Ad Astra - Zu den Sternen

Kinoplakat Ad Astra Zu den Sternen

Major Roy ist ein hervorragender Raumfahrer, behält in lebensgefährlichen Situationen einen kühlen Kopf und er ist der Einzige, der die Welt vor dem drohenden Untergang retten kann. Darum ist er auserwählt eine geheime Mission zum Mars zu unternehmen, deren wahre Hintergründe der Öffentlichkeit vorenthalten werden. Roy verbindet mit der beruflichen Herausforderung eine private.

Der Rahmen ist schnell abgesteckt. Ein Top-Secret-Flug von der Erde zum Mond und von dort noch tiefer ins All. Dort gibt es einen Punkt, von dem eine Bedrohung für die Erde ausgeht und die Idee besteht darin, die Quelle auszuschalten, damit die Menschheit überlebt. Eine einfache Theorie, die in der Praxis ihre Tücken hat, weil die Theorie Gefühle außen vor lässt. Etwas, was Astronaut Roy nicht gelingt, weil seine Familiengeschichte mit dem Abenteuer verwickelt ist.

Kritik

Brad Pitt spielt in diesem psychologischen Science-Fiction-Drama einen Mann, dessen beruflicher Erfolg auf einem Komplex beruht. Das frühe Verschwinden seines Vaters hat Roy nicht verkraftet und ihm Zeitlebens nachgeeifert. Aus diesem Antrieb kann er eine erstaunliche Karriere vorweisen und lebt privat isoliert. Ein eigentlich als unmöglich geltendes Wiedertreffen mit dem Vater fällt ernüchternd aus. Der Senior ist nicht der Vater, den der Sohn sich erträumt hat und auch nicht der Held, den die Menschen in ihm sehen wollen.

Den Weg zum Treffen schildert das Drama als Leiter. Stufe 1: Die Welt steht einer Bedrohung gegenüber und es braucht einen Helden, der sie abwendet. Stufe 2: Roy wird auserwählt auf den Mond zu fliegen und von dort noch weiter in den Weltraum vorzudringen. Er soll helfen die Bedrohung abzuwenden und dabei herausfinden, ob sein als verschollen geltender Vater noch am Leben ist und mit den Vorfällen in Verbindung steht. Damit gerät Roy von zwei Seiten unter Druck. Er muss die Welt retten und seinen Dämonen ins Auge blicken. Stufe für Stufe dringt er ins Weltall vor und damit tiefer in seine Psyche. Die Reise ist nicht nur durch äußere Einflüsse gefährlich, sondern auch dadurch, dass Roy Details über seinen Vater erfährt, die ein anderes Bild von dem Mann zeichnen, als das erinnerte Bild.

Eine spannende Ausgangslage. Roy teilt während der Reise seine Gedanken mit dem Zuschauer und es entrollt sich ein auffällig ruhiges und langes Drama. Wer Freude an Genre-Filmen hat, genießt die Weite und die vielen Spaziergänge im All. Dabei kommt es zu Wiederholungen. Roy muss beispielsweise oft psychologische Kurztests bestehen, die Kamera fängt ähnliche Szenarien ein, vieles ist top secret. Die häufige Verwendung der Stilmittel zieht eine Abnutzung nach sich. Die Distanz zwischen Vater und Sohn gilt im räumlichen wie im emotionalen Sinn. Zunächst ist der Vater unerreichbar. Später kommt es zu einer entzaubernden Begegnung, während der der Sohn erkennt, was sein Vater nicht erkennen wollte.

Die Hauptrolle wird von Brad Pitt sympathisch gespielt. Unter den restlichen Darstellern sind bekannte Gesichter, die wenig Präsenz bekommen. In absteigender Reihenfolge sind es Tommy Lee Jones, Donald Sutherland, Ruth Negga und Liv Tyler.

Der Science Fiction-Anteil überzeugt bedingt. Das Szenenbild ist auf der Kinoleinwand groß. Die Basen auf dem Mond und dem Mars sind fortschrittlich und bieten unter anderem künstliche Schwerkraft. Auf dem Mond gibt es sogar einen Schalter von DHL. Die Missachtung derzeit gültiger physikalischer Gesetze verwundert.

Fazit
Die Verkettung von Rettungsmission und der Suche nach dem Vater ist ein gelungener Kniff. Auf die Ruhe und Tiefe der Bilder sowie die Innenschau des Helden muss man sich einlassen, obwohl der Titel "Ad Astra" nach Action klingt, wiegt der ruhige Anteil schwerer.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Alternativtitel: Ad Astra – Zu den Sternen
Land: USA
Jahr: 2019
Laufzeit ca.: 116
Genre: AbenteuerDramaMystery
Verleih: 20th Century Fox
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 19.09.2019

Regie: James Gray
Drehbuch: James Gray • Ethan Gross

Schauspieler: Brad Pitt (Roy McBride) • Tommy Lee Jones (Clifford McBride) • Liv Tyler (Eve McBride) • Donald Sutherland (Colonel Pruitt) • Ruth Negga (Helen Lantos) • Greg Bryk (Chip Garnes) • John Ortiz (General Rivas) • Loren Dean (Donald Stanford) • Kimberly Elise (Lorraine Deavers) • Anne McDaniels (Shunga Hologram) • Kimmy Shields (Sergeant Romano) • LisaGay Hamilton (Adjutent General Amelia Vogel)

Produktion: Dede Gardner • James Gray • Anthony Katagas • Jeremy Kleiner • Yariv Milchan • Brad Pitt • Rodrigo Teixeira
Szenenbild: Kevin Thompson
Kostümbild: Albert Wolsky
Maskenbild: Nana Fischer
Kamera: Hoyte Van Hoytema
Musik: Max Richter
Schnitt: John Axelrad • Lee Haugen


Bild: 20th Century Fox

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