After Truth

Kinoplakat After Truth

Die ersten Turbulenzen sind überstanden und es steht die Frage an, wie es weitergeht? Tessa stellt die Beziehung mit Hardin zu Recht infrage, denn der ist offensichtlich ein Bad Boy. Oder steckt hinter der Fassade doch ein liebenswerter Charakter? Hardin wiederum beschließt, um Tessa zu kämpfen.

Tessa und Hardin aus "After Passion" gehen getrennte Wege. Tessa beginnt ein Praktikum bei einem renommierten Verlag und mit ihr geht es aufwärts. Sie findet in ihrer Chefin eine neue Freundin und legt eine Blitzkarriere hin, die Geschäftstreffen und teure Hotels einschließen. Während Hardin nicht weiß, wie er die Situation überstehen soll und es mit ihm abwärts geht. Eine Gemeinsamkeit ist den zweien geblieben: sie empfinden ihre Beziehung als ausschließlich. Das führt dazu, dass der gezogene Schlussstrich keiner ist und das bei jedem Treffen die Leidenschaft siegt.

Kritik

"After Truth" ist die überaus romantisch inszenierte Phase des menschlichen Lebens, in der eine Beziehung mehr wiegt als alles andere. Diesen Punkt trifft der Film gut und er kann in dieser Hinsicht bestehen. Kritisch betrachtet ist die Ausschmückung des Kerns nicht so gut gelungen. Beispielsweise sind die Motivationen fraglich. Tessa bekommt eine begehrte Praktikantenstelle und gibt anfangs alles. Aber nach wenigen Tagen rückt die Karriere in den Hintergrund und ihr Lebensinhalt besteht in Beziehungsschwierigkeiten. Die aufgeworfenen Probleme sind einfach. Ein aus dem Zusammenhang gerissener oder missverstandener Satz oder eine Chat-Nachricht reichen aus, um zu dramatisieren, denn anstatt die Missverständnisse zu klären, setzt das Paar auf Eskalation.
Hardins Trauma wird angesprochen und wahrscheinlich auch gelöst. Warum das bislang nicht gelingen wollte, bleibt ein Rätsel. Insgesamt ist die Handlung zu vernachlässigen. Die Darstellung der Arbeitswelt ist märchenhaft, die Konflikte sind überhöht. Letzten Endes dient die Handlung als Überleitung zwischen den erotisch / romantischen Szenen und zu einem möglichen dritten Teil.

So einiges am Drehbuch ist aufgesetzt. Tessa und Trevor wirken deplatziert im Verlag und bekleiden Posten, die wohl besser ihre Eltern innehätten. Hardins Loft mit der spießigen Stehlampe spiegelt sein wildes Inneres nicht. Das Schließen von Freundschaften gelingt zu schnell. Die Jugendsprache im Film klingt in der deutschen Synchro aufgesetzt. So sticht zum Beispiel die übermäßige Verwendung des Four-letter word heraus.

Ins Auge fallen die vielen Sexszenen, die zwar andeuten, aber sehr sauber ablaufen. Einige Male blitzt Hardins nackter Popo auf, ansonsten verdecken Teile der Einrichtung kunstvoll, was das junge Zielpublikum noch nicht sehen darf.

Unangenehm ist die viele Schleichwerbung. Ständig ist von einem amerikanischen Dienstleister für Personenbeförderung die Rede. Tessa trägt die Unterwäsche einer amerikanischen Firma (oder ihr zweiter Vorname lautet Victoria). Der E-Book-Reader stammt von Amazon und Hardins Vater trinkt ausdrücklich italienisches Mineralwasser.

Die meiste Zeit reden die Darsteller und transportieren Text. Das betrifft auch die vielen erotischen Szenen. Das Zusammenspiel ergibt wenig. Josephine Langford als Tessa ist vorstellbar. Hero Fiennes Tiffin als Hardin macht als Bad Boy keine gute Figur, weil er zu einfühlsam auftritt.

Fazit
Die Romanze zwischen Tessa und Hardin hat laut Film klassische Dramen zum Vorbild. Was die Karrierefrau und der Schlendrian vor der Kulisse aus "reich und schön" ausleben ist jedoch weniger klassisch, sondern vielmehr gut bürgerlich.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: After We Collided
Land: USA
Jahr: 2020
Laufzeit ca.: 106
Genre: DramaRomantik
Verleih: Constantin Film
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 03.09.2020

Regie: Roger Kumble
Drehbuch: Mario Celaya
Literaturvorlage: Anna Todd

Schauspieler: Hero Fiennes Tiffin (Hardin Scott) • Dylan Sprouse (Trevor Matthews) • Josephine Langford (Tessa Young) • Selma Blair (Carol Young) • Charlie Weber (Christian Vance) • Candice King (Kim) • Louise Lombard (Trish Daniels) • Shane Paul McGhie (Landon Gibson) • Samuel Larsen (Zed) • Dylan Arnold (Noah) • Rob Estes (Ken Scott) • Inanna Sarkis (Molly Samuels)

Produktion: Mark Canton • Nicolas Chartier • Jennifer Gibgot • Courtney Solomon • Anna Todd
Szenenbild: Lynne Mitchell
Kostümbild: Meagan McLaughlin
Maskenbild: Andrea C. Brotherton
Kamera: Larry Reibman
Schnitt: Anita Brandt Burgoyne


Bild: Constantin Film

1 customer review

befriedigend
02.09.20
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