The Bride! – Es lebe die Braut

Kinoplakat The Bride! – Es lebe die Braut

Für ihre dritte Regiearbeit schrieb Maggie Gyllenhaal das Drehbuch, das Motive des Romans "Frankenstein" und des Horror-Dramas "Frankensteins Braut" aus dem Jahr 1935 nutzt. Daraus entstand ein bizarrer Mix aus ungezügelter Romanze, Roadmovie, Drama, Selbstfindung, Psychogrammen, Frauenpower und einer Verbeugung vor dem alten Hollywood.

Die Triebfeder bildet Frankensteins Monster, das lange nach seiner Erschaffung im Chicago der 1930er Jahre Dr. Euphronius aufsucht. Es bittet die Doktorin um Hilfe, denn Frank ist einsam und hegt den tiefen Wunsch nach einer Gefährtin. Zunächst lehnt Euphronius die Bitte kategorisch ab – doch dann stimmt sie zu. Eine passende Frauenleiche wird beschafft und ohne großes Federlesen wiederbelebt. Doch das Experiment läuft in eine andere Richtung als erwartet. Die Braut, wie das Geschöpf getauft wird, ist wild, widerspenstig und innerlich getrieben. Sie hält es nicht lange im Haus ihrer Schöpferin aus und bricht gemeinsam mit Frank aus. Beide suchen nach sich selbst und ihrem Platz im Leben. Doch die Gesellschaft ist nicht bereit, Monster in ihrer Mitte zu dulden. Die Zwei Außenseiter ecken an. Und weil Frank seine Wut nicht kontrollieren kann, kommt es in Notwehr zum Mord. Dem Paar bleibt nur die Flucht nach vorn.

Es folgt ein wilder Ritt, der an viele Filme erinnert. Wie "Bonnie und Clyde" reisen Frank und die Braut durch das Land, sind innerlich getrieben und werden gejagt. Gleichzeitig wird die Braut für Frauen zum Vorbild und es schwappt eine Welle durchs Land.

Kritik

Maggie Gyllenhaal verwendet in ihrem Drama viele bekannt vorkommende Motive. Ihr Blick ist weniger der einer Regisseurin als der einer Schauspielerin, die inszeniert. Das ist Segen und Fluch zugleich, weil Ausprobieren und Austoben zu sehr im Vordergrund stehen.

Auch nicht geschickt eingesetzt sind die Wiederholungen. Die Idee, Protagonisten ein Kino besuchen zu lassen und sie dann in der Handlung auf der Leinwand zu zeigen, ist nett. In der Vielzahl jedoch ein sich abnutzendes Stilmittel. Selbiges gilt für die häufigen Tanzszenen. Es ist verständlich, dass Gyllenhaal ihrem Bruder Jake Gyllenhaal eine Nebenrolle spendiert. Allerdings ist die Gewichtung nicht gut gelungen. Was bezeichnend ist für den Film, dem die klare Linie fehlt. Zudem ist der Stil uneinheitlich, teils unterbricht er den Erzählfluss. Die in die Handlung geschnittenen Erinnerungen der verstorbenen Mary Shelley sind typisch für Theaterstücke, stören hier den Fluss. Kurz: Dem Drehbuch hätte eine Überarbeitung gutgetan.

Die Inszenierung gibt Jessie Buckley als die Braut viel Raum zum Austoben, hat den Beigeschmack von: Hier inszeniert die Schauspielerin Maggie Gyllenhaal eine Schauspielerin. Besser ist es, wenn eine erfahrene Regisseurin ein Team führt, denn Gyllenhaal fehlt es an Erfahrung. Christian Bale spielt formal die zweite Hauptrolle, hat Mut zur Hässlichkeit, bleibt jedoch im Ausdruck blass. Dasselbe gibt es zu Annette Bening als Dr. Euphronius zu sagen. Ihre Rolle bleibt ebenso wenig in Erinnerung wie Penélope Cruz als Myrna Mallow, die zu sehr die Klischee-Spanierin gibt.

Am Rand bemerkt: Es gibt Verbindungen zu früheren Arbeiten: In "The Dark Knight" treten Maggie Gyllenhaal und Christian Bale auf. Jessie Buckley spielte in Gyllenhaals Regiedebüt "Frau im Dunkeln" mit.

Fazit
"The Bride! – Es lebe die Braut" kommt mit Mut. Die Inszenierung will entfesselt sein, scheint jedoch roh, stolpert über die eigene Ambition. Die Laufzeit von 127 Minuten sprengt den Rahmen.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: The Bride!
Land: USA
Jahr: 2026
Laufzeit ca.: 127
Genre: DramaFantasyRoadmovieRomantik

Verleih: Warner Bros.
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 05.04.202026

Regie: Maggie Gyllenhaal
Drehbuch: Maggie Gyllenhaal

Schauspieler: Jessie Buckley (The Bride) • Christian Bale (Frankensteins Monster) • Jake Gyllenhaal (Ronnie Reed) • Peter Sarsgaard (Jake Wiles) • Annette Bening (Dr. Euphronius) • Penélope Cruz (Myrna Mallow)

Produktion: Maggie Gyllenhaal • Osnat Handelsman-Keren • Talia Kleinhendler • Emma Tillinger Koskoff
Szenenbild: Karen Murphy
Kostümbild: Sandy Powell
Maskenbild: Vanessa Anderson • Roberto Baez • Michael Buonincontro • Jane DiPersio • Jason J Dougherty • Sunday Englis • Christine Fennell • Monique Gaffney • Kay Georgiou • Sue Ginsberg • Jimmy Goode • Lori Guidroz
Kamera: Lawrence Sher
Musik: Hildur Guðnadóttir
Schnitt: Dylan Tichenor

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Bild: Warner Bros.

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