Wie in alten Zeiten

Kinoplakat Wie in alten Zeiten

Die fitten Alten haben in den letzten Jahren für Erfolge im Kino gesorgt. Nun versucht "Wie in alten Zeiten" als romantische Gaunerkomödie zu punkten.

Als Richard (Pierce Brosnan) die Schockmeldung erreicht, dass die verkaufte Firma an eine Heuschrecke ging und der neue Besitzer die Firma absichtlich in den Ruin getrieben hat und sich dabei das Kapital herausgezogen, ist er am Boden zerstört. In diesem Moment gibt es nur noch eine Frau auf der Welt, die ihn versteht. Und das ist ausgerechnet seine Ex-Frau Kate (Emma Thompson). Die hat auch gleich eine Idee: Herausfinden, wer der neue Eigentümer eigentlich ist - und ihn zur Rede stellen. Also fliegen die Ex-Partner nach Paris, mieten sich in einem romantischen Hotel ein und machen die besagte Firma ausfindig. Natürlich ist deren Eigentümer ein Windhund und plant seine Hochzeit mit einer hübschen, jungen Frau. Und da kommt Plan B ins Spiel. Wenn man uns beklaut, dann beklauen wir eben den, der uns beklaut hat. Ausgleichende Gerechtigkeit, oder?

Kritik

Die Idee der Gauner-Liebeskomödie mit nicht mehr taufrischen Hauptdarstellern hat etwas für sich. Doch die Umsetzung ist leider nicht so gut wie die Idee. Es beginnt mit einer etwas hölzernen Einführung der Charaktere. Darin treten auf Pierce Brosnan als Geschäftsmann mit einem Hang zu Frauen, die jung genug sind um seine Tochter zu sein. Und seine Ex-Frau Emma Thomson, die inzwischen promoviert hat und recht gut auf eigenen Füßen stehen kann. Beide haben ihre Ehe abgeschrieben und machen sich einen Spaß daraus den anderen zu necken.

Das geht in Ordnung und liefert dem Film einen guten Grund für die folgende Zusammenarbeit, bei der sich die Zwei wieder finden. Die Funken fliegen nicht, eher ist es ein nettes Zusammenspiel zwischen einer gut gelaunt aufspielenden Emma Thompson und einem gelangweilten Pierce Brosnan. Was auch in Ordnung ginge, würden die restlichen Aspekte stimmen. Doch leider zündet der Humor nur selten. Da reißt Timothy Spall einen Veteranenscherz nach dem anderen und Cella Imrie gibt sich in der Rolle seiner Ehefrau Mühe darüber zu staunen, welche Geheimnisse ihr Mann seit Jahrzehnten mit sich herumträgt. Doch witzig ist das kaum, wenn Spall seine Beziehungen aus den Zeiten in der Fremdenlegion spielen lässt oder Brosnan wiederholt über Kreuzschmerzen klagt.

Leider ist der Humor nicht der einzige Baustein, der nicht funktioniert. Es betrifft auch die Logik, die desto stärker humpelt, je länger der Film dauert. Der Einbruchsplan des Quartetts ist so hanebüchen, dass man darüber nicht lachen kann. Die Handlung strengt auf Dauer an. Und die Auflösung des mageren Plots findet auf Fernsehniveau statt: Die Guten werden belohnt und der Böse bestraft.

Wer genauer hinschaut wundert sich. Da fahren die zwei Rächer ins oberste Stockwerk eines Bürogebäudes und der Ausblick des Büros zeigt keinen Himmel, sondern einen Garten zu ebener Erde. Wenn die Guten während der Feier in das Privatzimmer gehen wollen, nehmen sie den Weg durch das Haus. Wenn der Bösewicht dorthin will, geht er zunächst nach draußen. Das ist dramaturgisch damit gerechtfertigt, dass ihm fast etwas auf den Kopf fällt. Der Wagen, der beinahe die Klippe herabgefallen ist, wird zur Hälfte wieder auf die Straße gezogen und steht nach einem Schnitt komplett auf der Straße. Ein Diamant ist offiziell 10 Millionen wert und auf dem Schwarzmarkt 15 Millionen.

Fazit
"Wie in alten Zeiten" ist in guten Momenten nett belanglos und ansonsten bisweilen anstrengend.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 40 %


Original Filmtitel: The Love Punch
Land: FrankreichUSA
Jahr: 2013
Laufzeit ca.: 95
Genre: KomödieKrimiRomantik
Verleih: Universum Film
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 16.10.2014
Heimkino: 20.02.2015

Regie: Joel Hopkins
Drehbuch: Joel Hopkins

Schauspieler: Emma Thompson (Kate) • Pierce Brosnan (Richard) • Celia Imrie (Pen) • Timothy Spall (Jerry) • Louise Bourgoin (Manon Fontaine) • Laurent Lafitte (Vincent Kruger) • Marisa Berenson (Clothilde) • Olivier Chantreau (Jean-Baptiste Durain) • Ellen Thomas (Doreen) • Tuppence Middleton (Sophie) • Jack Wilkinson (Matt) • Adam Byron (Tyler)

Produktion: Tim Perell • Clément Miserez • Jean-Charles Lévy • Nicola Usborne
Szenenbild: Patrick Durand
Kostümbild: Patricia Colin
Maskenbild: Odile Fourquin
Kamera: Jérôme Almeras
Musik: Jean-Michel Bernard
Schnitt: Susan Littenberg


Bild: Universum Film

1 customer review

ausreichend
16.10.14
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