Es ist ein Elch entsprungen

Kinoplakat Es ist ein Elch entsprungen

Obwohl der Film einen weihnachtlichen Titel trägt, ist es ein konventioneller Abenteuer-Film, verpackt als Weihnachts-Film.

Weihnachten ist zum Greifen nahe gerückt und der Weihnachtsmann (Mario Adorf) hat bereits die erste Testfahrt mit seinem Schlitten unternommen. Dazu nutzt er nicht die zickigen Rentiere, sondern den Elch Mr. Moose. Der ist manchmal etwas ungeschickt und so passiert es, dass der Weihnachtsmann abstürzt. Während er selbst in England notlandet, kracht Mr. Moose durch das Dach des Hauses der Familie Wagner. Die staunen nicht schlecht, als plötzlich ein riesiger Elch (Stimme Armin Rohde) in ihrem Wohnzimmer steht. Da es sich um den Elch des Weihnachtsmannes handelt, kann der selbstverständlich sprechen. Während die Familie noch darüber rätselt, was sie mit ihrem seltsamen Gast anstellen sollen, rückt ihnen Vermieter Pannecke (Jürgen Tarrach) auf die Pelle. Der ist leidenschaftlicher Jäger und seine Nase verrät ihm sofort, dass bei den Wagners etwas nicht stimmt, doch im letzten Moment kann Frau Wagner ihn ablenken. Gemeinsam mit ihrer Freundin Gerlinde (Christine Neubauer) überlegt sie nun, was zu tun ist.

Die Lösung naht in Gestalt der Großmutter. Die hat auf ihrer Hinfahrt einen Anhalter aufgelesen, der behauptet der Weihnachtsmann zu sein. Für die Oma (Monika Hansen) kein Grund, ihn nicht unter den Tisch zu trinken. Deshalb landet der angetrunkene Weihnachtsmann in der Psychiatrie. Jetzt können nur noch die Kinder Bertil und Kiki helfen. Aber ach, Mr. Moose hat beim Äsen im Wald das Säckchen mit Milchstraßen-Sternenstaub verloren. Der ist unabdingbar, damit er fliegen kann. Und ausgerechnet Pannecke hat das Säckchen gefunden - und rasch entdeckt, dass der Staub Dinge fliegen lässt. Wie gut, dass Kiki und Bertil eine Idee haben!

Kritik

Von einem Weihnachts-Film für die ganze Familie darf der Zuschauer erwarten, dass er kindgerecht ist und warmherzig - wenn er nicht sogar eine gehörige Portion Kitsch mitbringt. Nun, dieser Film ist kindgerecht, auch wenn die Idee, im Hühnerstall ein Feuerwerk zu zünden, doch Tierquälerei ist. Die Geschichte selbst ist weit gehend stimmig und recht konventionell erzählt: Das Außenseiterkind, die kluge Schwester, der böse Vermieter. Enttäuschend ist allerdings, dass er weder sonderlich warmherzig oder sogar kitschig ist. Anfangs wirkt er ein wenig wie Disney auf Deutsch. Doch schon bald schwenkt die Geschichte zum Abenteuer für Kids um. Erst ganz am Ende versucht die Handlung das Ruder noch einmal herumzureißen, indem der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten durch die Gegend fliegt. Allerdings entspricht der Trick nicht dem derzeitigen Stand. Es sieht einfach nach dem aus, was es ist: Mario Adorf sitzt auf einem Plüsch-Elch und die Häuser unter ihm sind per Trick einkopiert. Außerdem kann er nicht singen und sein Sprechgesang raubt dem Ende den Anflug von weihnachtlichen Gefühlen.

Fazit
"Es ist ein Elch entsprungen" spielt in der Vorweihnachtszeit ohne weihnachtliche Stimmung auszulösen. Es ist ein Film, in den Eltern ihre Kinder alleine gehen lassen können - etwa um in Ruhe nach Weihnachtsgeschenken zu schauen.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Englischer Titel: A Christmoose Carol
Land: Deutschland
Jahr: 2005
Laufzeit ca.: 90
Genre: AbenteuerFamilieWeihnachten
Verleih: Buena Vista
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 03.11.2005
Heimkino: 02.11.2006

Regie: Ben Verbong
Drehbuch: Andreas Steinhöfel • Andreas Bradler

Schauspieler: Mario Adorf (Weihnachtsmann) • Anja Kling (Kirsten Wagner) • Jürgen Tarrach (Pannecke) • Christine Neubauer (Gerlinde) • Joachim Bißmeier (Psychiater) • Armin Rohde (Stimme von Mr. Moose) • Raban Bieling (Bertil Wagner) • Sarah Beck (Kiki Wagner) • Monika Hansen (Oma Wagner) • Gilbert von Sohlern (Pförtner)

Produktion: Ewa Karlström • Andreas Ulmke-Smeaton
Szenenbild: Benedikt Herforth
Kostümbild: Mika Braun
Maskenbild: Peter Bour
Kamera: Jan Fehse
Musik: Ralf Wengenmayr
Schnitt: Alexander Dittner


Bilder: Buena Vista

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