Stereo

Kinoplakat Stereo

Beginnt der Wahn dort, wo die Realität endet? Und was ist real, wenn die Grenzen verschwimmen? Habe ich das Anrecht auf ein entspanntes Leben, wenn ich die Schuld der Vergangenheit noch nicht gezahlt habe? In diesem Mystery-Thriller wird Jürgen Vogel von Schuldgefühlen geplagt.

Erik (Jürgen Vogel) ist ausgestiegen, raus aus der Großstadt, die Freiheit auf dem Land genießen. Doch das Bild der heilen Welt bekommt Risse. Der Dorfpolizist traktiert ihn mit Strafzetteln und plötzlich taucht Henry (Moritz Bleibtreu) auf, der nur von Erik gesehen werden kann. Er lässt sich nicht abschütteln, ist ständig anwesend und macht mit seinen ätzenden Kommentaren Erik das Leben schwer. Doch noch etwas Anderes trübt das Idyll: Der zukünftige Schwiegervater, der leider auch der Dorfpolizist ist, kann es förmlich riechen, dass mit Erik etwas nicht stimmt. Zudem gibt es jemanden, der mit ihm noch eine Rechnung offen hat. Und die soll jetzt beglichen werden. Die Vergangenheit wirft ihre Schatten.

Kritik

Des Rätsels Lösung will ich nicht verraten, denn wenngleich die Idee zu "Stereo" nicht mehr neu ist gefällt sie. Zudem ist es zwar ein Fernsehfilm auf der Kinoleinwand und dennoch lohnt der Gang ins Kino, weil die großformatige Leinwand den mysteriösen Charakter der Handlung unterstreicht. Da erwachsen alltägliche Bilder und Geräusche zur Bedrohung und das Kaffeetrinken im eigenen Garten gerät zur Bewährungsprobe. Zudem kommen der interessante Schnitt und die gute Kameraführung im Kino gut zur Geltung.

Abgesehen davon macht es Spaß den talentierten Hauptdarstellern bei dem Verwirrspiel zuzusehen. Lange Zeit ist unklar, weshalb Henry plötzlich in Eriks Leben einbricht und wieso er ihn malträtiert. Nur eines steht fest: Es gibt eine Verbindung, die in Eriks Vergangenheit liegt, die er mit aller Macht zu verdrängen sucht und die ihn mit eben solcher Macht einholt. Und mit dem Hauptdarsteller wird auch der Zuschauer in die Zange genommen.

Der Stil ist überwiegend gelungen. Einige Momente und Szenen tanzen aus der Reihe. So wie Georg Friedrich spielt, schrammt seine Darstellung hart an der Parodie vorbei. Und auch die Darstellung der Huren scheint zu oft übertrieben. Alles in allem jedoch ist "Stereo" schön fies und dreckig.

Fazit
Mystery, Psychogramm und Thriller. Diese Mischung funktioniert noch nicht perfekt - unterm Strich jedoch sehenswert.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: Deutschland
Jahr: 2014
Laufzeit ca.: 95
Genre: DramaKrimiMysteryThriller
Verleih: Wild Bunch
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 15.05.2014
Heimkino: 20.11.2014

Regie: Maximilian Erlenwein
Drehbuch: Maximilian Erlenwein

Schauspieler: Jürgen Vogel (Erik) • Moritz Bleibtreu (Henry) • Petra Schmidt-Schaller (Julia) • Georg Friedrich (Keitel) • Rainer Bock (Wolfgang) • Helena Schönfelder (Linda) • Mark Zak (Gaspar) • Fabian Hinrichs (Arzt) • Valery Tscheplanowa (Frau Saurion) • Jürgen Holtz (Herr Jagoda) • Paul Faßnacht (Hansen ) • Adrian Can (Deisler) • Julian Schmieder (Kowalski) • Gerdy Zint (Schröder) • Sophie Melbinger (Karin)

Produktion: Alexander Bickenbach • Manuel Bickenbach • Khaled Kaissar
Szenenbild: Heike Lange
Kostümbild: Maria Schicker
Maskenbild: Elke Hahn • Marcus Michael
Kamera: Ngo The Chau
Musik: Enis Rotthoff
Schnitt: Sven Budelmann


Bild: Wild Bunch

1 customer review

befriedigend
15.05.14
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