25 Km/h

Kinoplakat 25 Km/h

Die sehenswerte Komödie schickt zwei ungleiche Brüder auf ein Roadmovie quer durch Deutschland. Ihr fahrbarer Untersatz ist ungewöhnlich: zwei museumsreife Mofas. Damit knattern sie durch die Gegend und lernen unterwegs Land und Leute kennen.

Die Beerdigung des Vaters ist für Christian (Lars Eidinger) ein unschöner Anlass in das romantische Dorf Löchingen, irgendwo im Schwarzwald gelegen, zurückzukehren. Dort erwartet ihn in zweiter Linie die Trauergemeinde und in erster Linie sein verstimmter Bruder Georg (Bjarne Mädel). Während Christian den traurigen Grund der Rückkehr bald vergessen hat und in Kindheitserinnerungen schwelgt, ist Georg miesepetrig. Trotzdem gehen die ungleichen Brüder auf Deutschlandreise. Ganz so, wie sie es sich vor 30 Jahren vorgenommen hatten. Auf den Mofas von Löchingen bis zum Timmendorfer Strand an der Ostsee. Ihre Tour lässt sie neuen Menschen begegnen und immer wieder in die eigene Vergangenheit abtauchen. Dabei kommen unbewältigte Konflikte zutage oder es stehen die zu erwartenden Querelen unter Brüdern an.

Kritik

Der Film "25 Km/h" ist ein ungezwungenes Roadmovie, das Nostalgie mit Landschafts-Aufnahmen und der Frage nach dem Sinn des Lebens verbindet. Lars Eidinger spielt den weltgewandten, stets etwas distanzierten Manager, der seine Heimat früh verließ und nun auf den bodenständigen, kauzigen Bruder trifft, gespielt von Bjarne Mädel. Das gelingt den Schauspielern sehenswert.

Der Humor ist gerne absurd und lässt die Brüder auf einem Weinfest einen Stepptanz aufführen oder eine Partie Tischtennis zu einem verbissenen Kampf ausarten. Bei allem Klamauk erdet die Handlung zwischenzeitlich regelmäßig. Dann fechten die Brüder Kämpfe aus, in denen es um Kleinklein geht. Oder sie machen Halt auf einem esoterischen Fest und erleben eine Selbstfindung. Selbstverständlich müssen sie zwischenzeitlich schon mal um ihr Leben fürchten. Wiederholt konfrontieren sie einander gegenseitig mit der Vergangenheit oder sprechen derartige Themen an. Beide haben noch eine Aufgabe aus der Vergangenheit zu bewältigen. Wobei die Fragen unbeantwortet bleiben. Ob Christian die Herausforderung letztlich wirklich angeht, erfährt der Zuschauer nicht, ebenso wenig, wohin Georgs Annäherungsversuch führt. Eindeutig ist: am Ende nehmen die Männer eine kleine Lektion mit: Es ist nie zu spät seinen Lebenstraum zu erfüllen. Damit setzt die Handlung der Erzählung von den ungleichen Brüdern auf Deutschlandreise ein stimmiges Ende.

Fazit
Streng genommen ist der Film "25 Km/h" sinnfrei und macht gerade deshalb Laune ihn zu schauen, denn er ist gut umgesetzt und erweckt seine Figuren zum Leben.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Land: Deutschland
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 116
Genre: AbenteuerKomödieRoadmovie
Verleih: Sony Pictures
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 31.10.2018
Heimkino: 02.05.2019

Regie: Markus Goller
Drehbuch: Oliver Ziegenbalg

Schauspieler: Bjarne Mädel (Georg) • Lars Eidinger (Christian) • Franka Potente (Ute) • Alexandra Maria Lara (Ingrid) • Sandra Hüller (Tanja) • Jördis Triebel (Lisa) • Jella Haase (Willie) • Wotan Wilke Möhring (Hantel) • Andrej Melita (Bandleader) • Curd Berger (Pfarrer) • Dirk Helbig (Ralf) • Martin Brambach

Produktion: Oliver Ziegenbalg • Jan Gallasch • Tobias Herrmann
Szenenbild: Marlen von Heydenaber
Kostümbild: Ramona Klinikowki
Maskenbild: Kitty Kratschke • Sonia Salazar-Delgado
Kamera: Frank Griebe
Ton: Christoph Köpf
Musik: Andrej Melita
Schnitt: Matti Falkenberg


Bild: Sony Pictures

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