Black and Blue

Kinoplakat Black and Blue

Der Polizei-Dienst in New Orleans ist hart. Nicht immer sind die Dinge so wie sie scheinen. Alicia ist seit wenigen Wochen ein Cop und voller Ideale. Sie trägt eine Body-Cam, die ihr zum Verhängnis wird, als sie einen Mord filmt.

Alicia West lebt nicht im besten Viertel und bekommt das immer wieder zu spüren. Sie hat trotzdem etwas aus ihrem Leben gemacht, war als Soldatin in Afghanistan und arbeitet jetzt für die Polizei. Eines Tages übernimmt sie die Schicht ihres Kollegen und fährt mit einem anderen Kollegen Streife. Der verschwindet in einer stillgelegten Fabrik und kurz darauf sind Schüsse zu hören. Alicia setzt ihm nach, schaltet die Body-Cam ein und filmt in der Fabrik die Hinrichtung eines Drogendealers durch korrupte Polizisten. Die machen Jagd auf sie, weil sie verhindern wollen, dass Alicia den gefilmten Beweis in den Polizei-Computer hoch lädt. Eine atemlose Verfolgungsjagd durch das Viertel beginnt.

Kritik

Bereits in den ersten Minuten stellt das Krimi-Drama seinen Stil vor. Das Szenario ist diesig bis bleiern, es herrscht eine niedergedrückte Stimmung. Die Weißen sind an der Macht und lassen das die Schwarzen spüren. Alicia steht zwischen den Fronten, denn sie ist eine Schwarze, die für die weiße Staatsgewalt arbeitet. Sie glaubt daran, etwas ändern zu können. Der Titel "Black and Blue" spielt auf ihre Situation an. Alicia ist black and blue in dem Sinn, dass sie ihre blaue Uniform sie als Cop ausweist und sie fühlt sich schlecht (blue), weil sie zwischen den Fronten steht. Einen Ausbau erfährt der interessante Ansatz leider nicht. Die meiste Zeit hetzt die Heldin durch die Hood und versucht entweder Hilfe oder ein Versteck zu finden. Es ist allerdings keine Überraschung zu sehen, wer auf ihrer Seite steht und wer nicht. Gelungen ist die Wendung, in der ein Teil der Jäger ihre einstigen Verbündeten zu jagen beginnt.

Auf einen Ausbau der Konflikte legt der Film ebenfalls wenig Wert. Anstatt die Problematiken zu vertiefen, werden wenige Konflikte wiederholt angesprochen. Die weißen Cops sind in der Mehrzahl korrupt und Schwarze dealen mit Drogen. Die spannende Frage, wer mit wem paktiert, interessiert den Plot kaum. Viel Raum bekommen die Schießereien, in denen wahllos geschossen wird. Die Kamera fängt interessante Bilder ein, die Totalen sind sehenswert. Der Blick durch eine Überwachungskamera erfolgt zu oft.

Fazit
In "Black and Blue" geschehen die Dinge Schlag auf Schlag. Dadurch bleiben die Inhalte und Figuren grob umrissen und die Chance eine Frau als Heldin aufzubauen ist verschenkt. Die Überzeichnungen und die Klischees sind dem Gesamteindruck abträglich. Es macht den Eindruck, als sei der Film mit einer Vision entstanden. Dass die Ausführung jemandem einen Gefallen tut darf leider bezweifelt werden.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: USA
Jahr: 2019
Laufzeit ca.: 108
Genre: ActionDramaKrimi
Verleih: Sony Pictures
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 14.11.2019

Regie: Deon Taylor
Drehbuch: Peter A. Dowling

Schauspieler: Frank Grillo (Terry Malone) • Naomie Harris (Alicia West) • Mike Colter (Darius) • Reid Scott (Kevin) • Tyrese Gibson (Milo Jackson) • Beau Knapp • Nafessa Williams (Missy) • Kenneth Kynt Bryan (Freund) • Michael Papajohn (SRT Leader) • Nelson Bonilla (Officer Doyle) • James Moses Black (Deacon Brown) • Deneen Tyler (Captain Regina Hackett)

Produktion: Sean Sorensen
Szenenbild: Frank Zito
Kostümbild: Lauren Bott
Maskenbild: Courtney Lether
Kamera: Dante Spinotti
Musik: Geoff Zanelli
Schnitt: Peck Prior


Bild: Sony Pictures

1 customer review

befriedigend
01.11.19
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vorgeschlagen

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