Sisters

Kinoplakat Sisters

Die derbe Komödie ist in Hollywood salonfähig geworden. In "Sisters" versuchen Tina Fey und Amy Poehler Frauenthemen zu beackern. Dazu springen die Zwei in die Pubertät zurück und agieren wie Teenager.

Die Ellis' (Dianne Wiest, James Brolin) haben wirklich Pech mit ihren Töchtern und die Nase voll von ihnen. Kate (Tina Fey) ist eine Chaotin und hat soeben ihren Job verloren. Ihre jüngere Schwester Maura (Amy Poehler) ist das genaue Gegenteil: überfürsorglich und ständig zu kontrolliert. Nicht zuletzt aufgrund der Unterschiedlichkeit ist die Liebe unter den Schwestern nicht sonderlich groß. Doch als sie erfahren, dass die Eltern ihr Haus verkaufen wollen, sind sie gleichermaßen empört. Und zwar aus demselben Grund: Es ist das Haus ihrer Kindheit!

Mit ihrem Protest kommen sie zu spät, denn das Anwesen ist geräumt und bereits verkauft. Nur das Jugendzimmer der Schwestern muss noch geleert werden. So beginnen Maura und Kate in alten Sachen zu wühlen und Erinnerungen werden wach. Und sie kommen auf die Idee eine Abschiedsparty zu schmeißen.

Kritik

Wie nicht anders zu erwarten, läuft die Party aus dem Ruder. Maura schafft es durch ihre Kontrollsucht das Date zu vermasseln und der heiße Nachbar, der bereits scharf auf sie ist, verlässt die Feier mit einer Spieldose im Anus. Das ist der traurige Höhepunkt dieser Sex-Komödie. Er versinnbildlicht den tiefstapelnden Humor des Drehbuchs, das eigenartige Szenen aneinanderreiht, ohne dass es eine Handlung im klassischen Sinn ergibt. Und er zeigt den Schwerpunkt dieser Komödie auf: Witze über Sex oder weshalb er nicht stattfindet und über Geschlechtsteile zu reden. Es macht den Eindruck, als wolle "Sisters" in dieser Disziplin einen neuen Rekord aufstellen. Wenig Abwechslung bieten die eingestreuten Witze über das schlimme Leben ab 40. Das hält für Frauen nur mehr Geburtsschmerz, Angst vor dem Alter und gekrümmte Penisse bereit.

Auch misslungen ist der gespielte Humor. Die zwei Hauptdarstellerinnen treten wie zwei hohle Nüsse auf und berühren damit peinlich anstatt zu unterhalten. So trägt Tina Fey in einer Szene einen BH falsch herum ohne es zu merken. Die Körbchen sind auf dem Rücken und vorne quillt die Oberweite heraus.
Was dem Film gut gelingt ist das Zusammenspiel der Hauptdarstellerinnen. Auch wenn sie ganz und gar nicht wie Schwestern aussehen, sind sie sich für keine Peinlichkeit zu schade und harmonieren gut in ihrem Zusammenspiel. Nur schade, dass "Sisters" eine unfreiwillige Lachnummer ist. Und dass unter der Dialoglast vergessen wird zu schauspielern.

Ja, es gibt versteckt zwischen den Witzen über Schamhaare und vertrocknete Geschlechtsteile sogar Konfliktstoff. Der besteht einmal darin, dass Kates Tochter die Nase von der chaotischen Mutter voll hat. Kate erfährt während der Party, dass die Eltern ihr einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf schenken wollen. Dummerweise sind die Gäste aber gerade dabei das Haus zu ruinieren. Und da es sich um eine Art Frauenfilm handelt, gibt es auch die stets vernachlässigte Freundin aus Kindertagen, die noch immer auf Rache sinnt. Doch in der Summe sind die Konflikte so banal wie der Rest des Films.

Fazit
"Sisters" beginnt unwitzig und schafft es dieses Niveau bis zum Ende zu halten. Der Film vermeidet es geschickt Witze zu reißen, die einen Hauch von Anspruch transportieren.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 30 %


Land: USA
Jahr: 2015
Laufzeit ca.: 118
Genre: Komödie
Verleih: Universal Pictures International
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 11.02.2016
Heimkino: 23.06.2016

Regie: Jason Moore
Drehbuch: Paula Pell

Schauspieler: Amy Poehler (Maura Ellis) • Tina Fey (Kate Ellis) • Maya Rudolph (Brinda) • Ike Barinholtz (James) • James Brolin (Bucky Ellis) • Dianne Wiest (Deana Ellis) • John Cena (Pazuzu) • John Leguizamo (Dave) • Bobby Moynihan (Alex) • Greta Lee (Hae-Won) • Madison Davenport (Haley) • Rachel Dratch (Kelly) • Brian d'Arcy James (Jerry)

Produktion: Tina FeyJay Roach • Scooter Braun
Szenenbild: Richard Hoover
Kostümbild: Susan Lyall
Maskenbild: Jenn Nelson
Kamera: Barry Peterson
Musik: Christophe Beck
Schnitt: Lee Haxall


Bild: Universal Pictures International

1 customer review

ausreichend
11.02.16
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