgängige Schilderung würde den Märchen-Charakter unterstreichen. Die Frauenrollen sind teils seltsam gestaltet. Tante Ruth ist zunächst verschroben, Nikolas' Tante hartherzig, die Herrscherin der Wichtel ist eine verletzte, böse Frau und die junge Fee hinterlistig.

Fazit
Der Familienfilm "Ein Junge namens Weihnacht" ist leider insgesamt nicht so rund, wie er sein könnte, weiß trotz Schwächen in Drehbuch und Schauspiel zu unterhalten.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: A Boy called Christmas
Land: Großbritannien
Jahr: 2021
Laufzeit ca.: 104
Genre: AbenteuerDramaFamilieWeihnachten
Verleih: Studiocanal
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 18.11.2021

Regie: Gil Kenan
Drehbuch: Ol Parker • Gil Kenan
Literaturvorlage: Matt Haig

Schauspieler: Maggie Smith (Aunt Ruth) • Isabella O'Sullivan (Andrea) • Joel Fry (Matt) • Eden Lawrence (Patrick) • Ayomide Garrick (Moppet) • Henry Lawfull (Nikolas) • Michiel Huisman (Joel) • Jim Broadbent (King) • Rune Temte (Anders) • Philip Lenkowsky (Hessu) • Gregory Gudgeon (Palace Courtier 1) • Michael Pitthan (Palace Courtier 2) • Saikat Ahamed (Moodon) • James Beaumont (Dibby) • Zoe Margaret Colletti (Pixie) • Sally Hawkins (Mother Something) • Toby Jones (Father Topo)

Produktion: Graham Broadbent • Peter Czernin
Szenenbild: Gary Williamson
Kostümbild: Ruth Myers
Maskenbild: Graham Johnston • Gabor Kerekes
Kamera: Zac Nicholson
Musik: Dario Marianelli
Schnitt: Richard Ketteridge • Peter Lambert


Bild: Studiocanal

1 customer review

Befriedigend
17.11.21
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