Peppermint - Angel of Vengeance

Kinoplakat Peppermint

Als man ihr alles nimmt, was sie liebt, wird Jennifer Garner zur Waffe. Sie streckt jeden nieder, der mit dem Mord an ihrer Familie in Verbindung steht. Die Handlung reduziert sich aufs Töten und bietet dadurch einen Reiz.

Anstelle eines schönen Abends auf dem Rummelplatz erlebt Riley North (Jennifer Garner) die Hölle auf Erden, weil vor ihren Augen Ehemann und Tochter erschossen werden. Sie selbst überlebt nur um Haaresbreite und obwohl sie später die drei Tatverdächtigen identifiziert, werden diese aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Schlimmer noch: Riley wird abgeurteilt und soll in die geschlossene Psychiatrie abgeschoben werden. In letzter Minute gelingt ihr die Flucht.

Fünf Jahre vergehen und Riley kehrt nach den Vereinigten Staaten von Amerika zurück. Sie hat im Ausland gelernt und setzt nun ihr neues Können ein. Eines Tages hängen die Leichen der drei Attentäter am Riesenrad, an den Füßen aufgehängt. Dann erwischt es den korrupten Richter und die Beisitzer. Wie bei einem Abzählreim stirbt jeder, der an dem Verbrechen oder der geschmierten Gerichtsverhandlung beteiligt gewesen ist. Das reicht Riley nicht und sie will den Kopf des Mannes, der vor fünf Jahren das Todesurteil über ihren Mann gefällt hat.

Kritik

"Peppermint - Angel of Vengeance" ist ein sehr klassischer Rachefilm, der seine Handlung auf die Eckpunkte beschränkt. Er gibt Jennifer Garner ein Rachemotiv und beobachtet sie dann, wie sie ihre Urteile vollstreckt. Dabei sterben die Männer wie die Fliegen und der Film dürfte hinsichtlich des Body Counts schwer zu schlagen sein.

Das Vorgehen verleiht dem Film ein gutes Tempo und es wirft ein Problem auf. Da die Hintergrundgeschichte auf ein Minimum reduziert ist, fällt es schwer, mit Riley mitzufühlen, weil man weder sie noch ihre Familie kennenlernt. Nur wenige Filmminuten sind der Familie vergönnt, in der ihre Chronik abgesteckt wird. Eine typische Ein-Kind-Familie, in der die Eltern ehrlicher Arbeit nachgehen und vom Leben benachteiligt sind. Dann folgt bereits der Abend, an dem Ehemann und Tochter sterben.
Auch für die restliche Hintergrund-Geschichte wendet der Film wenig Ausarbeitung auf. Die Bösen arbeiten für ein Drogenkartell und haben damit das Recht zu leben verwirkt. In den Reihen der Polizei gibt es den korrupten Polizisten, der für das Kartell arbeitet und der am Ende gerichtet wird.
Riley ist eine Rächerin, die die Menschen ihres Viertels wie eine Heilige verehren, und sie bekommt am Ende einen Freispruch, weil sie die Drecksarbeit übernommen hat und dem Drogenkartell geschadet. Das kann als Kritik an der Politik gewertet werden, als Versuch eine zweite Ebene in den Film einzuziehen oder als Anknüpfungspunkt für eine mögliche Fortsetzung. Eine echte Rechtfertigung für die Selbstjustiz fehlt. Was zum Stil des effektheischenden Abzählreims passt. Logik ist ein Fremdwort: Warum die Bösen keine schusssicheren Westen tragen bleibt unerklärt, wie vieles andere auch.

Optisch ist der Film dunkel gehalten. Riley bricht gerne bei Nacht über ihre Widersacher herein. Die Dunkelheit ist einerseits hinderlich fürs Töten, andererseits verleiht sie Schutz. Zu Filmauftakt spielt die Kamera mit Stroboskop-Effekten und Blitzschnitten. Das soll die psychische Verfassung der Hauptdarstellerin widerspiegeln. Mit Fortschreiten der Handlung und mehr Selbstvertrauen hören die Effekt-Spielereien auf.

Vielmehr als eine attraktive Hauptdarstellerin, die eine blutige Schneise zieht, will die Handlung nicht bieten. Das kann als geradlinig oder auch als simpel bezeichnet werden. Der Feldzug ist flüssig und kurzweilig umgesetzt. Zudem hat der Film den Vorteil, dass es relativ wenig weibliche Rache-Engel auf der Leinwand zu sehen gibt.

Fazit
Der Film "Peppermint – Angel of Vengeance" ist gestyltes Töten. Zur angestrebten Kunst des Mordens schwingt sich die Handlung nicht auf. Wer mit Einschränkungen leben kann, bekommt einen coolen Film zu sehen.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60


Original Filmtitel: Peppermint
Land: USA
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 96
Genre: ActionDramaKrimi
Verleih: Universum Film
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 29.11.2018
Heimkino: 26.04.2019

Regie: Pierre Morel
Drehbuch: Chad St. John

Schauspieler: Jennifer Garner (Riley North) • John Gallagher Jr. (Detective Stan Carmichael) • John Ortiz (Detective Moises Beltran) • Juan Pablo Raba (Diego Garcia) • Annie Ilonzeh (FBI Agent Lisa Inman) • Jeff Hephner (Chris North) • Cailey Fleming (Carly North) • Eddie Shin (FBI Agent Li) • Clifford Smith (Narcotics Detective Barker) • Tyson Ritter (Homeless Sam) • Ian Casselberry (Cortez) • Richard Cabral (Salazar) • Johnny Ortiz (Torres) • Michael Reventar (Ortega)

Produktion: Gary Lucchesi • Tom Rosenberg • Richard S. Wright
Szenenbild: Ramsey Avery
Kostümbild: Lindsay Ann McKay
Maskenbild: Robin Beauchesne
Kamera: David Lanzenberg
Musik: Simon Franglen
Schnitt: Frédéric Thoraval


Bild: Universum Film

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