Code 8

DVD Code 8

Auf eine Weise anders zu sein als der Rest der Menschen ist für die Betroffenen oft ein Fluch. Egal ob es um die Sexualität, Hautfarbe oder eine Behinderung geht. Im Film kämpfen Mutanten um Anerkennung, die bestenfalls als Tagelöhner einen Job finden. Connor ist einer von ihnen und er braucht dringend Geld, das auf legalem Weg nicht zu beschaffen ist.

Mutanten haben einst Lincoln City erbaut. In der Gegenwart haben die Menschen das vergessen und es ist eine Diskussion darüber im Gange, wie mit superbegabten Menschen zu verfahren ist. Teil dieser Diskussion ist Connor, der Strom absorbieren kann und Stromstöße austeilen. Seine Mutter ist wenig glücklich über die besonderen Fähigkeiten und bittet Connor unauffällig zu bleiben. Doch weil sie krank ist und die Operation unbezahlbar, sucht Connor nach einem Weg viel Geld zu verdienen. Das verspricht ihm ausgerechnet eine Bande von Dieben, in der Mutanten mit Spezialfähigkeiten ihre Kräfte ausnutzen, um gegen die Gesetze des Polizeistaats zu verstoßen. Connor zögert nicht.

Kritik

Mutanten haben den großen Vorteil, dass ihre Andersartigkeit eine große Themenvielfalt bietet, von denen der Film "Code 8" nur wenige nutzt. So ist die Ablehnung der Andersartigkeit durch die Gesellschaft ein Thema. Es steht die Frage im Raum, wie Menschen ihre Kräfte einsetzen. Ob sie ein ehrliches oder ein unehrliches Leben führen wollen. Und wer die Verantwortung für die Gesellschaft trägt. Spannende Fragen, die leider allesamt nur angerissen werden. Auch nicht vertieft wird der Themenkomplex der neuartigen Droge, die aus dem Rückenmark der Mutanten gewonnen wird.

Dasselbe gilt für die auftretenden Personen. Connor hat außer zu seiner Mutter zu niemanden eine Beziehung. Keine Freunde, keine Arbeitskollegen, keine Nachbarn. Leider ist selbst das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn nur angekratzt. Connor liebt seine Mutter abgöttisch und es kommen die Szenen vor, die einem bei dem Thema als Erstes in den Sinn kommen. Beispielsweise hortet Connor Geld und die Mutter entdeckt es eines Tages. Das klärende Gespräch reißt nach wenigen Sätzen ab. Connor ist insgesamt blass und sympathisch.
Es treten der redliche und der unredliche Polizist auf, die Partner sind. Doch aus dem Duo bezieht der Film keine Spannung. Auch der Umstand, dass der gute Cop eine Mutanten-Tochter hat, ist nicht Teil der Handlung. Insgesamt macht die Erzählung den Eindruck, dass es bei Grundsätzlichem bleibt. Das ist schade, weil der Film Potenzial hat.

Die Dialoge sind meist Einzeiler, denen es an Markanz fehlt. Wenn nach einem fast missglückten Überfall Maddy sinngemäß sagt: "Das war knapp!", dann darf man schmunzeln, denn das hat man auch selbst gesehen. Die Schauspieler transportieren wenig, weil ihnen der Raum zur Entfaltung fehlt. Sie sind feststehende Charaktere ohne Weiterentwicklung. Was sie verbindet und wie sie zueinander stehen ist nur im Fall von Connor und seiner Mutter ein Thema. Wenn Connor zur Bande stößt, dann sorgt das kaum für Bewegung innerhalb des Gefüges und Connor muss seinen Platz in der Hierarchie auch nicht erstreiten. Somit kommt dem Zusammenspiel der Schauspieler untereinander fast keine Bedeutung zu.

Das Szenenbild von Lincoln City ist stimmig. Eine bestimmte zeitliche Festlegung fehlt, die Stadt steht für viele Städte dieser Welt. Die Spezialeffekte sind weder schlecht noch gut. Ständig kreisen riesige Drohnen über der Stadt, die alle groß und schwarz sind. Befehligt werden sie von einer Frauenstimme, die anscheinend 24 Stunden täglich im Dienst ist. Wegen des übermäßigen Einsatzes des Effekts nutzt dieser ab.

Fazit
Der Film "Code 8" erzählt eine Geschichte, die man so oder ähnlich schon oft gesehen hat. Das tut der Sache keinen Abbruch. Für ein aus Crowdfunding entstandenes Projekt ist es beachtlich. Schade ist nur, dass das Besondere wenig Beachtung findet und mit etwas mehr Mühe ein richtig guter Film hätte entstehen können.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: Kanada
Jahr: 2019
Laufzeit ca.: 98
Genre: ActionDramaKrimiScience-Fiction
Verleih: Koch Media
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Heimkino: 30.01.2020

Regie: Jeff Chan
Drehbuch: Chris Pare • Jeff Chan

Schauspieler: Kari Matchett (Mary Reed) • Robbie Amell (Connor Reed) • Lawrence Bayne (Big Joe) • Jai Jai Jones (Travis) • Alex Mallari Jr. (Rainer) • Shaun Benson (Dixon) • Sung Kang (Park) • Aaron Abrams (Davis) • Martin Roach (Captain Milltown) • Stephen Amell (Garrett) • Laysla De Oliveira (Maddy) • Vlad Alexis (Freddie) • Simon Northwood (Rhino) • Peter Outerbridge (Cumbo) • Sarah Hödlmoser (Copperhead) • Greg Bryk (Marcus Sutcliffe) • Kyla Kane (Nia)

Produktion: Jeff Chan
Szenenbild: Chris Crane
Kostümbild: Bernadette Croft
Maskenbild: Stephanie Nash
Kamera: Alex Disenhof
Musik: Ryan Taubert
Schnitt: Paul Skinner


Bild: Koch Media

1 customer review

befriedigend
24.06.20
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