7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug

Kinoplakat 7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug

Eine Verulkung deutscher Märchen, die alles auffährt, was derzeit an der deutschen Comedian-Front kämpft. Wie nicht anders zu erwarten, ist das Niveau dabei nach unten offen. Es treten auf: Schneewittchen, das als allein erziehende Mutter sein Kind großziehen muss. Und das böse Rumpelstilzchen, dass den Plan schmiedet, Schneewittchen das Kind zu rauben - es sei denn, es gelingt ihr, seinen Namen zu erraten.

Um zu verhindern, dass Schneewittchen bei ihren Freunden den 7 Zwergen Rat sucht, führt das böse Rumpelstilzchen sie aufs Glatteis. Sechs von ihnen ziehen aus, in der Welt ihr Glück zu suchen. Nur der unterbelichtete Bubi bleibt zurück. Und als Schneewittchen Hilfe sucht, macht sich Bubi daran, seine Freunde zur Rückkehr zu bewegen.

Doch kaum ist das geschafft, folgt die nächste Herausforderung. Ihr Ratgeber, der Weiße Helge, ist durch den Zauberspiegel geschlüpft und ins Reich der Menschen verschwunden. Dorthin folgen ihm die 7 Zwerge. Doch selbst in der Menschenwelt sind sie vor den Nachstellungen des bösen Rumpelstilzchens nicht sicher. Immer wieder schlüpft es in die verschiedensten Verkleidungen und trachtet den 7 Zwergen nach dem Leben. Und wenn sie nicht gestorben sind, drehen sie die nächste Fortsetzung.

Kritik

Der Film "7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug" zielt auf Kinder ab. Das mag darin begründet liegen, dass "7 Zwerge - Männer allein im Wald" besonders bei Kindern einschlug (so die Meinung eines Kinobetreibers). Ich schätze das Kalkül wird aufgehen, denn bei der Vorführung waren die Kinder begeistert. Beneidenswert: Sie sind noch jung genug, um nicht zu merken, wie fade das Drehbuch im Grunde genommen ist. Da reihen sich statt Witzen olle Kamellen aneinander. Etwa eine Dachantenne, die ausgerichtet werden muss und Rumpelstilzchen fällt dabei vom Dach. Wenn den Drehbuchautoren nichts Besseres einfällt, dann parodieren sie Fernseh-Werbung. Oder sie dehnen die Handlung absichtlich. Da springt jeder der sieben Zwerge einzeln durch den Zauberspiegel. Ralf Schmitz läuft wiederholt und damit minutenlang denselben Gang und dieselbe Treppe in ein und derselben Kameraeinstellung hinauf beziehungsweise entlang. Witze werden wiederholt, ohne zum Running Gag zu werden. So hauen sich die Zwerge liebend gerne gegenseitig Bretter an den Kopf.

Kindern wird auch nicht auffallen, dass die Drag Queen gar keine ist, sondern Nina Hagen, die mittlerweile auftritt wie eine. Udo Lindenberg findet es nicht mehr unter seiner Würde, in eine Minirolle zu schlüpfen. Die Rebellen von einst, sind mittlerweile die Angepassten von heute. Weiterhin fällt auf, wie viel Raum, die Comedians bekommen, um sich vor laufender Kamera zu produzieren. Bis die Comedy-Welle im TV so richtig losbrach, nannte man derartiges Kleinkunst. Als Darsteller verkörpern sie jeweils nur eine einzige Eigenschaft: dumm, gewitzt, depressiv und so weiter. Selbst Rumpelstilzchens Verwandlungen werden so gezeigt, dass selbst ein kleines Kind sie durchschaut. Doch zur Sicherheit wird gegen Ende noch einmal alles erklärt.

Fazit
Hätte ich nicht das kürzere Streichholz gezogen, hätte ich mir den Film "Die 7 Zwerge - Der Wald" nicht freiwillig angesehen. Im Kino zu sehen, was für ein Kasperletheater erwachsene Menschen abziehen ist für mich befremdlich.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 30 %


Land: Deutschland
Jahr: 2006
Laufzeit ca.: 95
Genre: KomödieFamilie
Verleih: Universal Pictures International
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 26.10.2006
Heimkino: 29.03.2007

Regie: Sven Unterwaldt
Drehbuch: Otto Waalkes • Bernd Eilert • Sven Unterwaldt

Schauspieler: Otto Waalkes (Bubi) • Mirco Nontschew (Tschakko) • Ralf Schmitz (Sunny) • Boris Aljinovic (Cloudy) • Martin Schneider (Speedy) • Gustav Peter Wöhler (Cookie) • Norbert Heisterkamp (Ralfie) • Hans Werner Olm (Spliss) • Nina Hagen (Böse Königin) • Cosma Shiva Hagen (Schneewittchen) • Heinz Hoenig (Brummboss) • Helge Schneider (Der Weiße Helge) • Rüdiger Hoffmann (Spieglein an der Wand) • Axel Stein • Udo Lindenberg

Produktion: Douglas Welbat
Kamera: Peter von Haller
Musik: Joja Wendt
Schnitt: Norbert Herzner


Bild: Universal Pictures International

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