2046

Kinoplakat 2046

Weshalb Beziehungen zwischen Männern und Frauen schwierig sind, vermag auch "2046" nicht zu erklären. Das versponnene Drehbuch erzählt von den drei großen Lieben eines Mannes nicht nur in der Realität, sondern auch in einem Paralleluniversum. Durch die Vermeidung jeglichen Anflugs von klaren Aussagen definiert sich das Werk eindeutig als Filmkunst.

Der Beginn von "2046" ist vielversprechend. In einem Science-Fiction-Szenario rast der Hauptdarsteller in einem Zug, der nie ankommt, dahin. Im Laufe des Films, wird deutlich, dass der Zug ein Paralleluniversum symbolisiert, welches dem Roman 2046 entspringt, der geschrieben wird. Diese Romanhandlung erzählt Ausschnitte aus der Geschichte des Protagonisten, ergänzt durch die Erlebnisse der Gegenwart. Fixpunkte sind Einsamkeit sowie die Unfähigkeit der Frauen zu lieben. In der Realität haben die Verflossenen den Mann längst vergessen; in der Fiktion leidet die geliebte Androidin unter verzögerter Wahrnehmung.

Woran die Beziehungen scheiterten, vermag ich nicht zu sagen, denn der Film verklausuliert die Handlung derartig stark, dass es selbst mit vereinten Kräften nicht gelang die versponnene Schilderung zu durchschauen. Vier debattierende Kritiker waren nicht in der Lage, Licht ins Dunkel zu bringen.
Da sich 2046 durchgängig nicht im Klartext mitteilt, bleibt eine Interpretation Spekulation. Die Inszenierung von Emotionen erfolgt, für westliche Maßstäbe, sehr überzeichnet. Die Poesie ist mit "platt" trefflich beschrieben. Es kommen weiterhin die Themen Eifersucht, Treue, Untreue sowie Spielsucht vor.

Die eigenartige Bildsprache gefällt mir sehr gut. Die Kamera schneidet das Bild gerne an – im Ergebnis nehmen manchmal Flächen aus Wand oder Holz bis zu einem Drittel der Leinwand ein. Oder die Darsteller agieren, ohne dass die Köpfe zu sehen sind. In Verbindung mit dem eigenwilligen Drehbuch ergibt es Filmkunst.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Land: ChinaDeutschlandFrankreichHongkong
Jahr: 2004
Laufzeit ca.: 129
Genre: Science-Fiction
Verleih: Prokino
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 13.01.2005
Heimkino: 14.07.2005

Regie: Wong Kar-Wai
Drehbuch: Wong Kar-Wai

Schauspieler: Tony Leung Chiu-WaiGong LiZhang Ziyi • Takuya Kimura • Faye Wong • Carina Lau • Chang Chen • Maggie Cheung

Produktion: Peer Raben • Shigeru Umebayashi
Kamera: Christopher Doyle • Kwan Pun-Leung • Lai Yiu-Fai
Schnitt: William Chang


Bild: Prokino

1 customer review

gut
13.01.05
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