Disturbia

Kinoplakat Disturbia

Kale kann den Unfalltod seines Vaters nicht verkraften. Er wird mürrisch, aufsässig und introvertiert. Nachdem er einen Lehrer niedergeschlagen hat, der eine dumme Bemerkung über seinen Vater machte, wird er von einem Gericht zu drei Monaten Hausarrest mit einer elektronischen Fußfessel verurteilt. Entfernt er sich mehr als 30 Meter kommt er ins Gefängnis.

Kale Brecht (absolut überzeugend: Shia LaBeouf, bekannt aus "Bobby" und "3 Engel für Charlie – Volle Power") wohnt mit seiner Familie in einem freundlichen Einfamilienhaus in einem ruhigen Vorort. Die Brechts sind eine glückliche Familie. Der nette 17-jährige Kale liebt vor allem seinen Vater über alles. Als die beiden nach einem Angelausflug nach Hause zurückfahren, geschieht das Unfassbare: Es kommt zu einem fürchterlichen Autounfall, bei dem sein Vater stirbt. Kale kann diesen Schicksalsschlag, an dem er sich irgendwie die Mitschuld gibt, nur schwer verarbeiten. Er verändert sich, wird aufsässig und mürrisch, zieht sich immer mehr zurück und kommt schließlich mit dem Gesetz in Konflikt. Als ein unsensibler Spanischlehrer eine dumme Bemerkung über seinen Vater macht, schlägt Kale voller Zorn zu. Er wird vor Gericht gestellt. Nur durch den vehementen Einsatz seiner Mutter Julie (besorgte und entnervte Mutter: Carrie-Ann Moss) kommt er nicht ins Gefängnis, sondern wird nur zu drei Monaten Hausarrest mit einer elektronischen Fußfessel verurteilt. Diese Fußfessel soll verhindern, dass sich Kale mehr als 30 Meter von seinem Haus entfernt. Solange er in diesem Umkreis bleibt, blinkt das Warnlicht grün. Sobald er die Markierung überschreitet, schaltet es auf Rot und alarmiert die Polizei. Wenn er mehr als einmal dagegen verstößt, muss Kale doch noch ins Gefängnis. Zunächst genießt Kale das Zuhausebleiben. Er sieht endlos fern und widmet sich stundenlang seinen Computerspielen. Aber auch das wird natürlich irgendwann langweilig. Und dazu kommt, dass Kale permanent Stress mit seiner Mutter Julie hat, weil er im Haus nichts tut. Er räumt sein Zimmer nicht auf, räumt die Spülmaschine nicht ein, kümmert sich nicht um die Wäsche.

Julie muss die Familie jetzt allein unterhalten, und arbeitet viel und hart. Sie ist – zu Recht – der Meinung, dass ihr Herr Sohn, der den ganzen Tag zu Hause sitzt, sich durchaus um einiges kümmern kann. Kale motzt so lange herum, bis Julie ihm schließlich entnervt Fernseher und Computer kappt, in dem sie einfach das Kabel durchschneidet. Kale ist zunächst stinksauer, macht dann aber schließlich doch das Nötigste, und findet einen neuen Zeitvertreib: Er spioniert seinen Nachbarn nach. So beobachtet er, dass im Nebenhaus eine neue Familie einzieht, die eine sehr hübsche Tochter in seinem Alter hat. Er findet heraus, dass im Haus gegenüber der Hausherr immer an dem Tag früher nach Hause kommt und es mit dem Hausmädchen treibt, an dem seine Frau ihren Gymnastikabend hat. Und dass in dem großen, weitläufigen Haus hinter ihm ein merkwürdiger Mann namens Turner (unheimlich: David Morse, bekannt aus "16 Blocks") wohnt. So nimmt Kale wieder Anteil am Leben draußen und taut allmählich wieder auf. Zunächst freundet sich Kale ganz geschickt mit Ashley (bildhübsch und clever: Sarah Roemer) an. Auch Ashley hat Stress mit ihren Eltern und so haben die beiden schon mal ein Gesprächsthema. Dann zeigt er ihr die Ergebnisse seiner Beobachtungen und sie amüsieren sich gemeinsam. Beiden ist dabei Mr. Turner irgendwie verdächtig.

Als Kale im Fernseher seiner Mutter eine Sendung über eine verschwundene Frau sieht, in der im Zusammenhang damit nach einem dunkelblauen Wagen einer bestimmten Marke gefahndet wird, der vorne links eine Delle hat, wird Kale hellhörig. Hat er nicht so einen Wagen bei Mr. Turner gesehen? Er beobachtet ihn häufiger – und tatsächlich, Mr. Turner hat so einen dunkelblauen Wagen, und der hat auch noch eine Delle vorne links! Die allerdings am nächsten Tag, als Kale den Wagen seinem Freund Ronnie (witzig: Aaron Yoo) zeigen will, verschwunden ist. Dann beobachten Kale und Ashley, dass Mr. Turner von einer rothaarigen Frau Besuch bekommt. Zunächst sieht alles wie ein normaler Besuch aus, aber dann beobachtet Kale zu seinem Entsetzen, wie Turner die Frau durch das Haus jagt. Voller Angst schlägt sie gegen die versperrte Eingangstür, bis Turner sie packt und wegschleppt. Aufgeregt holt Kale Ashley. Aber just in diesem Augenblick geht die Tür auf, die Rothaarige tritt heraus, setzt sich ins Auto und fährt weg. Trotzdem ist es merkwürdig, dass Turner kurz danach prall gefüllte Müllsäcke in die Garage schleppt. Jetzt hat Kale Blut geleckt. Aus allerlei elektronischen Instrumenten bastelt er ein Beobachtungsset, das sein Freund Ronnie in Turners Garage installieren soll. Damit sie sicher sein können, nicht von Turner überrascht zu werden, soll Ashley Turner bei seinen Einkäufen mit dem Fotohandy beobachten. Doch Ashley verliert ihn. Als sie in die Tiefgarage stürzt, um zu Kale zu fahren, steht Turner plötzlich vor ihrem Wagen und fordert sie drohend auf, ihn in Ruhe zu lassen. Kale bekommt von diesem Vorfall natürlich nichts mit und ist ziemlich entsetzt, als Turner plötzlich zu seiner Garage geht. Ronnie, der sich mit dem Videoset die ganze Zeit auch selbst gefilmt hat, hat inzwischen den dicken Müllsack entdeckt. Als er ihn öffnet, schlägt ihm bestialischer Gestank entgegen, er sieht Blut und fühlt Haare. Dann kommt Kales Warnung und Ronnie gerät in Panik. Kale sieht auf seinem Bildschirm, auf den das Ganze übertragen wird, nur noch hektische Bewegungen, dann liegt Ronnie in einem unnatürlichen Winkel nur noch still da und rührt sich nicht mehr.

Kritik

Mann! Der Film "Disturbia" ist ein Nagelbeißer. Ein Thriller, bei dem man völlig elektrisiert vor Spannung da sitzt, und sich nicht mehr zu atmen getraut. Dabei fängt alles eher ruhig an. Man glaubt schon an ein nachdenkliches Jugenddrama – und dann bricht plötzlich die Hölle los. Da sind drei Jugendliche, die ganz offensichtlich einem Serienkiller auf der Spur sind. Oder ist Mr. Turner doch nur ein seltsamer, aber harmloser Zeitgenosse? Jedenfalls glaubt den Dreien natürlich niemand – außer Mr. Turner. Und das ist natürlich genau die falsche Person. Oder bildet Kale sich doch alles ein? Ist er durch seinen langen Aufenthalt im Haus ein bisschen ballaballa geworden und wittert hinter allem gleich Mord und Totschlag?

Es dauert lange, bis man Klarheit bekommt – aber dann geht es wirklich richtig los. So gnadenlos spannend, dass man es kaum aushält! Ich weiß, ich weiß – Vorlage ist natürlich wieder mal Altmeister Hitchcock, und "Das Fenster zum Hof" lässt selbstverständlich vorne und hinten grüßen. Aber trotzdem. "Disturbia" ist ein spannender Thriller, gespielt von erstklassigen Darstellern. David Morse und Carrie-Ann Moss sind für ihre hervorragenden Leistungen schon des Öfteren ausgezeichnet worden, aber die Namen der drei – bis jetzt noch ziemlich unbekannten – jugendlichen Hauptpersonen, Shia LaBeouf, Sarah Roemer und Aaon Yoo, die sollte man sich unbedingt merken. Klasse ist übrigens auch die Musik von Geoff Zanelli.
Filmkritik: Julia Edenhofer
Wertung: 70 %


Land: USA
Jahr: 2007
Laufzeit ca.: 105
Genre: DramaKrimiMysteryThriller
Verleih: Universal Pictures International
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 20.09.2007
Heimkino: 07.02.2008

Regie: D.J. Caruso
Drehbuch: Christopher Landon • Carl Ellsworth

Schauspieler: Shia LaBeouf (Kale) • Sarah Roemer (Ashley) • Carrie-Anne Moss (Julie) • David Morse (Mr. Turner) • Aaron Yoo (Ronnie) • Jose Pablo Cantillo (Officer Gutierrez) • Matt Craven (Daniel Brecht) • Viola Davis (Detective Parker) • Kevin Quinn (Mr. Carlson) • Elyse Mirto (Mrs. Carlson) • Suzanne Rico (Nachrichtensprecherin) • Kent Shocknek (Nachrichtensprecher)

Produktion: Jackie Marcus Schaffer • Joe Medjuck • E. Bennett Walsh
Szenenbild: Tom Southwell
Kostümbild: Marie-Sylvie Deveau
Maskenbild: René Dashiell Kerby • Jason Green • Kristina Vogel • Candy L. Walken
Kamera: Rogier Stoffers
Musik: Geoff Zanelli
Schnitt: Jim Page


Bild: Universal Pictures International

1 customer review

gut
20.09.07
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