Hunter Killer

Kinoplakat Hunter Killer

Die Vorstellung an Bord eines U-Bootes zu sein, das in die Schusslinie des Gegners gerät, dürfte jedem den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Wenn dann noch der Ausbruch eines Atomkriegs von der Entscheidung weniger Männer abhängt, liegen die Nerven blank.

Es beginnt mit einem Kräftemessen. Tief unter dem Packeis des Polarmeeres sind zwei U-Boote auf Schleichfahrt. Plötzlich explodiert das sowjetische U-Boot und sinkt. Nur Sekunden später wird der amerikanische Verfolger getroffen und auch er sinkt. Das lässt in Amerika und in Russland die Alarmglocken schrillen. Während die alten Militärstrategen schnell auf einen Erstschlag drängen, gibt es in ihren Reihen auch Stimmen, die zu maßvollem und überlegtem Handeln mahnen.

Derweil wird der russische Präsident auf einer Basis von einem Militärputsch überrascht. Einer seiner Generäle reißt die Macht an sich und setzt auf eine offene Konfrontation mit den Amerikanern. Dass er damit den dritten Weltkrieg auslösen kann, nimmt er in Kauf.
Die Amerikaner planen in der Zwischenzeit besonnener zu handeln und schicken Captain Joe Glass (Gerard Butler) mit seiner Crew los, die in ihrem U-Boot vor Ort agieren sollen. Glass lässt es strategisch angehen und beginnt mit der Untersuchung der Wracks. Es gelingt ihm sogar den russischen Kapitän Andropov (Michael Nyqvist) und zwei seiner Männer lebend zu bergen. Der Russe betrachtet seine Lebensretter anfangs als Feinde und muss bald begreifen, dass nur wenn er kooperiert Schlimmeres verhindert werden kann.
Auf die russische Basis sind derweil vier amerikanische Navy SEALs vorgerückt. Sie kundschaften die Lage aus und werden Teil eines halsbrecherischen Plans.

Kritik

Der Film "Hunter Killer" ist ein klassischer Abenteuerfilm mit sanften Anpassungen an den Zeitgeschmack. Ganz traditionell sind Männer die Handelnden, die etwas von ihrem Handwerk verstehen. Ihnen stellt die Story in den USA eine Quotenfrau zur Seite, die ihren Beitrag zum letztlich guten Gelingen leisten darf. Die Rolle der Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika ist so klein, dass man sie ungestraft vernachlässigen darf. Als das Drehbuch entstand, gingen die Autoren wahrscheinlich von Hillary Clintons Wahlsieg aus.
Vom alten Schlag ist auch vieles an der Ausstattung. Der Hörer des Krisentelefons ist feuerrot, ebenso der Knopf zum Abfeuern der Atomraketen. Entsprechend ist auch das Feindbild, das Amerikanern und Russen einen verdeckten kalten Krieg unterstellt, der heimlich im ewigen Eis mit U-Booten ausgetragen wird. Sowie der Umstand, dass die Amerikaner zunächst mehr wissen als die Russen. Sie sind es auch, die den ersten Schritt zur Versöhnung machen. Die Russen dürfen erst später ihren Teil zur russisch-amerikanischen Freundschaft beitragen.
Modern ist die Verwendung von virtueller Realität, die im Jahr 2018 in der Realität noch auf ihren Durchbruch wartet. Zudem ist die drangvolle Enge der klassischen U-Boote einer erstaunlichen Weite gewichen. Auch die Decken sind hoch genug, damit Gerard Butler und Alexander Diachenko sich unter Deck nie bücken müssen. In dem Raum, in dem der russische Kapitän verhört wird, hängen sogar ganz gemütlich Henkeltassen an der Wand. Schade daran ist, dass die Kulisse wie auch die Schauspieler nie das Gefühl von Enge oder Bedrängnis vermitteln. Zudem erstaunt, wie oft Entscheidungen innerhalb von Diskussionsrunden fallen, in denen die Hierarchie eine untergeordnete Rolle spielt und jeder mitreden darf.

Die Männer, allen voran Gerard Butler, nehmen alles bierernst. Das bildet den Ernst der Lage ab, in der der Ausbruch eines dritten Weltkriegs nur um Haaresbreite abgewendet werden kann. Das Schauspiel tritt hinter der Darstellung landläufiger Vorstellungen von Männlichkeit zurück. Schmunzeln kann ich über die archetypische Vorstellung, dass der Captain in seiner Freizeit mit Pfeil und Bogen auf die Jagd geht. Auflockernde Gags fehlen. Unfreiwillig komisch gerät die erste Szene im Mini-U-Boot wenn der Kadett am Steuer fast den Joystick abbricht, weil er mit dem ganzen Körper steuert.

Fazit
Der Film "Hunter Killer" wird seinem Namen gerecht. Ein klassischer, spannender Abenteuer-Action-Film, der die Welt an den Rand des Ausbruchs eines Atomkriegs rückt. Stil und Handlung lassen nicht nur an die Zeit des Kalten Krieges denken, sondern passten auch gut hinein.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: USA
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 122
Genre: ActionSpannung
Verleih: Concorde Filmverleih
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 25.10.2018
Heimkino: -

Regie: Donovan Marsh
Drehbuch: Arne L. Schmidt • Jamie Moss
Literaturvorlage: George Wallace • Don Keith

Schauspieler: Gerard Butler (Captain Joe Glass) • Gary Oldman (CJCS Charles Donnegan) • Corey Johnson (Captain) • Common (RA John Fisk) • Linda Cardellini (Jayne Norquist) • Toby Stephens (Bill Beaman) • Michael Nyqvist (Captain Andropov) • Alexander Diachenko (President Zakarin) • Caroline Goodall (President Dover) • Michael Gor (Admiral Dmitri Durov) • Adam James (Captain Forbes) • Henry Goodman (Senator aus Illinois) • Colin Stinton (Senator aus Iowa)

Produktion: Neal H. Moritz • Toby Jaffe • Gerard Butler • Alan Siegel • Tucker Tooley • Mark Gill • John Thompson • Matt O'Toole • Les Weldon
Szenenbild: Jon Henson
Kostümbild: Caroline Harris
Maskenbild: Lynda Armstrong
Kamera: Tom Marais
Musik: Trevor Morris
Schnitt: Michael J. Duthie


Bild: Concorde Filmverleih

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