Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Kinoplakat Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Meine erste Begegnung mit dem Phänomen, denn die Bücher habe ich nicht gelesen und die erste Verfilmung nicht gesehen. Ohne Vorkenntnisse gehe ich ins Kino.

"Harry Potter und die Kammer des Schreckens" ist solides Effekt-Kino ohne dramatische Höhepunkte oder auffällige Schwächen. Die Handlung im klassischen Sinn wird vernachlässigt, vielmehr leitet die Rahmenhandlung zwischen den vielen Spezialeffekten über.

Harry Potter verbringt die Sommerferien bei seinen Pflegeeltern. Dort wird er von einem Hauselfen gewarnt, er solle nicht nach Hogwarts zurückkehren. Das sieht auch seine Pflegefamilie so, aber Harry wird von seinen Freunden aus dem Haus der fiesen Pflegeeltern befreit. Bei Familie Weasley wird er freundlich aufgenommen, doch ehe die Kinder nach Hogwarts fahren können müssen sie noch Schulbücher kaufen. Bei der Gelegenheit begegnet Harry Gilderoy Lockhart, einem eingebildeten Schönling. Dem Zusammenprall mit dem fiesen Lucius Malfoy misst keiner Bedeutung bei, später erkennt er, dass die Begegnung kein Zufall war.
In Hogwarts wird er mit dem Wirken einer geheimnisvollen Macht konfrontiert. Die Lehrer sind ratlos. Einer Legende nach hat einer der vier Erbauer eine geheime Kammer in die Schule eingebaut, die vor fünfzig Jahren schon einmal geöffnet wurde. Diese ist der Schlüssel zum Rätsel, das Harry Potter dringend lösen muss, denn nur dann kann Hogwarts weiter bestehen. Die Zeit läuft und als Hermine als drittes Opfer von dem unbekannten Gegner versteinert wird, ist es auch in Hogwarts fünf vor Zwölf.

Kritik

Ohne große Umschweife setzt der Film von Anfang an auf ein rasantes Tempo, das ohne Hänger bis ans Ende gehalten wird. Auch der Spannungsbogen trägt den Film über die gesamten 158 Minuten. Dabei konzentriert sich der Film überwiegend auf die Spezialeffekte und auch der Filmtitel wurde für den deutschen Markt dramatisiert. Aus der "Kammer der Geheimnisse" (Chamber of Secrets) wurde die "Kammer des Schreckens".
Offen gesagt, hatte ich mehr Fantasie erwartet. Wäre Hogwarts nicht eine Schule für Zauberer, wäre sie - zumindest im Film - eine alltägliche Penne. Die Figuren entwickeln sich nicht zu eigenständigen Charakteren, ausgenommen der Lehrer für die Abwehr der dunklen Mächte Gilderoy Lockhart, gespielt von Kenneth Branagh. Der Rest der Figuren bleibt in einem undefinierten Bereich hängen. Zudem muss man altkluge Kinder akzeptieren, die schlauer sind als Erwachsene und die Probleme anstatt derer lösen.

Fazit
Wer fantasievolles Kino erwartet, wird vom Film vielleicht enttäuscht sein. Wer sich einfach unterhalten lassen will und Effektkino liebt, wird "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" wahrscheinlich mögen.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: Harry Potter and the Chamber of Secrets
Land: USA
Jahr: 2002
Laufzeit ca.: 158
Genre: AbenteuerFamilieFantasy
Verleih: Warner Bros.
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 14.11.2002
Heimkino: 11.04.2003

Regie: Chris Columbus
Drehbuch: Steven Kloves
Literaturvorlage: Joanne K. Rowling

Schauspieler: Daniel Radcliffe (Harry Potter) • Rupert Grint (Ron Weasley) • Emma Watson (Hermine Granger) • Tom Felton (Draco Malfoy) • Bonnie Wright (Ginny Weasley) • Harry Melling (Dudley Dursley) • David Bradley (Mr. Angus Filch) • Kenneth Branagh (Gilderoy Lockhart) • John Cleese (der fast kopflose Nick) • Robbie Coltrane (Rubeus Hagrid) • Christian Coulson (Tom Riddle) • Warwick Davis (Professor Flitwick) • Richard Griffiths (Vernon Dursley) • Robert Hardy (Cornelius Fudge) • Richard Harris (Professor Dumbledore) • Shirley Henderson (die maulende Myrte) • Jason Isaacs (Lucius Malfoy) • Gemma Jones (Madam Pomfrey) • Miriam Margolyes (Professorin Sprout) • Sally Mortemore (Madam Pince) • Alan Rickman (Professor Snape) • Fiona Shaw (Petunia Dursley) • Maggie Smith (Professorin McGonagall) • Julie Walters (Mrs. Molly Weasley) • Mark Williams (Mr. Arthur Weasley)

Produktion: David Heyman
Szenenbild: Stuart Craig
Kostümbild: Lindy Hemming
Kamera: Roger Pratt
Musik: John Williams
Schnitt: Peter Honess


Bild: Warner Bros.

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