Wicker Man - Ritual des Bösen

Kinoplakat Wicker Man

Die USA sind groß. Gut möglich, dass es auf einer Privatinsel eine Kultur gibt, die heidnisch lebt und vor dem Problem steht, dass sie ab und an frisches Erbgut benötigt, damit die Kultur nicht aufgrund von Inzucht untergeht. Eine moderne und gleichzeitig sehr archaische Art der Venusfalle.

Im Film "Wicker Man – Ritual des Bösen" spielt Nicolas Cage den Bilderbuch-Cop Edward Malus. Dessen Welt beschränkt sich auf ein Stückchen Highway, an dem er die Rolle des ebenso netten wie hart durchgreifenden Cops spielt. Eines Tages wird er Zeuge eines tragischen Unfalls: Vor seinen Augen verbrennen Mutter und Tochter eingeklemmt im Wagen. Ab sofort ist Malus nicht mehr derselbe. Seine Nerven sind ruiniert, er kann Fantasie und Realität nur noch mühsam voneinander trennen. In dieser angeschlagenen Lage erreicht ihn der Hilferuf einer Ex-Geliebten. Ihre kleine Tochter sei entführt worden und niemand anders könne ihr helfen als Malus.

In Malus erwacht augenblicklich der Spürhund und er macht sich auf, der seltsamen Insel mit dem Namen Sumersisle einen Besuch abzustatten. Doch bereits die Ankunft geschieht unter eigenartigen Umständen. Auf der kleinen Insel begegnen ihm feindselige, ja sogar spöttische Frauen und Mannweiber, die ein eisernes Regiment führen. Die wenigen Männer der Insel sind entweder stumm oder haben gelernt besser nicht den Mund aufzutun. Die Suche nach dem verschwundenen Mädchen gestaltet sich schwierig. Mal heißt es, das Mädchen habe nie gelebt, dann wieder orakelt jemand, es sei nicht länger am Leben. Aufklärung soll das jährliche Fest geben. Doch je tiefer Malus in den Mikrokosmos der Insel vordringt, desto weniger versteht er, was wirklich um ihn herum passiert. Als er endlich einsieht, wie eng die heidnische Kultur der Inselbewohner mit der Imkerei verbunden ist, hat sich die Schlinge bereits zugezogen.

Kritik

"Wicker Man – Ritual des Bösen" ist ein Mystery-Film, der von einem abgekarteten Spiel handelt. Er will den Zuschauer lange Zeit an der Nase herumzuführen – deshalb soll die Auflösung des Rätsels an dieser Stelle nicht verraten werden. Die Handlung ist nicht rund. So fragt sich der aufmerksame Zuschauer, weshalb es nur in einem Haus der Insel Steckdosen gibt, obwohl die Frauen keine Elektrizität nutzen? Es könnte ein Fehler im Film sein, doch auch das Presseheft spricht davon, dass es auf der Insel Elektrizität gibt. Auch scheint es seltsam, weshalb sich einige Frauen sehr weiblich kleiden – um nicht aufreizend zu sagen? Die Männer auf der Insel haben nichts zu melden und die Frauen werben nicht um sie. Zudem machen einige ältere Frauen den Eindruck, als könnten sie in dieser Hinsicht sehr gut auf Männer verzichten.

Gelungen ist die Einarbeitung des Themas Bienen. Zum einen funktioniert das Leben auf der Insel fast wie ein Bienenvolk: an der Spitze die Bienenkönigin und an ihrer Seite die vielen Bienen. Drohnen spielen nur eine untergeordnete Rolle als Arbeiter. Selbst die Landschaft gibt das Bienenthema wieder, denn die Bienenkörbe sind auf einem riesigen Wabenmuster aufgestellt, dass erst der Höhenflug der Kamera preisgibt. Die Darsteller und Darstellerinnen können nur bedingt überzeugen. Nicolas Cage gibt den begriffstutzigen Macho-Cop. Es ist fast schmerzhaft mit anzusehen, wie er die Augen verschließt und das Offensichtliche nicht sehen will. An seiner Seite eine ganze Riege starker Schauspielerinnen.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 20 %


Original Filmtitel: The Wicker Man
Land: DeutschlandKanadaMexikoUSA
Jahr: 2006
Laufzeit ca.: 101
Genre: HorrorMystery
Verleih: Warner Bros.
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 02.11.2006
Heimkino: 02.10.2006

Regie: Neil LaBute
Drehbuch: Neil LaBute • Anthony Shaffer

Schauspieler: Nicolas Cage (Edward Malus) • Ellen Burstyn (Sister SummersIsle) • Kate Beahan (Sister Willow Woodward) • Frances Conroy (Dr. T.H. Moss) • Molly Parker (Sister Rose / Sister Thorn) • Leelee Sobieski (Sister Honey) • Diane Delano (Sister Beech) • Michael Wiseman (Officer Pete) • Erika-Shaye Gair (Rowan Woodward) • Christa Campbell (Kellnerin) • Emily Holmes (Mutter) • Zemphira Gosling (Tochter)

Produktion: Nicolas Cage • Boaz Davidson • Randall Emmett • Norman Golightly • Avi Lerner • John Thompson
Szenenbild: Phillip Barker
Kostümbild: Lynette Meyer
Maskenbild: Francesca von Zimmermann
Kamera: Paul Sarossy
Musik: Angelo Badalamenti
Schnitt: Joel Plotch


Bild: Warner Bros.

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