X-Men: Der letzte Widerstand

Kinoplakat X-Men Der letzte Widerstand

Die X-Men setzen den eingeschlagenen Weg fort: Wieder entbrennt ein Kampf gute Mutanten gegen böse Mutanten. Ein verzweifelter Wissenschaftler hat ein Heilmittel gegen die Mutation entdeckt. Das werten die Bösen als Kriegserklärung und die Guten als Möglichkeit.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Wissenschaftler ein Gegenmittel gegen das Anderssein finden würden. Ausgerechnet ein Knabe besitzt die Fähigkeit, Mutanten ihre Mutation zu nehmen. Da sind natürlich die findigen Forscher nicht weit, die einen Impfstoff extrahieren und allen Mutanten anbieten, sich kostenlos behandeln zu lassen. Dieses augenscheinlich gut gemeinte Angebot spaltet die Mutanten in zwei Fraktionen. Die Guten, unter der Führung des Telepaten Professor Charles Xavier (Patrick Stewart) müssen verhindern, dass Magneto und seine finstere Mutanten-Armee, das Kind in ihre Gewalt bringen, um die weitere Produktion des Impfstoffes zu verhindern. So kommt es erneut zum Kampf unter Mutanten, in den unschuldige Menschen hineingezogen werden, denn wieder einmal will Magneto die Menschen unterjochen und der Professor muss es verhindern.

Um dem bekannten Grundkonflikt etwas mehr Drumherum zu geben, werden neue Mutanten eingeführt. Am auffälligsten sind Beast (Kelsey Grammer), der den amerikanischen Präsidenten berät. Und Angel (Ben Foster), der Flügel mit fünf Metern Spannweite auf dem Rücken trägt. Ob sie an die Stelle der ausscheidenden Mutanten treten, kann nur der vierte Teil beantworten, denn auch wenn der jetzige Teil Abschiedsstimmung verbreitet - nach dem Abspann kommt der Cliffhanger - und Totgeglaubte leben bekanntlich länger.

Kritik

Das Thema Toleranz ist - man muss es leider sagen - auch im Jahr 2006 noch brandaktuell. So gesehen, hätte der Film sein Scherflein zur Diskussion beitragen können, doch er begnügt sich damit, den Anlass für eine weitere Runde in der Schlacht einzuläuten. Herausgekommen ist eine solide Comicverfilmung.

Der Film beginnt und endet mit einem Paukenschlag. Am Anfang steht eine Rückblende, in eine Zeit, in der Charles und Magneto noch Freunde waren und die junge Jean ins Institut holen. Das verwundert zunächst etwas, weil Jean sich im Film "X-Men 2" opferte - doch sie erlebt eine fulminante Rückkehr und sorgt in ihrer Rolle als weiblicher Phönix für allerhand Wirbel. Ansonsten bleibt ihr Schicksal an der Oberfläche, wie die gesamte Handlung. Im Vordergrund stehen die wirklich gelungenen Spezialeffekte. Egal ob die Golden Gate Bridge verbiegt oder Storm darf das eine oder andere Donnerwetter aufziehen lässt. Wer großes Effektkino mag, wird also bestens bedient.

Das Drehbuch wiederum vermag nicht ganz zu überzeugen, denn es ist unausgegoren. So verheizt Magneto in der finalen Schlacht etwa haufenweise Mutanten, statt gleich selbst einzugreifen oder Jean als Geheimwaffe zu nutzen. An anderen Stellen fällt auf, dass Situationen nur herbeigeführt werden, um mal wieder einen Mutanten durchs Bild laufen zu lassen, der ganz nebenbei seine Spezialkräfte demonstriert. An anderen Stellen treten Figuren unmotiviert vor die Kamera. Vielleicht haben die Mutanten im Institut auch gerade Zeit durch die Gänge zu laufen ;-).

Ein weiterer Schwachpunkt ist die nicht durchgängige Dramaturgie. Gerade weil an Beginn und Ende Knalleffekte stehen, fällt auf, dass die Spannung in der Filmmitte plötzlich nicht mehr vorhanden ist. Die angeschnittenen Probleme werden zudem oberflächlich behandelt. Gleichzeitig verliert der Film an Wirkung, weil er sich selbst zu ernst nimmt. Statt ab und an auflockernde Witze einzustreuen, geht es in bedrückender Stimmung dahin. Erst im wirklich furiosen Finale kommen die Gags. Außerdem leuchtet nicht ein, weshalb neue Figuren eingeführt werden, ohne dass der Zuschauer sie wirklich kennenlernen kann? Die Neuen dienen in erster Linie als Kanonenfutter im Kampf. Nicht zuletzt fehlt das klare Plädoyer für die Akzeptanz der Andersartigkeit. Eindimensional ist auch das Ende. Die Bösen sterben oder werden zumindest gestraft und die Guten gehen als Sieger hervor.

Fazit
"X-Men - Der letzte Widerstand" ist in meinen Augen nicht wirklich schlecht und nicht wirklich gelungen, weil er mehr Potenzial bietet, als er ausschöpft.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: X-Men: The Last Stand
Alternativtitel: X-Men 3: Der letzte Widerstand
Land: USA
Jahr: 2006
Laufzeit ca.: 104
Genre: AbenteuerActionComicFantasyHelden
Stichwort: X-Men
Verleih: 20th Century Fox
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 25.05.2006
Heimkino: 23.10.2006

Regie: Brett Ratner
Drehbuch: Simon Kinberg • Zak Penn

Schauspieler: Hugh Jackman (Logan / Wolverine) • Halle Berry (Storm) • Ian McKellen (Eric Lensherr / Magneto) • Patrick Stewart (Professor Charles Xavier) • Famke Janssen (Jean Grey) • Anna Paquin (Rogue) • Kelsey Grammer (Dr. Henry 'Hank' McCoy / Beast) • James Marsden (Scott Summers / Cyclops) • Rebecca Romijn-Stamos (Mystique) • Shawn Ashmore (Bobby Drake / Iceman) • Aaron Stanford (John Allerdyce / Pyro) • Vinnie Jones (Cain Marko / Juggernaut) • Ellen Page (Kitty Pryde / Shadowcat) • Daniel Cudmore (Peter Rasputin / Colossus) • Ben Foster (Warren Worthington III / Angel) • Michael Murphy (Warren Worthington II) • Dania Ramirez (Callisto) • Shohreh Aghdashloo (Dr. Kavita Rao) • Julian Richings (Mutant)

Produktion: Avi Arad • Lauren Shuler Donner • Ralph Winter
Szenenbild: Edward Verreaux
Kostümbild: Judianna Makovsky
Maskenbild: Rosalina Da Silva
Kamera: Dante Spinotti
Musik: John Powell
Schnitt: Mark Goldblatt • Mark Helfrich • Julia Wong


Bild: 20th Century Fox

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