47 Meters Down: Uncaged

Kinoplakat 47 Meters Down Uncaged

Die Angst im Wasser von einem Hai gefressen zu werden weckt Urängste. Während eines Tauchgangs nicht mehr auftauchen zu können und ersticken zu müssen ist eine grauenvolle Vorstellung. Beides zusammen ergibt diesen Horror-Film.

Mia kämpft hart mit ihrem Lebensabschnitt, weil ihr der Umzug in die neue Stadt und die Gewöhnung an Stiefschwester Jennifer schwerfallen. Zudem wird sie an der Schule als Außenseiterin gemobbt. Für sie und vier junge Frauen soll der Tauchgang die Krönung ihres Ausflugs werden. Was ist schon dabei? Eine alte Ruine erkunden, die den Maya einst als Opfer- und Grabstätte diente und mittlerweile überflutet ist. Nur bis zum Tempel und zurück. Mia ist die zögernde Stimme der Vernunft und trotzdem tauchen die fünf Frauen ab.

Tatsächlich ist die Welt Unterwasser beeindruckend, der Tauchgang zieht an alten Kacheln entlang, Statuen und sogar einem Opferaltar. Dann bewegt sich etwas in der Dunkelheit. Nur ein harmloser, blinder Höhlenfisch. Doch der ist nicht der einzige Bewohner der Unterwasserwelt. Aus dem Nichts taucht plötzlich ein riesiger Hai auf. Der hat ebenfalls keine Augen und die Teenager zum Fressen gern.

Kritik

Der Film "47 Meters Down: Uncaged" ist kein Film, der länger im Gedächtnis bleibt. Was insofern in Ordnung geht, dass er es auch gar nicht will. Sein Ziel ist die kurzweilige Unterhaltung, die ihm gut gelingt. Mehr verrät die Kritik.

Der Plot ist ein relativ typischer Vertreter des Genres, möchte junges Publikum ansprechen und zeigt dazu knackige Körper in Bade- und Tauchbekleidung. Die Darstellerinnen sind gepflegt und stellen mehr ihre Kurven als ihr Talent zur Schau. Was für den Film ausreicht, weil sie in erster Linie Haifutter sind. Die reichlichen Dialoge, die unter Wasser der Funk rechtfertigt, klingen nicht immer als seien die Frauen bewusst in der Situation.

Das Szenario ist locker zusammengeschraubt. Die Einführung erklärt kurz die Situation. Eine Ausleuchtung der Familienproblematik findet nicht statt; auf einen Ausbau der Verhältnisse der Personen zueinander wird verzichtet. Alles in allem tut das dem Film keinen Abbruch. Die Spannungskurve ist gegeben und gönnt dem Zuschauer eine kurze Atempause, ehe die Gruppe erneut abtauchen muss. Die Anzahl der Horror-Szenen ist niedrig und meistens nach einer blutigen Attacke beendet. Die meiste Zeit steht der Kampf ums Überleben im Mittelpunkt. Dabei könnte das Gefühl der Beklemmung stärker ausfallen. Urängste weckt der Film nicht, wenngleich er in einer fremden Welt spielt, in der die Menschen von wilden Tieren gefressen werden. Alles in allem ist der Film durchgängig spannend und als Horror-Snack willkommen.

Die Logik entspricht gleichfalls dem Genre. Da verwundert es, dass die Funkverbindung im richtigen Moment ausfällt oder über Weiten trägt. Warum die Höhlen-Haie keinen Geruchssinn haben erstaunt ebenso wie der Umstand, von welcher Beute derart große Räuber in dieser abgeschlossenen Welt leben. Ein Steigseil, das die einzige Lebensversicherung ist, wird nur sehr nachlässig befestigt. Kurz gesagt: Die Logik steckt hinter einfachen Lösungen zurück. Was auffällt und nicht wirklich stört. Das Szenenbild gefällt und bildet den stimmigen Rahmen für den Tauchgang.

Fazit
Der Film "47 Meters Down: Uncaged" ist besser als erwartet. Er hätte an einigen Stellschrauben noch drehen können. So fehlt es ein wenig an Platzangst. Gefallen kann der geschlossene Kreis. Zu Filmbeginn schubsen die Angeberinnen Mia ins Wasser, gegen Filmende sind sie Zeuginnen der Rettungsaktion.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: Großbritannien
Jahr: 2019
Laufzeit ca.: 91
Genre: AbenteuerDramaHorror
Verleih: Concorde Filmverleih
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 10.10.2019
Heimkino: -

Regie: Johannes Roberts
Drehbuch: Ernest Riera • Johannes Roberts

Schauspieler: Nia Long (Jennifer) • Sophie Nélisse (Mia) • John Corbett (Grant) • Brec Bassinger (Catherine) • Sistine Rose Stallone (Nicole) • Corinne Foxx (Sasha) • Brianne Tju (Alexa) • Khylin Rhambo (Carl) • Davi Santos (Ben) • Axel Mansilla (Kumpan)

Produktion: James Harris • Robert Jones • Mark Lane
Szenenbild: David Bryan
Kostümbild: Claire Finlay
Maskenbild: My Alehammar
Kamera: Mark Silk
Musik: tomandandy
Schnitt: Martin Brinkler


Bild: Concorde Filmverleih

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