Spy Daddy

Kinoplakat Spy Daddy

Jackie Chan versucht in dieser fantasielosen Familienkomödie als netter Mann von nebenan zu punkten.

Bob Ho (Jackie Chan) steht kurz davor in Rente zugehen. Der noch amtierende Agent der CIA hat sich bereits eine Tarnung als langweiliger Schreibwarenhändler aufgebaut und würde gerne seine Nachbarin Gillian (Amber Valletta) heiraten. Allerdings stehen momentan noch zwei Dinge gegen ein ruhiges Leben als Familienvater. Bob muss einen letzten Einsatz als Agent leisten. Das ist die einfache Aufgabe. Die schwierige Aufgabe: Gillians Kinder davon überzeugen, dass er nicht fade und spießig ist. Diese Möglichkeit bietet sich, als Amber plötzlich verreisen muss. Bob passt auf die Kinder auf, die ihm zunächst das Leben zur Hölle machen. Unvermittelt wird er erneut als Agent gebraucht, zieht die Kinder mit in den Einsatz und es beginnt ein Abenteuer.

Kritik

"Spy Daddy" ist eine Routineproduktion. Wer die groben Fakten des Drehbuchs kennt, weiß auch schon wie die Geschichte abläuft. Die Drehbuchautoren geben sich keine Mühe, frische Ideen in die Handlung einzuflechten, denn sie reihen beliebte, bekannte und bewährte Handlungsmotive aneinander. Das Ergebnis ist vorhersehbar und es ärgert mit unlogischen Szenen, die für einfache Lösungen herhalten mussten. So packt Bob seinen Koffer mit Kleidung, weil er die Kinder seiner Freundin hüten soll, die im Nachbarhaus wohnen. Aber wer schleppt einen Koffer zu einem Nachbarhaus? Der wahre Anlass für diese Szene ist, dass eines der Kinder sich in der Zwischenzeit an Bobs Computer zu schaffen macht und Bob abwesend sein muss. Die seltsame Logik muss auch für Gags herhalten: Das Miststück (die Bösen sind selbstredend Russen), bleibt stehen und wartet, bis sich um sie herum eine Pfütze aus Erdöl gebildet hat. Dann fressen Bakterien das Öl und ihre Schuhe. Die Tussi steht dann barfuß da. Selten so gelacht.

Weiterhin tritt die Action, die der Titel "Spy Daddy" verspricht, nicht ein. Im Film steht Jackie Chan kurz vor der Rente. Das scheint mir auch fürs reale Berufsleben eine gute Alternative, denn als Darsteller kämpft er als müder Agent gegen spannungslose Gegner. Macht einige wenige Stunts, die geschnitten sind und wahrscheinlich in mehreren Schritten gefilmt wurden. Von der Clownerie aus früheren Filmen ist nichts geblieben und Jackie Chan gibt nur noch den netten Asiaten. Wer den früheren, quirligen Jackie Chan mochte, hat keinen Grund sich diesen Film anzusehen. Die angesprochene Lustlosigkeit betrifft leider fast alle Darsteller des Films. Herzblut hat bei den Dreharbeiten niemand investiert.

Fazit
Der Film "Spy Daddy" ist ungefähr so aufregend, wie der Titel klingt. Ihm fehlt so ziemlich alles, was ein Film bieten sollte. Eine brachiale Klamotte, die schlecht gespielt ist und die Einfallslosigkeit des Drehbuchs nicht kaschieren kann.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 30 %


Original Filmtitel: The Spy Next Door
Land: USA
Jahr: 2010
Laufzeit ca.: 94
Genre: AbenteuerActionFamilieKomödie
Verleih: Universum Film
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 22.04.2010
Heimkino: 09.07.2010

Regie: Brian Levant
Drehbuch: Gregory Poirier • Jonathan Bernstein • James Greer

Schauspieler: Jackie Chan (Bob Ho) • Amber Valletta (Gillian) • Madeline Carroll (Farren) • Will Shadley (Ian) • Alina Foley (Nora) • Magnús Scheving (Anton Poldark) • Billy Ray Cyrus (Colton James) • George Lopez (Glaze) • Katherine Boecher (Creel) • Mia Stallard (Cute Girl) • Maverick McWilliams (Chad) • Lucas Till (Larry)

Produktion: Robert Simonds
Szenenbild: Stephen Lineweaver
Kostümbild: Lisa Jensen
Maskenbild: Jane Galli
Kamera: Dean Cundey
Musik: David Newman
Schnitt: Lawrence Jordan


Bild: Universum Film

1 customer review

ausreichend
22.04.10
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