Sonic the Hedgehog

Kinoplakat Sonic the Hedgehog

2020 bekommt der bekannte Igel seinen ersten Kinofilm. Trotzdem das Jahr 1991 sein Geburtsjahr ist, spielt er im Film einen Jungen, der es noch faustdick hinter den Ohren hat. Seine Superkraft ist ihm geblieben: Er ist schnell wie der Schall und Elemente aus den Spielen halten Einzug wie das Ausräumen von Hindernissen durch schnelles Rollen.

Green Hills in Montana ist ein romantisches Dorf, das so idyllisch ist, dass man hier alt werden kann, ohne jemals etwas Aufregendes erlebt zu haben. Wer Pech hat, der schläft zwischenzeitlich ein vor Langeweile. Diesem Schicksal möchte der Dorfpolizist Tom gerne entgehen. Er träumt von einer Karriere in San Francisco. Ganz anders sieht das der blaue Igel Sonic, der hier im Exil lebt. Für ihn ist die Umgebung das Paradies und er möchte gerne so leben wie die Menschen, Freunde finden und Teil einer Familie sein.

Doch so einfach ist die Ausgangslage für Sonic nicht. Seine Superkräfte sind für den Waisenjungen hinderlich und der Grund, dass er seine Ziehmutter und den Heimatplaneten verlassen musste. Auf der Erde findet er ein sicheres Versteck, bis er im Überschwang über die Stränge schlägt und die Regierung auf den Plan ruft, die den fiesen Dr. Ivo Robotnik auf ihn ansetzt. Robotnik ist in Technik verliebt und meint, dass er Sonic fangen kann, um ihn zu studieren oder ihm schlimme Dinge anzutun. Doch einem Igel habhaft zu werden, der mit Schallgeschwindigkeit läuft, ist nicht einfach.

Kritik

1991 erblickte der blaue Igel das Licht der Welt als neues Maskottchen der Firma Sega und als Figur des Jump 'n' Run-Spiels "Sonic the Hedgehog". Sein Name deutet auf eine seiner Spezialfähigkeiten hin: Sonic (Schall) ist in der Lage beim Laufen Überschallgeschwindigkeit zu erreichen (im Film sind es 300 Meilen). Zudem kann er in zusammengerolltem Zustand Gegenstände und Gegner umzuwerfen oder vernichten. Außer in Videospielen hatte Sonic Auftritte in einer Zeichentrickserie sowie in Comics.

In der Komödie ist Sonic ein Jungstachler und muss noch viel lernen. Er soll eigentlich möglichst unerkannt auf der Erde leben. Doch es fällt ihm schwer die Füße stillzuhalten, im direkten wie im übertragenen Sinn. Das ruft den Erzfeind aus den Videospielen auf den Plan. Dr. Ivo Robotnik macht Jagd auf Sonic. Der bekommt auf seiner turbulenten Flucht Hilfe von einem Polizisten. Eine Rolle spielen auch die aus den Games bekannten Ringe, die Sonic nutzt, um von einer Welt in die andere zu springen.

Die sprunghafte Handlung setzt die Verfolgungsjagd als turbulente Komödie um. Sonic ist der klassische Heranwachsende und bietet Kindern eine Identifikationsfigur. Er macht gerne das, was er nicht machen soll. Statt im Auto sitzen zu bleiben, steigt er aus und geht in eine Rockerkneipe. Was folgt ist vorhersehbar.
Dem Igel steht Polizist Tom zur Seite, der von einer Karriere in der Stadt träumt, weil er endlich ein Leben retten will. Er ist der freundliche Mann von nebenan und mit der ebenso netten Tierärztin Maddie verheiratet. Weitere Charaktereigenschaften braucht das Paar nicht und ihre Beziehung belastet den Plot nicht. Die Handlung setzt auf eine leichtfüßige, dem Thema entsprechende Darstellung. Etwas schade ist, dass von Sonics Superkräften in erster Linie das Laufen zum Einsatz kommt, obwohl er in den Videospielen mehr Tricks auf Lager hat. Somit ist "Sonic – The Hedgehoge" weniger eine Spielverfilmung als vielmehr eine sehr klassische Komödie. Die lässt ein wenig Ausbau vermissen. So ist mehr Interaktion unter den Personen denkbar. Auch agieren James Marsden und Tika Sumpter ein wenig zu austauschbar. Was Jim Carrey in seiner Rolle als Wissenschaftler vermitteln will, ist nicht klar ersichtlich. Der Schauspieler kaspert und bietet körperliche Komik. An seiner Seite hat er einen Assistenten, den er triezen kann und der ihm trotzdem treu ergeben ist und schon mal seinen Lieblingskaffee serviert. Robotniks Vorliebe für Technik stellt einen Bezug zur Gegenwart her, indem er Drohnen einsetzt. Auch Smartphones finden im Film Berücksichtigung. Gefallen können kleine Gesten wie die, bei der Sonic seine markanten roten Schuhe geschenkt bekommt. Der Humor ist ebenfalls leicht inszeniert, setzt auf viele Albernheiten und bewährte Witze.

Fazit
Die Komödie nutzt die Besonderheiten des blauen Helden nur bedingt und es ist schade, dass das Konzept konventionell ausfällt. Am Ende wird Sonic Teil einer Familie und Freundschaft siegt über Technik.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: JapanKanadaUSA
Jahr: 2020
Laufzeit ca.: 99
Genre: AbenteuerActionFamilieFantasy
Stichwort: Videospielverfilmung
Verleih: Paramount Pictures
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 13.02.2020
Heimkino: 25.06.2020

Regie: Jeff Fowler
Drehbuch: Josh Miller • Patrick Casey • Oren Uziel • Yuji Naka • Naoto Ohshima • Hirokazu Yasuhara • Van Robichaux • Evan Susser

Schauspieler: Jim Carrey (Dr. Ivo Robotnik) • Neal McDonough (Major Bennington) • James Marsden (Tom Wachowski) • Tika Sumpter • Ben Schwartz (Sonics Stimme) • Leanne Lapp (Tissue Girl) • Adam Pally • Michael Hogan • Debs Howard (Freundin) • Elfina Luk (Sekretärin) • Shannon Chan-Kent (Kellnerin) • Lee Majdoub (Agent Stone)

Produktion: Takeshi Ito • Neal H. Moritz • Toru Nakahara
Szenenbild: Sean Haworth
Kostümbild: Debra McGuire
Maskenbild: Sofia Phillips
Kamera: Stephen F. Windon
Musik: Junkie XL
Schnitt: Stacey Schroeder


Bild: Paramount Pictures

1 customer review

befriedigend
05.02.20
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