Kops

Kinoplakat Kops

Provinzposse über eine unterforderte Polizeiwache auf der unterbelichtete Kops ihren Dienst tun.

Im schwedischen Högsboträsk herrscht tote Hose. Streifenpolizist Jacob (Fares Fares) gelingt es einfach nicht eine Frau zu finden. Seine Blind Dates erweisen sich allesamt als Schläge ins Wasser. Und das, obwohl er wirklich alles gibt. Seine drei Kollegen haben andere Probleme. Agneta (Sissela Kyle) will in der Mittagspause von ihrem Mann, der gleichzeitig auch ihr Arbeitskollege ist, hören, dass er sie liebt. Lasse (Göran Ragnerstam) nuschelt etwas von Liebe, doch Agneta reicht das nicht. Benny (Torkel Petersson) versucht das Quartett mit Selbstgemachtem bei Laune zu halten. Mal gibt es Zimtschnecken oder zur Feier des Tages Stirnbänder, die er selbst gestrickt hat. Als alle vier auf der Wache ihre Stirnbänder angelegt haben - und damit wie komplette Vollidioten aussehen - kommt Jessica Lindblat (Eva Röse) in den Raum. Jacob erkennt in ihr die Frau wieder, die er am Abend zuvor einigermaßen erfolgreich becirct hat, doch jetzt ist sie im Dienst und hat schlechte Nachrichten. Das Polizei-Hauptquartier wird die Wache schließen, weil es im Ort keine Kriminalität gibt. Benny versucht das durch die erfolgreiche Vorbeugung der örtlichen Polizei zu rechtfertigen, doch seine Argumente überzeugen nicht.
Aus Wut legt er bei der nächsten Streife eine Vollbremsung hin und zertrampelt einen Mülleimer. Seine Kollegen entdecken die Tat und schließen messerscharf auf Vandalismus - zumal am Tatort eindeutige Bremsspuren zu finden sind. Das nächste Verbrechen ist ein Ladendiebstahl im örtlichen Tante-Emma-Laden. Der Besitzer hat zwar nichts bemerkt, weil er zur Tatzeit auf dem Klo saß, aber die Polizisten überzeugen ihn eine Anzeige aufzugeben. Als dann noch versehentlich die Würstchenbude abfackelt, ist für die Polizisten klar, eine Bande treibt ihr Unwesen in der Gegend. Und mit deren Auftauchen steigt die Kriminalitätsrate steil an.

Kritik

Mit "Jalla! Jalla!" lieferte Josef Fares bereits eine absurde Komödie ab. Schnell geht es immer noch nicht zu. Der Film beginnt wie ein Werbespot für einen amerikanischen Whisky. Doch dann sagt Benny über die Filmmusik: "Was ist das für Kackmusik?". Und schon ist man mitten drin im absurd herben Humor.
Agneta fragt Jessica unvermittelt ob sie fände, dass sie hängende Brüste hat. Immerhin wirft ihr Mann Lasse ihr das vor. Benny, der schwule Streifenpolizist, flüchtet sich in Tagträume à la Hollywood. Natürlich hat er immer den passenden Spruch auf den Lippen, bringt aber den Nachbarsohn zur Verzweiflung, weil er den Dialekt nicht richtig hinkriegt. Der Telefonist der Polizeiwache umarmt den Einsatzleiter des Sondereinsatzkommandos etwas zu herzlich. Nachdem die Würstchenbude versehentlich abbrennt, stehen die Polizisten vor dem großen Problem, nicht zu wissen, wo wie nun mittags essen sollen. Die Bewohner des Dorfes verhalten sich absonderlich. Weiterhin überdreht Regisseur Josef Fares die Charaktere geschickt und setzt auf Situationskomik.
Stellenweise fehlt es dem Film an Niveau. Das Gezanke von Agneta und Lasse wird schon mal geschmacklos. Die Handlung gerät ins Schlingern. Doch bei Szenen wie der Flucht von Benny und Jacob könnte man sich in die Hose machen vor Lachen. Der Humor von "Kops" ist sicherlich einer, den man mögen muss. Doch wer's mag, der wird zu lachen haben.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: Schweden
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 90
Genre: Komödie
Verleih: Solo Film Verleih
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 13.11.2003
Heimkino: 17.06.2004

Regie: Josef Fares
Drehbuch: Josef Fares • Mikael Håfström • Vasa

Schauspieler: Fares Fares (Jacob) • Torkel Petersson (Benny) • Göran Ragnerstam (Lasse) • Sissela Kyle (Agneta) • Eva Röse (Jessica) • Christian Fiedler (Folke) • Erik Ahrnbom (Håkan) • Harry Goldstein (Göran) • Michael Fares (Mike) • Viktor Friberg (Janne) • Jan Fares (Mikes Vater) • Yngve Dahlberg (Gunnar)

Produktion: Anna Anthony
Szenenbild: Josefin Åsberg
Kostümbild: Denise Östholm
Maskenbild: Jessica Simonsson
Kamera: Aril Wretblad
Ton: Niclas Merits
Musik: Daniel Lemma • Bengt Nilsson
Schnitt: Andreas Jonsson • Michal Leszczylowski


Bild: Solo Film Verleih

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