Die Bestimmung - Divergent

Kinoplakat Bestimmung Divergent

Science-Fiction-Drama über eine albtraumhafte Zukunft. Universelle Themen treffen auf den ewigen Kampf Gut gegen Böse. Sich selber finden, die erste Liebe meistern und die Welt retten. Angesiedelt in einer nicht zu fernen Zukunft bringt der Film vieles mit, was Erfolg versprechend klingt. Es kommt für jeden Jugendlichen im Leben die Phase, in der er sich von seinem Elternhaus abnabelt und ein Leben beginnt, das ihn zumindest räumlich von seinen Eltern trennt. Dieser Schritt kann auch bedeuten, sich für ein ganz anderes Leben zu entscheiden, als es sich die Eltern für einen vorgestellt haben.

So ergeht es Tris (Shailene Woodley), die eigentlich Beatrice heißt. Sie lebt in einem Chicago der nahen Zukunft, in dem neue Regeln das Zusammenleben der Menschen bestimmen. Mit 16 steht die Wahl an, in welcher von fünf Klassen ein Mensch fortan leben will. Für gewöhnlich ist jeder Mensch einer Klasse zuzuordnen – mit Ausnahme der Divergenten. Die können theoretisch jeder Klasse angehören – doch eine unklare Festlegung ist nicht erwünscht. Den Grund dafür findet Tris im Lauf ihrer Ausbildung heraus. Ihre besondere Veranlagung ist allerdings nicht nur beruflich heikel – auch hinsichtlich der ersten Liebe stellt sie ein Hindernis dar. Damit nicht genug muss sie eine politische Intrige vereiteln, die nicht nur ihre eigene Zukunft, sondern die der gesamten Gesellschaft betrifft.

Kritik

Das ist für eine junge Frau von sechzehn Jahren ganz schön viel: Eine Festlegung für den Rest des Lebens treffen, die erste Liebe erfahren und zur Heldin werden. Andererseits kann es sicherstellen, dass der Film ein Erfolg wird, denn er fasst Themen an, die jeden Teenager ansprechen. Zudem bedient er das Trendthema der kämpfenden Jugendlichen. Doch so einfach ist es dann doch nicht.

Um bei den Grundlagen der Handlung zu beginnen: ja und nein. Ja, es gibt diese Phase der Abnabelung und Selbstfindung. Nein, den Sinn eines Klassensystems vermag ich nicht zu erkennen. Und die Aussage, dass es möglich ist Menschen zu klassifizieren, halte ich für Mumpitz. Jeder Mensch hat das volle Potenzial und kann alles erreichen. Gut, es hat nicht jeder dieselben Talente. So kann nicht jeder Opernsänger oder Balletttänzer werden. Doch Systeme, die Menschen in irgendeiner Form beschneiden oder einordnen, sind meist dafür ausgelegt Menschen zu unterdrücken. Insofern gebe ich dem Film recht.

Jetzt ist die Frage, was der Film auf dem Fundament aufbaut? Der Aspekt der Selbstfindung interessiert mich wenig, weil ich dem Teenageralter entwachsen bin. Weiterhin nehmen mich die Hauptdarsteller weder für sich als Personen noch für ihre Geschichte ein. Egal ob Shailene Woodley als Tris zu scheitern droht oder herausfinden muss, wer in ihrer Gruppe Feind und wer Freund ist. Es berührt mich nicht, weil die Handlung zu steril ist.

Zudem versäumt es der Film die kleinen Geschichten zu erzählen. Ein Beispiel: Anfangs denke ich, Tris hat in Christina (Zoë Kravitz) eine Freundin gefunden. Doch der Freundschaftsaspekt erfährt keinen Ausbau. Dann findet Tris Gefallen an ihrem Ausbilder Four (Theo James). Eine heikle Angelegenheit, denn sie weiß nicht, ob sie ihm vertrauen kann. Und er müsste als Ausbilder unparteiisch sein, dürfte sich nicht verlieben. Leider ist die Annäherung der Zwei alles andere als spannend inszeniert. Ich verstehe nicht, warum Tris sich zu Four hingezogen fühlt. Davon abgesehen ahne ich bereits nach wenigen Szenen, welches Geheimnis die Zwei verbindet. Zusätzlich bietet die Handlung noch die politische Intrige als Spannungsfaktor. Die spätestens bei der Auflösung des Plots die Frage aufwirft, ob das alles ist?

Handwerklich hebt mich der Film "Die Bestimmung - Divergent" nicht aus dem Kinosessel. Mir ist nicht klar, ob der Schwerpunkt des Films auf der Liebesgeschichte oder der Entwicklung der Heldin liegen soll? Die laue Optik und die schwachen Leistungen der Darsteller gleichen das maue Drehbuch nicht aus. Ohne jetzt die Leistungen der Schauspieler beurteilen zu wollen, finde ich die Hauptrollen fehl besetzt. Shailene Woodley als Tris überzeugt mich ebenso wenig wie Theo James als Four. Da ich auch den Auftritt von Kate Winslet als befremdlich empfinde, stelle ich die Frage in den Raum, ob Neil Burger als Regisseur eine glückliche Entscheidung ist?

Fazit
"Die Bestimmung – Divergent" bringt vieles mit, was wie eine Erfolgsgarantie klingt. Doch mich lässt die Geschichte nicht mitfiebern. Mein größter Kritikpunkt am Film ist die sterile Umsetzung.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: Divergent
Land: USA
Jahr: 2014
Laufzeit ca.: 92
Genre: DramaScience-Fiction
Stichwort: Coming of Age
Verleih: Concorde Filmverleih
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 10.04.2014
Heimkino: 05.03.2015

Regie: Neil Burger
Drehbuch: Evan Daugherty • Vanessa Taylor

Schauspieler: Shailene Woodley (Tris) • Theo James (Four) • Kate Winslet (Jeanine) • Ashley Judd (Natalie) • Jai Courtney (Eric) • Zoë Kravitz (Christina) • Maggie Q (Tori) • Ray Stevenson (Marcus) • Tony Goldwyn (Andrew) • Miles Teller (Peter) • Ansel Elgort (Caleb) • Mekhi Phifer (Max) • Ben Lloyd-Hughes (Will) • Christian Madsen (Al) • Amy Newbold (Molly)

Produktion: Douglas Wick • Lucy Fisher • Pouya Shahbazian
Szenenbild: Andy Nicholson
Kostümbild: Carlo Poggioli
Kamera: Alwin H. Küchler
Musik: Tom Holkenborg
Schnitt: Richard Francis-Bruce • Nancy Richardson


Bild: Concorde Filmverleih

1 customer review

befriedigend
10.04.14
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