About A Girl

Kinoplakat About A Girl

Greift Situationen und Stationen aus der Pubertät heraus, die die meisten von uns erlebt haben. Charleen (Jasna Fritz Bauer) durchlebt eine Zeit, die für Fünfzehnjährige relativ typisch ist. Sie meint unverstanden zu sein, hat die Schnauze voll vom Leben und spielt mit dem Gedanken dem Dasein durch Selbstmord ein Ende zu setzen. Doch der Versuch geht schief, es bleibt bei einem Unfall und sie muss die Folgen tragen.

In der Schule macht die Nachricht vom Selbstmordversuch des Biests, wie sie ihre Mitschüler nennen, schnell die Runde. Die beste Freundin reagiert anders als erwartet und der zweite Außenseiter der Klasse ist in Charleens Augen plötzlich interessant. Doch noch ist die Zeit nicht durchgestanden.

Kritik

Das erste Verliebtsein, der erste Kuss, das erste Mal versetzt werden. Und auch an eine Zeit, in der einen die komischen Erwachsenen einfach nicht verstehen konnten oder wollten erinnern wir uns alle. Das zu spielen braucht die richtige Schauspielerin. Jasna Fritz Bauer ist für die Rolle ein Glücksgriff. Sie verkörpert die Heranwachsende sympathisch und glaubwürdig. Kein Wunder, dass der Film seinen Aufbau um Bauer und ihre Rolle herum gestaltet. Etwas schade ist an der Gewichtung allerdings, dass einige Beziehungen im Film zu kurz kommen. So etwa das Verhältnis zu den restlichen Familienmitgliedern. Heike Makatsch spielt die verständnisvolle Mutter, die oft viel versteht und große Teile der Dramatik auf den Punkt bringt. Simon Schwarz bleibt als der neue Partner an ihrer Seite eine Nebenrolle. Gleiches gilt für Charleens leiblichen Vater, den Aurel Manthei spielt. Leider bleiben die Eltern zu sehr Schablonen. Während bei der Beziehung zur besten Freundin Isa (Amelie Plaas-Link) ein Ausbau möglich und wünschenswert wäre. Und worin nun Linus' Problem besteht verstehe ich nicht.

Gar nicht gelungen ist der Auftritt der Frau vom Allgemeinen Sozialen Dienst. Zum einen ist sie für eine Frau vom Amt zu leicht hinters Licht zu führen. In Deutschland haben Häuser für gewöhnlich Klingelschilder mit Namen. Und dann schlägt auch die Entlarvung durch ihre Person fehl, weil sie zu aufgesetzt ist.
Die zeitliche Einordnung fällt schwer. Zum einen weisen Dinge wie die Tapete, der Walkman oder die Polaroidkamera auf die frühen 1980. Jahre hin. Wogegen die Smartphones, die Erwähnung sozialer Internetmedien und die Poster in Charleens Zimmer sprechen. Auf einem ist Amy Winehouse zu sehen, die 2011 starb. Während Filme für die im Film vorkommende Sofortbildkamera ab 2008 nicht mehr hergestellt wurden.

Fazit
In "About A Girl" überwiegen die Stärken. Die Themen sind gut herausgegriffen. Thematisch ist die Konzentration auf die Situation der Jugendlichen für einen erwachsenen Zuschauer allerdings vor Filmende ausgeschöpft. Der gelungene Humor kommt in der Dramaturgie etwas kurz.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Land: Deutschland
Jahr: 2014
Laufzeit ca.: 105
Genre: Spielfilm
Stichwort: Coming of Age
Verleih: NFP
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 06.08.2015
Heimkino: 15.01.2016

Regie: Mark Monheim
Drehbuch: Mark Monheim • Martin Rehbock

Schauspieler: Jasna Fritzi Bauer (Charleen) • Heike Makatsch (Sabine) • Aurel Manthei (Jeff) • Simon Schwarz (Volker) • Sandro Lohmann (Volker) • Nikolaus Frei (Doktor) • Lauritz Greve (Oscar) • Dorothea Walda (Oma Emmi) • Amelie Plaas-Link (Isa) • Heike Koslowski (Frau Richter) • Rafael Gareisen (Tim) • Joana Verbeek von Loewis (Paula) • Horst Sachtleben (Pfarrer) • Michael Gempart (Bestatter Kurt) • Jens Peter Nünemann (Dr. Kai Martini)

Produktion: Martin Rehbock
Szenenbild: Cinzia Fossati • Christina Heidelmeier
Kostümbild: Carola Raum
Maskenbild: Annika Rahner • Raimund Richar-Vetter
Kamera: Daniel Schönauer
Ton: Daniel Seiler


Bild: NFP

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