Nathalie

Kinoplakat Nathalie

Aus der Frage der Treue, wird französisches Kino, das seinen Darstellerinnen huldigt.

Da Catherine (Fanny Ardant) den Treue-Versprechen ihres Ehemannes Bernard (Gérard Depardieu) keinen Glauben mehr schenken mag, konfrontiert sie ihn mit Nathalie (Emmanuelle Béart). Die Prostituierte stellt den Seitensprung erprobten Bernard auf eine Probe. Für die Amouren mit der angeblichen Studentin bezahlt Catherine. Im Gegenzug erzählt Nathalie in konspirativen Treffen haargenau, was in den besonderen Stunden passiert. Die betrogene Ehefrau lauscht dabei in einer Mischung aus Faszination und Leid. Ihre Motivation ist für den Zuschauer nicht hundertprozentig eindeutig, aber darum geht es dem Film auch nicht. Ob Catherine hofft, ihren Mann neu kennenzulernen oder die erotische Komponente ihrer Ehe wiederzubeleben ist zweitrangig. Im Vordergrund des Geschehens stehen die zwei Frauen. Eine gutbürgerliche Ärztin, gefangen in Routine und eine Prostituierte, die ihren Beruf satthat. Wobei sie mehr verbindet, als im Beruf teilnahmslos zu agieren.

Kritik

Es fällt schwer das, was zwischen den Frauen erwächst, in Worte zu fassen. Es sind die Gesten, Blicke und Betonungen (wobei die verbalen Nuancen wahrscheinlich der deutschen Synchronfassung zum Opfer fallen werden). Das fein tarierte Spiel der Darstellerinnen lässt erahnen, wohin der Konflikt steuert – doch das Ende wartet mit einer Überraschung auf. Allerdings ist die Lauflänge von 105 Minuten für den Stoff zu lang geraten. Eine kürzere Fassung hielte den Spannungsbogen besser.

Sowohl das Filmplakat wie der Untertitel "Wen liebst du heute Nacht?" führen in die Irre. Der Film thematisiert weder eine Dreiecks-Geschichte, noch sind Nathalies Schilderungen ungebührlich erotisch. Anne Fontaine (Drehbuch und Regie) inszeniert ein eigenwilliges, sehr französisches Porträt zweier Frauen. Emmanuelle Béart verkörpert Sünde und Verführung, während Fanny Ardant den erfahrenen Vamp spielt. Dabei muss billigend in Kauf genommen werden, dass die Regisseurin rauchende Frauen offenbar für erotisch verschlagen hält. Einen Großteil der Erzählung steht verbal ein Mann im Mittelpunkt des Geschehens, doch Gerard Depardieus Zutun ist auf eine Nebenrolle beschränkt. Die eigentliche Geschichte handelt von den Hauptdarstellerinnen. Spannung gebend ist das feine Netz aus Lüge und Intrige, welches es zu durchschauen gilt.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: FrankreichSpanien
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 105
Genre: Spielfilm
Verleih: Concorde Filmverleih
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 05.08.2004
Heimkino: 09.02.2005

Regie: Anne Fontaine
Drehbuch: Anne Fontaine • Jacques Fieschi • François-Olivier Rousseau

Schauspieler: Fanny Ardant (Catherine) • Emmanuelle Béart ( Nathalie) • Gérard Depardieu (Bernard) • Wladimir Yordanoff (François) • Judith Magre (Catherines Mutter) • Rodolphe Pauly (Sohn) • Évelyne Dandry (Wirtin) • Ari Päffgen (Mann) • Aurore Auteuil (Patientin) • Idit Cebula (Ghislaine) • Sacha Rukavina (Marianne) • Macha Polikarpova (Ingrid) • Marie Adam (Sekretärin) • Sophie Séfériadès (Patientin) • Serge Onteniente-Boutleroff (Makler)

Produktion: Alain Sarde
Szenenbild: Michel Barthélémy
Kostümbild: Pascaline Chavanne
Maskenbild: Cédric Gérard
Kamera: Jean-Marc Fabre
Musik: Michael Nyman
Schnitt: Emmanuelle Castro


Bild: Concorde Filmverleih

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