I am Mother

Kinoplakat I am Mother

Ein Mutter-Tochter-Drama als Gedankenspiel. Was wäre dann, wenn in einer fernen Zukunft das Fortbestehen der Menschheit von einem Computer-Programm abhinge?

Die Tochter ist in einem abgeschirmten Komplex aufgewachsen, beschützt und ausgebildet von einem Androiden, der sich Mutter nennt. Seit der Auslöschung der Menschheit außerhalb der Anlage sind mehr als drei Jahrzehnte vergangen. Noch ist die Außenwelt zu lebensfeindlich, um die Tochter nach draußen gehen zu lassen, sagt Mutter. Lange Zeit ist die Tochter mit den Antworten zufrieden. Doch es kommt der Tag, an dem die Neugierde ins Unermessliche wächst. Was ist da draußen? Dann bittet eine Frau um Einlass und Hilfe.

Kritik

Der Science-Fiction "I am Mother" ist empfehlenswert für Fans von ruhig erzählten Filmen. Einer, der den Zuschauer raten lässt. Eine Einschätzung, ohne ein Verraten von Details, liefert die Kritik.

Der Plot führt zunächst in die Handlung ein, liefert Hintergrund-Fakten und zeigt das Verhältnis von Mutter und Tochter auf. Im Zuschauer wächst die Erwartungshaltung, weil die Tochter heranwächst und mit den Antworten der Mutter nicht mehr zufrieden ist. Allerdings bricht sie nicht aus der Station aus, sondern die Außenwelt kommt zu ihr. Damit bekommt das vermittelte Weltbild erste Risse. In der Tochter wächst der Zweifel und sie steht zwischen zwei Schilderungen. Für den Zuschauer ist dabei nicht klar, wer recht hat. So einfach wie die Lösung zunächst aussieht, ist sie nicht. Die künstliche Intelligenz ist in der Lage zu lügen und nicht so inkonsequent, wie es zeitweilig den Anschein hat.

Zu einer herausfordernden ethisch moralischen Betrachtung erwächst die Handlung nicht. Einer strengen logischen Betrachtung hält die Geschichte nicht stand. Beides wertet den Film nicht ab, weil im Vordergrund die Fiktion steht und die ist solide und relativ sauber ausgearbeitet. Beispielsweise erhalten anfangs beiläufige Szenen im Nachhinein eine tiefere Bedeutung. Ich denke da an die ausrangierte Hand der Mutter. Auch mancher unlogische Umstand verkehrt sich ins Gegenteil. Wer sich fragt, warum der alles überwachende Computer nicht zuhört, bekommt eine plausible Erklärung. Die Dramaturgie ist weitgehend stimmig. Hilary Swank könnte etwas früher auftreten und die Muttergefühle sind nicht immer ganz stimmig dargestellt. Weitere Ideen zu künstlerischen Entscheidungen habe ich nicht.

Das Zusammenspiel zwischen Clara Rugaard als Tochter und der Maschine, die hauptsächlich mit der Stimme arbeitet, gelingt gut. Die Räumlichkeiten des Labors sind stimmig in Szene gesetzt. Nicht alle Handlungsstränge sind am Ende aufgelöst. So bleibt Raum für Interpretationen. Ist mit APX01 dasselbe geschehen wie mit APX02? Seit der Inbetriebnahme der Anlage sind gute 38 Jahre vergangen.

Fazit
Der Film "I am Mother" ist ein eigenartig spannendes Kammerspiel für eine junge Schauspielerin und einen Roboter. Lässt an "Ex Machina" denken und erzählt eine andere Geschichte.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Land: Australien
Jahr: 2019
Laufzeit ca.: -
Genre: DramaHorrorScience-FictionThriller
Verleih: Concorde Filmverleih
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 22.08.2019

Regie: Grant Sputore
Drehbuch: Michael Lloyd Green • Grant Sputore • Michael Lloyd Green

Schauspieler: Luke Hawker (Mother) • Rose Byrne (Mothers Stimme) • Maddie Lenton (Kind) • Summer Lenton (Kleinkind) • Hazel Sandery (Kleinkind) • Tahlia Sturzaker (Kind) • Clara Rugaard (Tochter) • Hilary Swank (Frau) • Jacob Nolan (Bruder)

Produktion: Kelvin Munro • Timothy White
Szenenbild: Hugh Bateup
Kostümbild: Mariot Kerr
Maskenbild: Tracy Phillpot
Kamera: Steve Annis
Musik: Dan Luscombe • Antony Partos
Schnitt: Sean Lahiff


Bild: Concorde Filmverleih

1 customer review

gut
17.08.19
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