District 9

Kinoplakat District 9

Was würde wohl geschehen, wenn Außerirdische nicht auf die Erde kämen, um die Menschheit zu versklaven, sondern um Asyl bäten? Vielleicht errichtete die Regierung tatsächlich ein riesiges Auffanglager. Aber was, wenn 20 Jahre lang nichts anderes geschähe, als zu debattieren und die unfreiwilligen Gäste vor sich hin vegetieren zu lassen? Wann würde die Situation eskalieren? Diese brenzlige Situation untersucht der Film in einer Art Dokusoap.

Vor Jahren schwebte ein gigantisches Raumschiff über Johannesburg ein und nichts passierte. Die Regierung wartete vergeblich auf eine Alieninvasion. Nach dem Einbruch in das Raumschiff wurde das warum schnell klar: Die gesamte Besatzung war in einem erbärmlichen Zustand. Man beschloss die Aliens zunächst in einem Reservat, dem District 9, einzupferchen und dann weiterzusehen.

In der Jetztzeit dauert der Zustand an. Es wurde viel debattiert, aber die Aliens leben weiterhin wie Tiere in einem Slum. Mittlerweile hat man zwar eine eigene Firma gegründet, die für die moderne Form der Apartheid zuständig ist, doch die MNU (Multi-National United) sorgt nicht für das Wohl der Gäste, sondern versucht herauszufinden, wie die Menschen ihre Technologie und insbesondere ihre Waffen nutzen können. Doch nur wer Alien-DNA besitzt, kann die Alien-Waffen abfeuern.

Der aktuelle Beschluss lautet die 1,8 Millionen Aliens in ein neues Reservat zu verlegen. Der Leiter dieser Aktion ist Wikus von der Merwe (Shalto Copley). Der nimmt die Beförderung zum Anlass, den Zuschauer wie bei einer Liveübertragung mitzunehmen. Überschwänglich erzählt er vom Leben im "District 9". Gibt den Aliens gegenüber den netten Onkel, der von der fürsorglichen Regierung geschickt wurde - scheut dennoch nicht davor zurück, die Aliens wie Tiere im Zoo vorzuführen. Sein mangelnder Respekt und seine Distanzlosigkeit führen ihn dazu einen Behälter zu öffnen, der eine schwarze Flüssigkeit enthält. Damit besudelt Wikus nicht nur seine Kleidung, sondern besiegelt auch sein Schicksal.

Aus Wikus wird langsam ein Alien, als Erstes wachsen ihm eine Hand und ein Arm. Und der Hybrid gerät zwischen die Fronten. Die MNU jagt ihn, weil seine DNA Informationen menschlichen wie außerirdischen Ursprungs enthält. Er flieht und versteckt sich im District 9. Dort schmieden die hellen Köpfe unter den Aliens seit 20 Jahren einen Fluchtplan, den Wikus zunächst zunichtemacht, um dann zum Hoffnungsträger zu werden.

Kritik

Der Anfang des Films "District 9" ist wie eine Live-Reportage aufgezogen. Ein Kamerateam begleitet Wikus, einen Angestellten der MNU, bei seiner Arbeit und fängt das Geschehen vor Ort mit einer wackeligen Handkamera ein. In diese Aufnahmen werden Szenen gestreut, in denen ehemalige Kollegen und Wikus' Ehefrau zu Wort kommen. Später geht die Handlung zunächst etwas ruhiger weiter und mündet in deftige Action.

Die Vermischung aus Dokusoap, Spielfilm und Action gefällt mir grundsätzlich. Was ich vermisse ist der letzte Schliff. Die Logik wirft Fragen auf: Wozu eine Fähre bauen, wenn das Mutterschiff einen Traktorstrahl aussenden kann? Und weshalb nutzen die Aliens ihre überlegenen Waffen nicht, um aus der Gefangenschaft auszubrechen?
Hinsichtlich der Gewichtung finde ich den Anfang zu lang. Ich wünschte, die Action ginge früher an. Und dann, wenn die Action losgeht, kracht und knallt es nur noch. Ich will jetzt nicht sagen ohne Sinn und Verstand. Doch es geht in die Richtung.

Fazit
Dem Film "District 9" stünde etwas mehr Feinschliff an. Die Grundidee gefällt. Die Logik ist etwas löchrig.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: KanadaNeuseelandSüdafrikaUSA
Jahr: 2009
Laufzeit ca.: 112
Genre: ActionKrimiScience-FictionThriller
Verleih: Sony Pictures
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 10.09.2009
Heimkino: 08.04.2010

Regie: Neill Blomkamp
Drehbuch: Neill Blomkamp • Terri Tatchell

Schauspieler: Sharlto Copley (Wikus Van De Merwe) • Jason Cope (Grey Bradnam) • Nathalie Boltt (Sarah Livingstone) • Sylvaine Strike (Dr Katrina McKenzie) • Elizabeth Mkandawie (Interviewerin) • John Sumner (Les Feldman) • William Allen Young (Dirk Michaels) • Greg Melvill-Smith (Interviewer) • Nick Blake (Francois Moraneu) • Morena Busa Sesatsa (Interviewerin) • Themba Nkosi (Interviewer) • Mzwandile Nqoba (Interviewer)

Produktion: Carolynne Cunningham • Peter Jackson
Szenenbild: Philip Ivey
Kostümbild: Dianna Cilliers
Maskenbild: Leon von Solms
Kamera: Trent Opaloch
Musik: Clinton Shorter
Schnitt: Julian Clarke


Bild: Sony Pictures

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