R.E.D. - Älter. Härter. Besser.

Kinoplakat RED

Den Un-Ruhestand, also die Rente, genießen die wenigsten Menschen gerne. Das geht einer Gruppe von ehemaligen Elite-CIA-Agenten nicht anders. Selbst wenn sie vorgeben, mit dem Nichtstun zufrieden zu sein - in Wahrheit haben sie die Lust an der Arbeit nicht verloren.

Doch so flirten sie mit der Sachbearbeiterin der Rentenstelle oder reden sich ein, das Dasein als Hausfrau zu genießen. Als dann die Vergangenheit an die Tür klopft, kommen sie wieder in Fahrt. Ihre Fähigkeiten sind vielleicht ein wenig eingerostet, doch den Jungen zeigen sie auch heute noch, was eine Harke ist.

Kritik

Die Handlung von RED ist im Kern eine lange Verfolgungsjagd, garniert mit Action und Humor, plus einer Liebesgeschichte. Dieses gern umgesetzte und gesehene Rezept wurde handwerklich solide umgesetzt. Nicht weniger und nicht mehr. Bruce Willis übernimmt darin die Führung in der Rolle, die er schon auswendig kann: Den coolen mit der harten Schale und dem weichen Kern. An seiner Seite mimt Mary-Louise Parker das schmückende Anhängsel, das einige Szenen mit weiblicher Intuition lösen darf. Ansonsten fehlt der Rolle die Daseinsberechtigung, denn die Liebesgeschichte zwischen ihr und Willis funktioniert nicht. Etwas kurz kommt Morgan Freeman in seinem Auftritt als Souverän. John Malkovich versucht als unterbelichteter Paranoiker Witz in die Sache zu bringen. Helen Mirren agiert als taffe und dennoch herzensgute Lady, die scheinbar immer eine Knarre im Nachtkästchen liegen hat und gerne mal jemanden umlegt, einfach weil es Spaß macht. Den Gegenspieler gibt Karl Urban, der ebenfalls den gewohnten Standard bietet.

Alles in allem ist der Film prominent besetzt. Wobei einzelnen Rollen wenig Zeit zur Entfaltung bleibt und der Regisseur seine Hauptdarsteller nicht zu Höchstleistungen anspornt. Die Figuren ergeben keine Typen. Helen Mirrens Darstellung etwa erinnert an eine schießwütige Hausfrau. Irgendwie macht es den Eindruck, dass die Schauspieler mehr können, als sie zeigen. Was zum Teil der Regie geschuldet ist und zum Teil am gemütlichen Drehbuch liegt. Die Frage, wer den Alten an den Kragen will, ist zwar die Triebfeder des Ganzen - bleibt jedoch unspannend.

Weiterhin bietet der Humor der Action-Komödie wenig Abwechslung und wiederholt Witze. Die Agenten im Ruhestand haben entweder immer eine Schusswaffe dabei. Helen Mirren arrangiert Blumen und hat unter dem Einwickelpapier der Blumen eine Maschinenpistole liegen. Morgan Freeman sitzt im Altersheim vor seiner Frisierkommode und hat auf dem Schoß einen Revolver liegen. Oder sie rechnen jeden Augenblick damit überfallen zu werden. John Malkovich hat sich im Tarnanzug auf die Lauer gelebt und schwingt wie Tarzan ins Bild. Diese Effekte nutzen ebenso ab, wie die wiederholten gesprochenen Witze übers Töten. Weiterhin möchte der Humor davon leben, dass die Alten den Jungen überlegen sind. Wobei die Jungen gerne wie blutige Amateure vorgehen und es nur mäßig spaßig ist, wie die Alten die Anfänger übertölpeln. Zudem verwundert es, dass weder die Alten noch die Jungen bei den vielen Schießereien treffsicher sind.

Fazit
Für eine Action-Komödie ist mir RED zu gemütlich. Der Humor kennt nur wenige Facetten, der Regisseur holt wenig aus seinen Darstellern heraus. Und die Wendungen finde ich zu oft ungelöst. Leute tauchen genau da auf, wo sie gerade gebraucht werden.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: RED
Land: USA
Jahr: 2010
Laufzeit ca.: 111
Genre: ActionKomödieKrimi
Verleih: Concorde Filmverleih
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 28.10.2010
Heimkino: 30.03.2011

Regie: Robert Schwentke
Drehbuch: Erich Hoeber • Jon Hoeber

Schauspieler: Bruce Willis (Frank Moses) • John Malkovich (Marvin) • Mary-Louise Parker (Sarah Ross) • Helen Mirren (Victoria) • Heidi von Palleske (Nachbarin) • Karl Urban (William Cooper) • Chris Owens (Mann) • Rebecca Pidgeon (Cynthia Wilkes) • Morgan Freeman (Joe Matheson) • Jaqueline Fleming (Marna) • Randy Wade Kelley (Sanitäter) • Jason Giuliano (Endercott) • Alec Rayme (Cop) • Lawrence Turner (Assassine)

Produktion: Lorenzo di Bonaventura • Mark Vahradian
Szenenbild: Alec Hammond
Kostümbild: Susan Lyall
Maskenbild: Jordan Samuel
Kamera: Florian Ballhaus
Musik: Christophe Beck
Schnitt: Thom Noble


Bild: Concorde Filmverleih

1 customer review

befriedigend
28.10.10
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