Geschichten vom Franz

Kinoplakat Geschichten vom Franz

Frei nach den Büchern der österreichischen Autorin Christine Nöstlinger erzählt der Familienfilm von den Problemen eines Schulbuben, der gerne größer, stärker und beliebter wäre.

Der neunjährige Franz hat Probleme. Für sein Alter ist er klein gewachsen und die anderen Kinder seiner Klasse hänseln ihn deshalb. Außerdem rutscht seine Stimme in Höhen, die selbst für einen Knabenchor zu hoch liegen. Heißt: Wenn der Franz wütend ist, dann kommt nur ein Piepsen und Krächzen aus seinem Mund. Die Familie und Franz' beste Freunde Gabi und sein Kumpel Eberhard halten zu ihm. Doch das reicht dem Franz nicht, der lieber zu den angesehenen Kindern der Klasse zählen möchte. Wie er das erreichen kann, verrät der Influencer Hank Haberer, der ein echter Macho ist und allen Unerfahrenen beibringt, wie man einer wird. Franz folgt dem Punkte-Programm des Angebers aus dem Internet und erzielt damit kleine Erfolge. Allerdings droht er mit der Verwandlung zum Alphatier auch seine Freundin Gabi in die Flucht zu schlagen. Die hält wenig von Franz' Allüren und der sieht eines Tages ein, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als den schönen Schein.

Kritik

Der Familienfilm "Geschichten vom Franz" ist ein klassischer Kinderfilm mit modernen Anstrichen. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen typische Kindheitsängste und Sorgen. Franz will seinen Mut beweisen und steigt in den dunklen Keller hinab. Das hat vor ihm noch kein Kind geschafft, denn dort unten lauern Spinnen (mit Giftzähnen) und es wurde dort sogar eine Leiche gefunden. Weitere Themen sind Freundschaft und Familie. Franz erfährt, wer echte Freunde sind und welches die falschen. Er muss seinen Weg finden und das ist der Inhalt des Films.
Nicht alle Punkte der Handlung entsprechen der Jetztzeit, in der der Film spielt. Franz' Vater ist ein moderner Hausmann, der den Haushalt übernommen hat, die Mutter geht arbeiten. Warum Franz' großer Bruder im Jahr 2022 damit ein Problem hat leuchtet nicht ein. Im Gegensatz dazu ist Gabis Familie traditionell organsiert. Wenn Gabis Vater nicht zurückstecken kann zugunsten der Ehefrau, dann scheint das überholt. Franz hat Probleme damit, dass ihn viele für ein Mädchen halten. Ist das im Jahr 2022 mitten in der Genderdebatte noch ein Problem? In die klassische Handlung passen der Influencer und die Smartphones nicht gut. Besser wäre es wohl gewesen, entweder einen altmodischen oder einen entschieden modernen Film zu drehen; der Spagat, der bemüht ist, der Literaturvorlage und dem Produktionsjahr gerecht zu werden, gefällt nicht so recht.

Angenehm am Film ist, dass die Kinder keine Superhelden werden und nicht überzeichnet sind. Nur der Lehrer und die Hausmeisterin sind etwas überhöht. Etwas schade ist, dass die Ausarbeitung ein wenig tiefer gehen könnte. Die angesprochenen Probleme sind überschaubar und es stünde dem Film an mehr Konflikte zu behandeln. So kommen Franz' Freunde etwas kurz. Der gesprochene österreichische Dialekt ist gut verständlich; nur einige wenige Sätze konnte der Kritiker nicht verstehen, deren Inhalt ergab der Sinnzusammenhang.

Fazit
Insgesamt ist der Familienfilm "Geschichten vom Franz" ein sympathischer Film, dessen modern-klassische Handlung auf junges Publikum zielt.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: Österreich
Jahr: 2021
Laufzeit ca.: 79
Genre: FamilieKomödie
Verleih: Wild Bunch
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 14.04.2022

Regie: Johannes Schmid
Drehbuch: Sarah Wassermair

Schauspieler: Jossi Jantschitsch (Franz) • Nora Reidinger (Gabi) • Leo Wacha (Eberhard) • Ursula Strauss (Mama Franz) • Simon Schwarz (Papa Franz) • Philipp Dornauer (Hank Haberer) • Maria Bill (Frau Berger) • Rainer Egger (Zick Zack) • Laurenz Haider (Josef) • Arwen Hollweg (Elfi) • Julia Edtmeier (Mama Gabi) • Anton Noori (Wolferl)

Produktion: Ingo Fliess • Nikolaus Geyrhalter • Markus Glaser • Michael Kitzberger • Katharina Posch • Wolfgang Widerhofer
Szenenbild: Renate Schmaderer
Kostümbild: Leonie Zykan
Maskenbild: Regina Breitfellner • Verena Eichtinger
Kamera: Matthias Grunsky
Musik: Toni Martin Dobrzanski • Marco Wanda
Schnitt: Karin Hammer


Bild: Wild Bunch

1 customer review

Befriedigend
13.04.22
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