Hellboy - Call of Darkness

Kinoplakat Hellboy Call of Darkness

Angesichts der vielen Comic-Verfilmungen der letzten Jahre hat er tatsächlich gefehlt: Hellboy, der Streiter für das Gute, der aus der Hölle kam. Nach den Verfilmungen unter der Regie von Guillermo del Toro war es ruhig geworden. 2019 kommt eine weitere Umsetzung der Comics ins Kino mit anderer Gewichtung: Weniger Freakshow und mehr Action.

Hellboys Geschichte beginnt lange vor seinem Auftreten auf der Erde. In grauer Vorzeit gelang es einem tapferen Streiter die unsterbliche Blutkönigin die Hexe Nimue in mehrere Teile zu zerschlagen. In der Jetztzeit besteht Plan die Körperteile von Nimue wieder zu vereinen, damit sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzen kann die Herrschaft der bösen Kreaturen herbeiführen. Noch besser wäre es, wenn die Apokalypse hereinbrechen würde, die eigentlich Hellboy auslösen sollte. Doch der ist von seinem Ziehvater bekehrt worden und kämpft für die Guten. Allerdings wurde so mancher Mann bereits von einer betörenden Frau auf den falschen Weg gelockt.

Kritik

Hellboy ist kein Unbekannter auf der Kinoleinwand. Nach den Filmen "Hellboy (2004)" und "Hellboy - Die goldene Armee (2008)" war Schluss mit den Jungen aus der Hölle. 2019 tritt eine neue Mannschaft an. Ron Perlman (Jahrgang 1950) ist mittlerweile ein bisschen zu alt für die Rolle und überlässt es dem 25 Jahre jüngeren David Harbour den Dämon zu verkörpern, der mit Jahrgang 1975 auch kein Jungspund mehr ist.

Hellboy hat einen Vaterkomplex und liegt mit seinem Ziehvater Professor Bruttenholm (Ian McShane) im Dauerstreit, der seinen Ursprung darin findet, dass der Vater den Sohn nicht immer frei kämpfen lässt und Hellboy nicht so erwachsen auftritt, wie er es sollte. Beide arbeiten für die "Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen" und ahnen nicht, welche Tragweite der aktuelle Auftrag entwickeln wird. Zunächst scheint die Mission klar: eine Reise nach Großbritannien und die Vernichtung einer Hexe. Der Ausflug zieht Kreise und weitere Personen treten der Handlung bei, auch eine kurze Erklärung über Hellboys Abstammung kommt vor.

Die Handlung ist als langer Kampf inszeniert, Filmblut fließt in den meist brutalen Szenen gleich literweise. Die Story ist unterfüttert mit brachial flapsigem Humor. So bemerkt Hellboy über die ermordete Seherin lapidar: "Sie war nicht gut." Die Dialoge entsprechen einer Comic-Verfilmung und veralbern gerne beliebte Motive. Die Story wildert in bekannten Mythen und Märchen und mixt daraus ihre eigene Geschichte. Die Thematik der Pubertät durchzieht den gesamten Film und deutet an, welche Zielgruppe "Hellboy - Call of Darkness" anvisiert: weniger die alten Hasen, als junges Publikum.

Das Szenenbild ist meist düster gehalten und der rauen Handlung angepasst. Die ersten Minuten sind schwarz-weiß, was gut zur Handlung passt, weil sie in der Zeit der Ahnen spielt. Die Darsteller vollbringen keine Meisterleistungen - was dem Film keinen Abbruch tut, denn es sind feststehende Charaktere. Die Dialoglast überrascht ein wenig bei einer Comic-Verfilmung.

Fazit
Hellboy ist ein rauer Geselle und die Handlung hat dementsprechend Ecken und Kanten und ist nicht weichgespült. Das gefällt mir. Auch der respektlose Humor passt gut in den Film. An dem Ursprung des Höllenjungen kann man nichts ändern - wenngleich die Darstellung von Nazis mittlerweile abgedroschen ist. Alles in allem macht der Film Laune und unterhält.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Alternativtitel: Hellboy – Call of Darkness
Land: USA
Jahr: 2019
Laufzeit ca.: 121
Genre: AbenteuerActionComicFantasy
Verleih: Universum Film
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 11.04.2019
Heimkino: 23.08.2019

Regie: Neil Marshall
Drehbuch: Andrew Cosby
Literaturvorlage: Mike Mignola

Schauspieler: David Harbour (Hellboy) • Ian McShane (Professor Bruttenholm) • Milla Jovovich (Nimue) • Daniel Dae Kim (Ben Daimio) • Penelope Mitchell (Ganeida) • Sasha Lane (Alice Monaghan) • Thomas Haden Church (Lobster Johnson) • Sophie Okonedo (Lady Hatton) • Brian Gleeson • Kristina Klebe (Leni Riefenstahl) • Alistair Petrie • Ashley Edner (Agent Taylor)

Produktion: Lawrence Gordon • Lloyd Levin
Szenenbild: Paul Kirby
Kostümbild: Stephanie Collie
Maskenbild: Joel Harlow • Yana Stoyanova
Kamera: Lorenzo Senatore
Musik: Benjamin Wallfisch
Schnitt: Martin Bernfeld


Bild: Universum Film

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