Cars

Kinoplakat Cars

Autos machen Kinder froh. Und Erwachsene ebenso? Lightning McQueen ist ein egoistisches Rennauto, das sich selbst gerne überschätzt. Das aktuelle Rennen kann es nicht für sich entscheiden und muss noch einmal antreten. Doch der Transport geht schief und Lightning landet in der Pampa.

Hier ist der Hund. Pardon. Das Reserverad begraben und die Provinzler sind in den Augen des Neuankömmlings nur alte Schrottkarren. Doch sie sind genau die Richtigen, um dem Heißsporn eine Lektion zu erteilen.

Kritik

Die Idee, dass ein exotischer Gast ein verschlafenes Wüstenstädtchen wach küsst bietet Möglichkeiten. Doch im Fall von Cars ist die Geschichte erzählt, nachdem alle Bewohner des Dorfes vorgestellt sind. Als Erwachsener weiß man, wie die Sache ausgehen wird und viele Szenen haben den Beigeschmack von Füllmaterial. Etwa die Spazierfahrt von Lightning McQueen und Sally durch die Wüste. Wirklich witzig finde ich die Szene, in der die dummen Traktoren erschreckt werden, die wie eine Kuhherde auf der Weide stehen. Schade nur, dass die Szene dann später im Film wiederholt wird und dadurch im Nachhinein verliert. Erst das temporeiche, witzige Ende weiß wieder zu überzeugen, doch insgesamt bleibt der Eindruck: Cars ist in erster Linie ein Film für Kinder, weil deren Ansprüche andere sind als die von Erwachsenen. In meinen Augen kann Pixar dem Ganzen nur bedingt Witz und Originalität verleihen. Und während ich Tieren eine Vermenschlichung abnehme, kann ich diese bei Autos nicht empfinden.

Ein Schwachpunkt ist die Animation der Hauptdarsteller. Die Mimik der Autos ist zwar lustig, doch auf Filmlänge gesehen, zu beschränkt, als dass man nach einer gewissen Zeit nicht alles gesehen hätte. Da fährt dann zum wiederholten Mal ein Auto auf einen Schalter und löst eine Aktion aus oder hebt sein Fahrgestell. Während in anderen Animationsfilmen die Helden hüpfen, springen, schwimmen oder fliegen können, bleiben die Autos stets am Boden und die Perspektive wechselt zu selten. Am langweiligsten sind die Autorennen, bei denen hauptsächlich geschubst und gedrängelt wird. Zu loben ist hingegen der Fortschritt der Computeranimation als solcher. Die Texturen haben den klassischen Zeichentrick mittlerweile meilenweit hinter sich gelassen. Chromglanz, blätternder Rost und Spiegelungen sind beeindruckend.

Ich will nicht sagen, dass "Cars" schlecht gemacht ist - es fehlt an Bandbreite im szenischen Ausdruck. Und diesen Mangel können die deutschen Sprecher nur zum Teil wieder wettmachen. Bettina Zimmermann als weibliche Hauptrolle ist eine Fehlbesetzung, weil ihr die stimmliche Ausdruckskraft fehlt. Friedrich Schönfelder als Doc Hudson bietet zwar eine markante, bekannte Stimme, doch seine Phonetik ist mittlerweile derartig unsauber, dass es empfindliche Ohren durchaus stört. Alles in allem sind die deutschen Stimmen nicht das Gelbe vom Ei.

Fazit
Den Mut einen Film rein mit Autos zu besetzen kann ich nur loben. Die Umsetzung ist allerdings sehr solide. Wobei die Lauflänge das eingeschränkte Thema arg in die Länge zieht und die deutschen Stimmen teils verwundern.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60%

Nachtrag: Die Handlung wird fortgesetzt in "Cars 2" und in "Cars 3".


Land: USA
Jahr: 2006
Laufzeit ca.: 116
Genre: AbenteuerAnimationFamilieKomödie
Verleih: Buena Vista
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 07.09.2006
Heimkino: 18.01.2007

Regie: John Lasseter
Drehbuch: Dan Fogelman • John Lasseter • Joe Ranft • Kiel Murray • Phil Lorin • Jorgen Klubien

Produktion: Darla K. Anderson
Kamera: Jeremy Lasky
Musik: Randy Newman
Schnitt: Ken Schretzmann


Bild: Buena Vista

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