Everest

Kinoplakat Everest

Drama über Bergsteiger, die bei der Besteigung des Mount Everest in Lebensgefahr geraten. Ein Wetterumschwung, fehlende Ausrüstung und die falsche Zeiteinteilung werden ihnen zum Verhängnis.

Auf Tatsachen basierend erzählt der Film vom Aufstieg auf den Mount Everest, der für mehrere Menschen tödlich endet. Doch bevor es losgehen kann, steht die Einführung an. Die Teilnehmer des Aufstiegs werden dem Zuschauer vorgestellt und über die bevorstehenden Strapazen und Gefahren unterrichtet. Somit erhält auch der Zuschauer einen ersten Eindruck von dem, was den Mutigen bevorsteht. Und es steht die Frage im Raum, warum um alles in der Welt sich jemand das antut? Diese Frage beantwortet der Film nicht. So sagt eine Teilnehmerin, sie wolle den Gipfel erklimmen, weil sie bereits sechs der sieben Summits (den jeweils höchsten Berg eines Kontinents) bezwungen hat. Auf ähnlichem Niveau verläuft die restliche Charakterisierung der Personen. Es gibt beispielsweise einen der sich und anderen beweisen will, dass man mit Willenskraft alles schaffen kann. Auch die familiären Verhältnisse etwa zwischen dem Bergführer Jason Clarke (Rob Hall) und seiner schwangeren Frau Jan (Keira Knightley) oder dem großmäuligen Texaner Beck (Josh Brolin) und seiner Familie vermenschlichen das Geschehen kaum. Das führt dazu, dass der Zuschauer trotz der langen Einleitung nur bedingt eine Beziehung zu den Menschen der Handlung aufbauen kann. Es bleibt eine Gruppe von Fremden, die hauptsächlich Belanglosigkeiten austauscht. Manche Sätze werden dabei sogar wiederholt. Später wird sich diese Schwäche des Drehbuchs rächen.

Dann endlich wird der Aufstieg gewagt. Dabei kommen mehrere widrige Umstände zusammen. Der Zeitplan wird nicht eingehalten, das Wetter schlägt um, Nachschub an Sauerstoff fehlt und nicht zuletzt ist der Mount Everest überfüllt. Und hier sind wir wieder bei dem Problem der Distanz. Abgesehen vom fehlenden Bezug, sind die Schauspieler in ihrem Ausdruck stark eingeschränkt. Aus der dicken Kleidung schaut nur das Gesicht heraus. Folglich können sie nur mit dem Gesicht und der Stimme arbeiten. Das viele Gerede wirkt unstimmig, weil ihnen eigentlich der Sauerstoff zum Atmen fehlen müsste. Zudem ist der Tonfall selbst im Angesicht des drohenden Todes auffällig nett. Wie in einer Selbsthilfegruppe wird ständig alles beschönigt und es fehlt, dass jemand einen Kraftausdruck benutzt.

Fazit
Die Katastrophe müssen die Schauspieler transportieren. Da dem Film dies nicht gelingt, bleibt er den atemraubenden Moment schuldig und vermittelt mir das Gefühl dabei zu sein nur bedingt - trotz der schönen Aufnahmen der Natur- und Bergwelt und des gelungen 3D.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: GroßbritannienUSA
Jahr: 2015
Laufzeit ca.: 121
Genre: 3DAbenteuerDrama
Verleih: Universal Pictures International
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 17.09.2015

Regie: Baltasar Kormákur
Drehbuch: William Nicholson • Simon Beaufoy

Schauspieler: Jason Clarke (Rob Hall) • Josh Brolin (Beck Weathers) • John Hawkes (Doug Hansen) • Emily Watson (Helen Wilton) • Jake Gyllenhaal (Scott Fischer) • Martin Henderson (Andy Harris) • Michael Kelly (Jon Krakauer) • Keira Knightley (Jan Hall) • Sam Worthington (Guy Cotter) • Elizabeth Debicki (Caroline MacKenzie) • Robin Wright (Peach Weathers) • Ingvar E. Sigurdsson (Anatoli Boukreev) • Thomas M. Wright (Michael Groom) • Naoko Mori (Yasuko Namba)

Produktion: Tim Bevan • Eric Fellner • Baltasar Kormákur • Nicky Kentish Barnes • Brian Oliver • Tyler Thompson
Szenenbild: Gary Freeman
Kostümbild: Guy Speranza
Maskenbild: Jan Sewell
Kamera: Salvatore Totino
Musik: Dario Marianelli
Schnitt: Mike Audsley


Bilder: Universal Pictures International

vorgeschlagen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen