Resident Evil Apocalypse

Kinoplakat Resident Evil Apocalypse

Ganz Raccooncity ist vom T-Virus befallen worden, wodurch die Menschen zu Zombies mutieren. Unter ihnen sind nur wenige Überlebende, die ohne es zu wissen, Teil eines riesigen Versuchs wurden mit Menschen anstelle von Versuchskaninchen.

Zwei Jahre nach Resident Evil kommt die Fortsetzung des Horror-Thrillers, basierend auf dem gleichnamigen Spiel. Eine kurze Einleitung fasst zusammen, was bisher geschah. In den unterirdischen Labors der Umbrella Corporation brach das T-Virus aus. Dessen Fähigkeit, tote Zellen zum Leben zu erwecken, verwandelt Menschen in Zombies. Nur zwei bilden eine Ausnahme von dieser Regel. Das ist besonders interessant für die Company, denn diese Wesen könnten als Biowaffe missbraucht werden.

In der Jetztzeit bricht ein Forschertrupp die Siegel der Labors, wodurch das Virus auf ganz Raccooncity übergreift. Was wie eine Katastrophe klingt, ist eiskalte Berechnung. Aufgrund der isolierten Lage ist die Stadt ein ideales Terrain für einen Freilandversuch. Unter den wachsamen Augen des skrupellosen Major Cain (Thomas Kretschmann) beginnt der Countdown.

Kritik

"Resident Evil - Apocalypse" ist wie der Ablauf eines Computerspiels aufgebaut, die Handlung entspricht weitgehend einer selbst ablaufenden Demoversion. Der Zuschauer muss nicht ins Geschehen eingreifen, damit gerannt, geballert und gestorben wird. Nach der kurzen Einführung geht es sogleich zur Sache. Verschiedene Handlungsstränge verschmelzen rasch zu einer Handlung. Die wenigen Nichtinfizierten von Racconcity kämpfen, unter der Führung von Alice (Milla Jovovich) und Jill Valentine (Sienna Guillory), einem ehemaligen Mitglied der S.T.A.R.S., einer Spezialeinheit von Umbrella, gegen Massen an Zombies. Dabei dienen die lebenden Toten einzig und allein als Zielscheibe. Die Umbrella Company schickt zudem menschliche Gegner ins Spiel, deren schwarze Motorradhelme mit undurchsichtigen Visieren sie zu gesichtslosen Zielscheiben degradieren.

Ethische Fragen wirft der Film nicht auf, obwohl die Handlung dazu den richtigen Anlass bietet. Eine ganze Stadt wird in Amerika für Versuche einer übermächtigen Firma geopfert. Ausgerechnet zur Entwicklung von Kriegswaffen! Ebenso bleibt die Frage unberührt, welche Opfer für die Entwicklung von Heilmethoden gebracht werden dürfen beziehungsweise welche Grenzen überschritten? Zur Verteidigung des Filmes muss man allerdings sagen, dass er auch nicht vorgibt mehr zu sein, als die Umsetzung eines Computerspiels.

Im Gegensatz zu aktuellen Egoshootern, die mit immer besserer künstlicher Intelligenz aufwarten, ist der Intelligenz-Quotient des Films nur unterdurchschnittlich. Die Handlung wirkt stellenweise sehr willkürlich. So tauchen neue Personen immer dann auf, wenn die Heldinnen (somit die Handlung) in einer Sackgasse stecken. Das imposanteste Beispiel ist der Motorrad-Stunt, bei dem Jill Valentine durch das Mosaikfenster einer Kirche fliegt. Der optische Eindruck ist grandios wenngleich ihn der Storyverlauf kaum rechtfertigen kann. Alles in allem gibt es nur eine Möglichkeit den Film zu genießen: visuell. Das beginnt bei den sexy gekleideten Heldinnen und endet bei den spektakulären Stunts. Teilweise wirken diese wie Computertricks, obwohl sie mit echten Stuntleuten gefilmt wurden. So sprang wirklich ein Stuntman aus dem fliegenden Helikopter 20 Meter in die Tiefe, um das Abseilen im Flug filmen zu können. An der Fassade des 80 Meter hohen Hochhauses lief tatsächlich eine Stuntfrau hinab.

Was nicht nur die Optik trübt, sondern den gesamten Film, sind die zahlreichen Auffälligkeiten. Angefangen bei der Tatsache, dass das 3D-Scanmodell von Alice einen größeren Busen hat als die Frau selbst. Bis hin zu den Kämpfen, die derartig rasant geschnitten wurden, dass man den Kampf als solchen kaum noch wahrnehmen kann.
Was verwundert, sind die Dialoge. Hauptsächlich Einzeiler, die entweder an einem feuchtfröhlichen Abend entstanden, oder als Witz gemeint sein können. Ärgerlich sind die schlechte Synchronisation, die auffällig lahm daherkommt sowie die vielen Logikfehler des Plots. Alice entkommt dem Labor mit nur einem Handtuch bekleidet. Vor der Ausgangstür ist daraus ein Morgenmantel geworden. Menschen werden durch Bisse infiziert, aber selbst aus Gräbern kriechen Zombies; das setzte voraus, jemand habe die Leichen gebissen, zumal die Infektion jedes Opfer innerhalb von drei Stunden verwandelt. In der Zeitspanne kann nicht der gesamte Friedhof befüllt worden sein. Menschliche Zombies werden langsam, während die Zombie-Hunde schneller werden. Sehr eigenwillig auch, was die Menschen alles überleben. Eine einfache Feuerschutzdecke reicht aus, um eine Feuerwalze zu überstehen. Nachdem die Welle weiter gerollt ist, wirft man die Decke leichterhand weg und spaziert weiter. Dass eine derartige Feuerwalze nicht nur alles verdampfte, sondern auch den gesamten Sauerstoff des Raumes auffräße, bleibt unbedacht.

Fazit
Wie gesagt, der Film besteht als visuelle Verfilmung eines Games. Was klar für den Film spricht, ist der Mut, den Handlungsschwerpunkt auf zwei Frauen zu legen, denn somit ist das Kino um zwei kämpfende Attraktionen reicher.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: DeutschlandFrankreichGroßbritannienKanadaUSA
Jahr: 2004
Laufzeit ca.: 94
Genre: ActionHorrorScience-Fiction
Stichwort: VideospielverfilmungZombie
Verleih: Constantin Film
FSK-Freigabe ab: 18 Jahren

Kinostart: 23.09.2004
Heimkino: 17.02.2005

Regie: Alexander Witt
Drehbuch: Paul W. S. Anderson

Schauspieler: Milla Jovovich (Alice) • Sienna Guillory (Jill Valentine) • Oded Fehr (Carlos Olivera) • Thomas Kretschmann (Major Cain) • Sophie Vavasseur (Angie Ashford) • Razaaq Adoti (Sgt. Peyton Wells) • Jared Harris (Dr. Ashford) • Mike Epps (L.J.) • Sandrine Holt (Terri Morales) • Matthew G. Taylor (Nemesis) • Zack Ward (Nicholai Ginovaeff) • Iain Glen (Dr. Isaacs)

Produktion: Paul W. S. Anderson • Jeremy Bolt • Don Carmody
Szenenbild: Denham Austerberry
Kostümbild: Mary McLeod
Maskenbild: Marie Nardella
Kamera: Derek Rogers • Christian Sebaldt
Musik: Jeff Danna
Schnitt: Eddie Hamilton


Bild: Constantin Film

1 customer review

befriedigend
23.09.04
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