The Hours

Kinoplakat The Hours

Drei Frauen, drei Geschichten, drei Epochen ergeben eine Einheit, ineinander geflochten wie ein Zopf. Der Film beginnt mit dem Selbstmord von Virginia Woolf. Dann erzählt das Drama seine Geschichte und landet wieder an dem Punkt, an den der Selbstmord folgt.

Richmond bei London 1923: Virginia Woolf schreibt an ihrem Roman "Miss Dalloway". Dieser Roman wird für Laura der Schlüssel zum Ausbruch werden.
Los Angeles 1952: die Hausfrau und Mutter Laura Brown (Julianne Moore) liest den Roman.
New York 2001: Clarissa Vaughan (Meryl Streep), von ihrem kranken Ex-Freund (Ed Harris) Richard Miss Dalloway genannt, bereitet eine Party für Richard vor. Es wird seine letzte Party werden, denn der brillante Schriftsteller ist an AIDS erkrankt. Er leidet unter Gedächtnisstörungen und Wahnvorstellungen.

Während der Partyvorbereitungen denkt Clarissa über die Wertigkeit ihres bisherigen Lebens nach. Unvermittelt taucht der Mann auf, der damals das Ende für die Beziehung von Clarissa und Richard bedeutete. Heute will Louis (Jeff Daniels) Richard lieber nicht mehr begegnen. Aber das steht auf einem anderen Blatt.
Auch Laura Brown, bereitet eine Party vor. Sie backt einen Geburtstagskuchen für ihren Mann, der leider misslingt. Das reibt ihr Nachbarin Kitty (Toni Colette) unverblümt unter die Nase. Aus heiterem Himmel lässt Kitty ihre Fassade für einen Moment fallen und erzählt, von ihren Ängsten wegen der bevorstehenden Unterleibsoperation. Laura, die Kitty trösten will, küsst sie zärtlich - doch Kitty ist wieder hinter ihrer Fassade verschwunden und geht nicht weiter darauf ein. Die depressive Laura hingegen gibt ihren Sohn bei einer Nachbarin ab und mietet sich ein Hotelzimmer, um in Ruhe Selbstmord begehen zu können. Im letzten Moment kehrt sie vorerst in ihr Ehe-Gefängnis zurück.
In Richmond bereiten die Hausangestellten das Essen für Virginias Schwester und Kinder vor, die zu Besuch kommen werden.
Die Party für den Schriftsteller Richard wird nicht stattfinden. Spät am Abend wird seine Mutter bei Clarissa erscheinen und die letzten noch losen Enden der fesselnden Geschichte werden zusammengeführt. Für Clarissa und für den Zuschauer der Moment des Aufatmens, der Moment der Erlösung.

Kritik

"The Hours" ist ein fesselnder Film, der die Auszeichnung Filmkunst verdient. Es ist kaum möglich die komplexen Zusammenhänge und feinen Austarierungen in einer Kritik annähernd wiederzugeben. Wenngleich der Film nur einen Tag aus dem Leben der jeweiligen Frau zeigt, schildert er ganze Leben. Dabei wechselt die Erzählung zwischen den drei Schicksalen, die Stück für Stück erzählt werden und die sich immer wieder die Klinke in die Hand geben. Entweder sind die Handlungen gleich; es wird eine Geste, ein Lachen weitergereicht, Farben leiten über; oder die Menschen in New York sprechen Sätze des Romans, den Virginia Woolf soeben schreibt, ohne exakt die Situation zu spielen. Darüber hinaus gibt es emotionale verbindende Elemente: Jede der drei Frauen ist für einen anderen Menschen da, lebt eine Lebenslüge, die an diesem Tag endet.

Der Film nimmt den Zuschauer gleich zu Beginn in die Zange. Eine erdrückende Schwere lastet auf den Leben der Protagonistinnen. In gewisser Weise sind sie Gefangene. Sie haben ihre eigenen Mittel diese Schwere zu durchbrechen – im Fall von Virginia Woolf bedeutet dies den Selbstmord.

Fazit
"The Hours" ist anspruchsvolles Kino. Die Besetzung macht den Film zu einem Tipp.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 80 %


Alternativtitel: The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit
Land: USA
Jahr: 2002
Laufzeit ca.: 115
Genre: DramaRomantik
Verleih: Constantin Film
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 27.03.2003
Heimkino: 01.12.2005

Regie: Stephen Daldry
Drehbuch: David Hare
Literaturvorlage: Michael Cunningham

Schauspieler: Meryl Streep (Clarissa Vaughan) • Julianne Moore (Laura Brown) • Nicole Kidman (Virginia Woolf) • Ed Harris (Richard) • Toni Collette (Kitty) • Claire Danes (Julia) • Jeff Daniels (Louis) • Stephen Dillane (Leonard Woolf) • Allison Janney (Sally) • John C. Reilly (Dan Brown) • Miranda Richardson (Vanessa Bell) • Eileen Atkins (Barbara) • Linda Bassett (Nelly) • Jack Rovello (Richie Brown) • Margo Martindale (Mrs. Latch)

Produktion: Robert Fox • Scott Rudin
Szenenbild: Maria Djurkovic
Kostümbild: Ann Roth
Maskenbild: Gretchen Davis
Kamera: Seamus McGarvey
Musik: Philip Glass
Schnitt: Peter Boyle


Bild: Constantin Film

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