Stadtlandliebe

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Ein gut situiertes Paar aus Berlin muss sich entscheiden: Kinder oder Karriere? Stadtleben oder frische Landluft? Er möchte mehr, sie möchte weniger. Das ergibt einen einfachen Komödienspaß, der kleine Wünsche erfüllt. Die Hauptrollen übernehmen Jessica Schwarz und Tom Beck, Regie führt Marco Kreuzpaintner.

Anna (Jessica Schwarz) und Sam (Tom Beck) sind nicht glücklich in ihrem Leben – obwohl sie beruflich erfolgreich sind. Anna ist der Meinung, es muss noch etwas anderes im Leben geben als nur die Karriere. Das erstaunt ein wenig, weil ihr gerade eine Stelle als Oberärztin angeboten wird. Doch das, was für andere die Erfüllung eines Traumes ist, stellt für Anna ein Stoppschild dar. Sam sieht das ähnlich und weiß jedoch nicht so recht, wogegen er das jetzige Leben tauschen möchte. Als Werbetexter ist er leidlich erfolgreich und wäre lieber ein echter Schriftsteller. Deshalb muss Anna ihn nicht lange davon überzeugen, dass das Landleben die bessere Alternative ist. Gesagt getan zieht man aufs Land und erlebt bereits die erste Überraschung. Die Kloppenburger heißen die Neuankömmlinge herzlich willkommen. Schnell wird die Herzlichkeit zur Distanzlosigkeit und Sam lässt seinen Frust an den Einheimischen aus. Ein schwerer Fehler denn erst einmal sind alle gegen das junge Paar. Aber es kriselt nicht nur im Äußeren, sondern auch in der Beziehung.

Kritik

Eine klassische Konstellation besteht darin, dass ein Städter aufs Land kommt und dort etwas durchsetzen setzen möchte gegen den Willen der Landbevölkerung. Währenddessen erfährt der Eindringling eine Wandlung (zum Guten) und verbrüdert sich mit den Dörflern. Diesem Konzept folgt der Film "Stadtlandliebe" nicht. Hier sind die Dörfler offen und freundlich und in ihrem Überschwang zu distanzlos. Das führt dazu, dass die überreizten Nerven der Städter noch weiter gereizt werden, bis einem von ihnen der Geduldsfaden reißt. Es folgt ein reinigendes Gewitter und anschließend die Verbrüderung. Heißt: Dieser Konflikt schwelt, ohne den Film zu tragen.
Bleibt noch Handlungsstrang Zwei: Die unausgesprochene Frage der Familiengründung. Sie will sich binden, inklusive Kind. Er hat Bindungsangst. Beide möchten Nähe und Sex; doch er nur, wenn dabei kein Kind gezeugt wird. Dieses Hin und Her trägt den Film ebenfalls nicht. Und führt zu der unbefriedigenden Situation, dass im Endeffekt das Fundament fehlt. Jessica Schwarz und Tom Beck spielen ihre Rollen nett. Auf einen Ausbau der Charaktere und eine Weiterentwicklung verzichtet der Film.

Der Humor ist Geschmackssache. Während Anna und Sam wie ein ganz normales Paar auftreten, sind die meisten Dörfler mit Menschenzoo treffend beschrieben. Die starke Überzeichnung kann man lustig finden, muss man nicht. Etwa, dass Uwe Ochsenknecht nicht richtig sprechen kann. Die bullige Sprechstundenhilfe eine ehemalige Ringerin ist und die Patienten schon mal aufs Kreuz legt. Ein Aussteiger konsequent als Nudist lebt. Möchte man die Übertreibungen positiv beschreiben, heißt das Prädikat derber Schwank.

Fazit
Ich kauf' mir lieber einen Tirolerhut.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 30%


Land: Deutschland
Jahr: 2016
Laufzeit ca.: 92
Genre: Komödie
Verleih: Warner Bros.
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 07.07.2016
Heimkino: 15.12.2016

Regie: Marco Kreuzpaintner
Drehbuch: Conni Lubek • Marco Kreuzpaintner • Hendrik Hölzemann

Schauspieler: Jessica Schwarz (Anna) • Tom Beck (Sam) • Uwe Ochsenknecht (Garms) • Gisa Flake (Gertie) • Christine Schorn • Hannes Wegener • Horst Sachtleben • Vladimir Burlakov • Laura Schuhrk • Anna ThalbachAntoine Monot Jr.Ludger Pistor

Produktion: Alexander Thies • Clemens Schaeffer • Daniel Keil • Christoph Ott
Szenenbild: David Scheunemann
Kostümbild: Ute Paffendorf
Maskenbild: Jana Schulze • Sophia Dietz • Pauline Späte
Kamera: Ueli Steiger
Ton: Stephan von Hase
Musik: Eike Hosenfeld • Tim Stanzel
Schnitt: Claus Wehlisch


Bild: Warner Bros.

1 customer review

ausreichend
07.07.16
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