Drachenzähmen leicht gemacht

Kinoplakat Drachenzähmen leicht gemacht

Der neue Trickfilm von Dreamworks spielt im hohen Norden. Dort kämpft ein kleiner aber wehrhafter Wikingerstamm gegen die Angriffe von Drachen. Diese Erbfeindschaft hat seit Menschengedenken niemand infrage gestellt. Bis ausgerechnet der Sohn des Clanchefs die Fehde als großes Missverständnis entlarvt.

Manche Gegensätze sind wirklich ulkig: Die Wikinger von Hicks' Stamm leben auf einer kleinen Insel im Norden und haben große Probleme. Während andere Nordlichter sich im Sommer mit Mückenschwärmen herumärgern, muss der Stamm regelmäßig Angriffe von Drachen abwehren, die den Wikingern ihre Schafe stehlen. Dementsprechend sind die Nordmänner richtig sauer auf die Drachen und verprügeln sie bei jedem Angriff nach Leibeskräften. Dabei ist die Hilfe jedes Mannes gefragt - mit Ausnahme des bereits erwähnten Jungen Hicks. Der ist zwar der Sohn des Chefs, aber sozusagen aus der Art geschlagen. Er ist nicht groß und kräftig wie der Vater und löst Probleme mit Muskelkraft. Nein, er ist klein und schmächtig und arbeitet am liebsten mit dem Verstand. Zugegeben, seine Erfindungen haben bislang nicht so funktioniert wie gedacht ... aber das kann ja noch kommen.

Als die Drachen eines Nachts wieder angreifen probiert Hicks eine seiner Erfindungen aus. Und wie es scheint, hat er tatsächlich den schlimmsten aller Drachen vom Himmel geholt. Doch wo ist der gelandet? Ohne einen Beweis für seine Heldentat erntet Hicks nur Spott. Deshalb zieht er los und findet tatsächlich die Stelle, an der der Drache vom Himmel fiel. Das Tier hat sich in den Fangseilen verheddert und liegt am Boden. In diesem Moment würde kein Wikinger zögern und den wehrlosen Drachen töten. Doch Hicks ist anders und lässt das verletzte Tier frei. Der fliegt davon und landet in einem erloschenen Vulkankegel not. Dort spürt ihn Hicks auf. Damit der verletzte und dadurch flugunfähige Drache nicht verhungern muss, füttert er ihn Hicks mit Fischen. Und so beginnt eine Freundschaft zwischen Mensch und Drache.

Kritik

Der Film "Drachenzähmen leicht gemacht" erzählt eine im Kern gar nicht so ungewöhnliche Geschichte. So schilderte bereits "Eragon" von Partnerschaften zwischen Menschen und Drachen. Hicks muss einen klassischen Vater-Sohn-Konflikt durchleben, denn sein Vater akzeptiert ihn nicht. Hinzu kommt die Komponente, dass ein Mensch und ein wildes Tier Freundschaft schließen. Damit kommen sichere Themen zum Einsatz.
Auch der Humor kommt von der sicheren Seite. Die Wikinger sprechen einen seltsamen Dialekt, der für meine Ohren nordisch klingen soll. Gestört hat es mich nicht. Nicht gefallen kann mir das seltsame Aussehen des gefährlichen Drachens. Das alberne Schielen gehört vielleicht in einen Kinderfilm. Doch warum ist er im Vergleich zu den Menschen so klein? Ansonsten gibt es an der Animation wenig zu kritteln. So sind etwa die Rauschebärte der Wikinger gelungen und auch der 3D-Effekt ist gut umgesetzt.

Fazit
"Drachenzähmen leicht gemacht" fehlt es an Innovation und Risikofreude. Weder ist er so überdreht wie "Madagascar" noch bringt er Neues auf die Leinwand wie Pixar zuletzt mit "Oben". Für meinen Geschmack fehlt es zwar an Elementen, die gezielt Erwachsene ansprechen, trotzdem gefällt mir der Film gut. Kinder werden sich an der insgesamt runden Geschichte freuen.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 80 %


Original Filmtitel: How to train your Dragon
Land: USA
Jahr: 2010
Laufzeit ca.: 98
Genre: 3DAbenteuerAnimationFamilieFantasyKomödie
Verleih: Paramount Pictures
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 25.03.2010

Regie: Chris Sanders • Dean DeBlois
Drehbuch: Dean DeBlois • Adam F. Goldberg • William Davies • Chris Sanders
Literaturvorlage: Cressida Cowell

Sprecher: Jay Baruchel (Hiccup) • Gerard Butler (Stoick) • Craig Ferguson (Gobber) • America Ferrera (Astrid) • Jonah Hill (Snotlout) • Christopher Mintz-Plasse (Fishlegs) • T.J. Miller (Tuffnut) • Kristen Wiig (Ruffnut) • Robin Atkin Downes (Ack) • Philip McGrade (Starkard) • Kieron Elliott (Hoark the Haggard) • Ashley Jensen (Phlegma the Fierce) • David Tennant (Spitelout)

Produktion: Bonnie Arnold
Szenenbild: Kathy Altieri
Kamera: Gil Zimmerman
Musik: John Powell
Schnitt: Maryann Brandon • Darren T. Holmes


Bild: Paramount Pictures

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