Ant-Man and the Wasp

Kinoplakat Ant-Man and the Wasp

Der Umstand, dass Superhelden Familie haben wird gerne außer Acht gelassen. In diesem Abenteuer bildet die Familie den Dreh- und Angelpunkt. Damit stellt der Film eine andere Seite von Helden dar und versucht die ganze Familie anzusprechen.

Es beginnt mit einer Rückschau. Die Eltern der kleinen Hope gehen eines Abends arbeiten und der Zuschauer ahnt bereits, dass Janet Van Dyne (Michelle Pfeiffer) nicht zurückkehren wird. Und so geschieht es auch. Für Hope und ihren Vater Dr. Hank Pym (Michael Douglas) ist es ein schmerzlicher Verlust, den sie in der Jetztzeit nicht verarbeitet haben. Für den Wissenschaftler bildet der Verlust die Triebfeder weiterhin nach seiner Frau zu suchen, die er im subatomaren Raum vermutet.

Derweil sitzt der Ant-Man Scott Lang (Paul Rudd) den Hausarrest ab, den ihm sein letztes Abenteuer beschert hat. Für seine Tochter ist das halbwegs spaßig, denn Papa hat bei ihren Besuchen viel Zeit für sie. Doch für Scott ist das Leben mit einer elektronischen Fußfessel eine Qual und das FBI steht bei jedem noch so kleinen Grenzübertritt auf der Matte.

Eines Tages hat Scott eine Vision und kontaktiert danach Doktor Pym. Der ist nicht unbedingt gut zu sprechen auf Scott, kann jedoch Hilfe bei der Suche brauchen. Während die Männer gemeinsam mit Pyms mittlerweile erwachsener Tochter die Arbeit vorantreiben, greift ein unbekannter Dritter an, der es auf Pyms Forschungen abgesehen hat. Zudem möchte der zwielichtige Hehler Sonny Burch (Walton Goggins) Pyms Technik besitzen, weil er sie für gutes Geld zu verscherbeln gedenkt. So entsteht ein Wettlauf gegen die Gegner und die Zeit.

Kritik

Die Motivation des Films ist die Zusammenführung einer Familie beziehungsweise Heilung einer Verletzung, die im familiären Umfeld entstanden war. Für Tempo sorgt der Konkurrenzkampf, bei dem gleich zwei Fraktionen die Forschungen des Wissenschaftlers stehlen wollen. Zudem muss Scott den Hausarrest umgehen, ohne dabei erwischt zu werden. Es ist nicht ganz falsch zu sagen, dass er der Junge ist, der von seinen Eltern bestraft wird. Hausarrest und eine abwesende Mutter verstehen auch Kinder und damit soll die Handlung familientauglich sein.

Kinder und Jugendliche sind wahrscheinlich weniger kritisch und akzeptieren die vielen Wiederholungen besser als verwöhnte Erwachsene. Die Wiederholungen sind ein Manko des Films, weil die Witze und Effekte abnutzen. Während die Guten flüchten, werden unzählige Male Dinge geschrumpft und wieder auf normale Größe gebracht oder übergroß. Das FBI kommt mehrfach zu Besuch. Der Helden-Anzug ist nicht nur einmal defekt und das materialisieren und dematerialisieren des Helms sind überstrapaziert.

Die Story ist temporeich und täuscht nicht immer über ihre Schwächen hinweg. Neben den angesprochenen Familien-Thematiken deutet sie eine Liebesgeschichte zwischen Scott und Hope an, die keinen rechten Ausbau erfährt. Ebenso wie das Schicksal der Gegenspielerin Ava, die ebenfalls eine Familienproblematik mitbringt, die gleichfalls angerissen bleibt. Wie auch das Zerwürfnis zwischen den ehemaligen Kollegen Dr. Bill Foster (Laurence Fishburne) und Dr. Hank Pym. Eine Nebenrolle bleibt auch Michael Peña mit seiner Sicherheitsfirma. Selbiges gilt für Walton Goggins als Hehler. Auf den Punkt gebracht gibt es zahlreiche Personen, die viel sagen und inhaltlich wenig ausdrücken.

Die Darsteller hinterlassen gemischte Eindrücke. Michelle Pfeiffer kann aus ihrer Minirolle wenig zaubern. Michael Douglas bleibt in der Rolle des Wissenschaftlers auffällig lustlos. Paul Rudd gibt den netten Mann von nebenan mit links.

Fazit
"Ant-Man and the Wasp" ist eine überlange Verfolgungsjagd. Das Thema möchte die ganze Familie ansprechen; wobei die Zielgruppe unscharf ist. Für die Laufgänge von fast zwei Stunden hat die Handlung wenig Substanz.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: USA
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 118
Genre: 3DAbenteuerActionComicDramaFamilieFantasyHeldenScience-Fiction
Verleih: Walt Disney
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 26.07.2018
Heimkino: 29.11.2018

Regie: Peyton Reed
Drehbuch: Chris McKenna • Erik Sommers • Paul Rudd • Andrew Barrer • Gabriel Ferrari

Schauspieler: Paul Rudd (Scott Lang / Ant-Man) • Evangeline Lilly (Hope Van Dyne / Wasp) • Michael Peña (Luis) • Walton Goggins (Sonny Burch) • Bobby Cannavale (Paxton) • Judy Greer (Maggie) • T.I. (Dave) • David Dastmalchian (Kurt) • Hannah John-Kamen (Ava / Ghost) • Abby Ryder Fortson (Cassie) • Randall Park (Jimmy Woo) • Michelle Pfeiffer (Janet Van Dyne / Wasp) • Laurence Fishburne (Dr. Bill Foster) • Michael Douglas (Dr. Hank Pym)

Produktion: Stephen Broussard • Kevin Feige
Szenenbild: Shepherd Frankel
Kostümbild: Louise Frogley
Maskenbild: Heba Thorisdottir
Kamera: Dante Spinotti
Musik: Christophe Beck
Schnitt: Dan Lebental • Craig Wood


Bild: Walt Disney

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