The Woman King

Kinoplakat The Woman King

Das Action-Drama erzählt lose auf Tatsachen basierend die Geschichte einer starken Frauen-Armee, die ein Königreich verteidigt. Die Kämpferinnen sind derart entschlossen und so gut trainiert, dass sie Männer und sogar zahlenmäßig überlegene Gegner besiegen.

Das Königreich Dahomey liegt im achtzehnten Jahrhundert im Kampf mit dem Königreich Oyo. Letztgenanntes hat Dahomey unterworfen und bekommt Tributzahlungen. Beide Königreiche nehmen Gelder durch den Sklavenhandel ein, so werden etwa Kriegs-Gefangene auf dem Sklavenmarkt verkauft. Eine Besonderheit des Königreichs Dahomey besteht darin, dass eine Armee von Frauen das Königreich verteidigt. Die Kriegerinnen sind gefürchtet und aufgrund ihrer Ausbildung und Zähigkeit Männern und größeren Armeen überlegen.

Die junge Nawi, die nicht bereit ist, einen alten abstoßenden Mann zu heiraten, wird dem König geschenkt. Nawis Vater sieht keine andere Möglichkeit mehr für seine Tochter. Die rebellische junge Frau durchläuft die harte Ausbildung zur Kriegerin, lernt die Hintergründe des Konflikts kennen und es gelingt ihr, die Abschlussprüfung zu bestehen, obwohl sie wiederholt gegen die strengen Regeln verstößt und kurz vor dem Ausschluss steht. Im Kampf ist sie bald eine gewandte Kämpferin, doch die größte Herausforderung muss sie nicht auf dem Schlachtfeld bestehen. Als sie dem jungen Brasilianer Malik begegnet, der eine schwarze Mutter und einen weißen Vater hat, muss sie mit bis dahin nicht gekannten Gefühlen kämpfen. Einer Kriegerin sind Beziehungen untersagt und Nawi muss die Entscheidung treffen, ob sie ihrem Herzen oder ihren Schwestern folgen will.

Kritik

Das Drama "The Woman King" beginnt wie ein schwarzer Film. Der Konflikt zwischen den Königreichen und das Thema der Sklaverei wird angesprochen. Die ersten Kämpfe sind eindrucksvoll und es scheint schwarzes Kino zu sein. Dann bekommt die Handlung mehr und mehr Identifikationspunkte für ein weißes Publikum. Die Konflikte betreffen nicht mehr speziell Schwarze, sondern sind allgemein gehalten. Rache wird zur Motivation. Der Konflikt zwischen den beiden weiblichen Hauptrollen wird persönlich. Die Prüfung, ob die Heroine lieber lieben oder kämpfen möchte, ist nicht speziell afrikanisch. Der Kritiker möchte nicht sagen, dass das falsch ist. Es wahrscheinlich eine Geschmacksfrage.

Schade ist, dass die Handlung oberflächlich bleibt. Es wäre möglich gewesen, die Beziehungen der Frauen untereinander zu vertiefen (zum Beispiel zwischen Nanisca und Izogie). Ein anderer Punkt bestünde darin, darzustellen, wie ein männlicher König zu so vielen starken Frauen steht. Leider ist auf gutes Aussehen reduziert und aufgrund seines Alters erwartet das Publikum noch keine Weisheit. Vielleicht haben aber auch die Regisseurin und die Drehbuchautorinnen die Chance nutzen wollen und neben die starken Frauen eine schwache Männerrolle gesetzt.

Unabhängig davon sprechen die starken Frauen-Figuren, die klar die Führungsrollen einnehmen, für den Film. Auch die harten und dabei unblutigen Kämpfe beeindrucken.

Fazit
Auf der einen Seite ist es zu begrüßen, dass ein schwarzes Thema in der Größe ins Kino kommt. Auch schön: Regie und Drehbuch verantworten Frauen. Schade ist nur, dass der Inhalt sehr klassisch und universell gehalten ist.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: USA
Jahr: 2022
Laufzeit ca.: 134
Genre: ActionDramaHistorieKrieg
Verleih: Sony Pictures
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 06.10.2022

Regie: Gina Prince-Bythewood
Drehbuch: Dana Stevens • Maria Bello

Schauspieler: Viola Davis (Nanisca) • Thuso Mbedu (Nawi) • Lashana Lynch (Izogie) • Sheila Atim (Amenza) • John Boyega (King Ghezo) • Hero Fiennes Tiffin (Santo Ferreira) • Jimmy Odukoya (Oba Ade) • Masali Baduza (Fumbe) • Jayme Lawson (Shante) • Adrienne Warren (Ode) • Chioma Antoinette Umeala (Tara) • Siyamthanda Makakane (Cindra)

Produktion: Maria BelloViola Davis • Cathy Schulman • Julius Tennon
Szenenbild: Akin McKenzie
Kostümbild: Gersha Phillips
Maskenbild: Louisa V. Anthony • Zayaan Damon • Jeremy Dell • Plaxedes Kelias • Babalwa Mtshiselwa • Cailin Nicolson • Giovanna Perry • Nicole Roxburgh
Kamera: Polly Morgan
Musik: Terence Blanchard
Schnitt: Terilyn A. Shropshire


Bild: Sony Pictures

1 customer review

Befriedigend
05.10.22
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