Angel has fallen

Kinoplakat Angel has fallen

Mike Banning hat genug Gründe, um seinen Job beim Secret Service an den Nagel zu hängen. Doch er verpasst den Absprung, den richtigen Moment um mit seiner Frau darüber zu reden respektive mit dem Präsidenten, dessen Leben er schützt. Nur um Haaresbreite kann er ein Attentat auf den mächtigsten Mann der Welt verhindern und gilt fortan als Haupttäter, weil alle Beweise gegen ihn sprechen. Mike muss jetzt seine Unschuld beweisen und die wahren Täter dingfest machen. Dazu zieht er eine breite Schneise der Verwüstung.

Kritik

Nach "London has fallen" gerät Gerard Butler als Mike erneut in die Schusslinie. "Angel has fallen" ist ein Film für Jungs jeden Alters. Er bietet viel Action, Technik und transportiert ein eigenwilliges Bild von Männlichkeit, das in erster Linie aus Schießen und Töten besteht und den Mann als Kumpel zeigt. Mit Gefühlen können Männer nicht so gut umgehen und sind trotzdem bemüht gute Väter zu sein - auch wenn das Leben ihnen das schwer macht. Sehenswert ist der Film für alle, die Gerard Butler in dieser Rolle schätzen. Ähnlich hatte er in "Hunter Killer" und in "Criminal Squad" gespielt. Mehr dazu in der Kritik.

Das Szenenbild setzt auf Schauwerte, wie etwa die Zurschaustellung von Technik. Der Bösewicht betreibt eine Sicherheitsfirma auf einem ehemaligen Militärgelände. Treffen finden im Hangar oder auf dem Rollfeld statt. Beim Attentat kommen Drohnen zum Einsatz und unter den Bösen auch ein Hacker, der die Computernetzwerke der Guten lahmlegt.

Eine richtig große Materialschlacht bietet der Film nicht. Wenn es kracht und knallt, dann gibt es in der Regel Feuerbälle zu sehen, Fahrzeuge werden nur selten in die Luft gejagt. Es tut dem Film keinen Abbruch, dass die Effekte aus der bezahlbaren Ecke stammen. Männer will der Film mit der Zurschaustellung von Technik ansprechen.

Der Einsatz von technischem Gerät nutzt den bösen Buben allerdings nicht viel, weil die menschliche Kampfmaschine Mike am Ende die Oberhand behält und nicht nur sein eigenes Leben rettet, sondern auch das des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Der wird ausgesprochen souverän von Morgan Freeman gespielt und hat als einziger im Film eine halbwegs vernünftige Menschenkenntnis. Er hält Mike für unschuldig, obwohl das FBI ihn in den Medien bereits als Schuldigen darstellt. Dessen ausführende Ermittlerin geht bei ihren Nachforschungen derart dämlich vor, dass sie wegen Dummheit mit dem Tod bestraft werden muss. Mit ihrer Wollmütze (Modell: Hood) soll junges Publikum angesprochen werden. Während die Action von den alten Herren gespielt wird. Gerard Butler und Danny Huston übernehmen die Hauptrollen, derweil Nick Nolte in der Rolle des Vaters beweist, erstaunliche Tricks der Selbstverteidigung zu beherrschen. Die absurde Szene im Wald treibt die Zahl der Toten (den Bodycount) in schwindelnde Höhen. Eingefangen wurde das Geschehen von einer unruhigen Kamera, die die Anspannung der Männer gut transportiert und den Zuschauer nerven kann.

Von Logik und Raffinesse sieht der Plot ab. Die Story setzt auf wenige Bausteine. Es gibt zu Filmbeginn zwei Kumpel, den Präsidenten und den Vizepräsidenten. Mike arbeitet für den Secret Service und sein Kumpel Wade klagt über die schlechte Auftragslage. Die könnte sich bessern, würde der Präsident private Sicherheitsfirmen beauftragen. Was er nicht vorhat. Nun müssen Umstände herbeigeführt werden, die man sich schnell an wenigen Fingern abzählen kann. Den Präsidenten umbringen, damit der Vizepräsident regieren kann und Aufträge vergeben. In diesem Plan ist Mike der Sündenbock. Auch das schadet dem Film kaum, weil er nicht mit einem Ratespiel punkten will, sondern Mike Action machen lassen. Das stellt Gerard Butler mit gewohnt brachial dar, wobei manche Szenen überlang ausgestaltet sind; etwa die Flucht mit dem LKW.

Streng logisch wird das Vorgehen niemand betrachten wollen. Der Firma des Bösen gehen die Männer nicht aus, wenngleich sie wie die Fliegen sterben und sie kämpfen weiter, obwohl schon alles verloren ist. Das FBI klagt Mike ohne Verurteilung öffentlich an. Einige Klischees hätte die Handlung uns ersparen können. So hat Mike in erster Linie deshalb ein Kind, damit das im richtigen Moment heulen kann, als würde es am Spieß gebraten.

Fazit
Dem Film "Angel has fallen" gelingt es trotz einiger Schwächen kein schlechter Film zu sein, sondern durchaus sehenswert für Männer.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: USA
Jahr: 2019
Laufzeit ca.: 96
Genre: ActionKrimi
Verleih: Universum Film
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 29.08.2019
Heimkino: -

Regie: Ric Roman Waugh
Drehbuch: Katrin Benedikt • Robert Mark Kamen • Creighton Rothenberger

Schauspieler: Gerard Butler (Mike Banning) • Piper Perabo • Morgan Freeman (Allan Trumbull) • Jada Pinkett Smith • Lance Reddick (Gentry) • Nick Nolte (Clay Banning) • Tim Blake Nelson (Vice President Kirby) • Danny Huston (Wade Jennings) • Chris Browning (Militia Man) • Michael Landes (Sam Wilcox) • Sophia Del Pizzo (New Age Instructor) • Joseph Millson (Agent Ramirez) • Sapir Azulay (Agent Peterson)

Produktion: Gerard Butler • Mark Gill • Matt O'Toole • Matthew O'Toole • Alan Siegel • John Thompson • Les Weldon
Szenenbild: Russell De Rozario
Kostümbild: Stephanie Collie
Maskenbild: Lynda Armstrong
Kamera: Jules O'Loughlin
Musik: David Buckley
Schnitt: Gabriel Fleming


Bild: Universum Film

1 customer review

befriedigend
25.08.19
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