Vergiss mein nicht!

Kinoplakat Vergiss mein nicht

Charlie Kaufman, ist als Drehbuchautor für seine kopflastigen Storys bekannt. "Vergiss mein nicht!" ist seine Verbeugung vor der Liebe.

Der Tag beginnt für Joel Barrish (Jim Carrey) nicht unbedingt rosig. Ein großer Blechschaden am Auto verhagelt ihm die Laune. Er macht blau und verbringt einen Tag am Meer. Dort lernt er Clementine Kruczynski (Kate Winslet) kennen. Was wie Liebe auf den ersten Blick erscheint, ist in Wahrheit die Fortsetzung ihrer Beziehung, doch weder Clementine noch Joel haben Erinnerungen daran, denn beide ließen den Partner aus ihrem Gedächtnis löschen.

Die neurotische Clementine nahm die Dienste des dubiosen Doktors Howard Mierzwiak in Anspruch. Der entwickelte ein Verfahren, dass im Schlaf selektiv Erinnerungen löscht. Der Film schildert den Prozess in verwürfelten Bildern und erzählt damit die erste Liebe zwischen Joel und Clementine ohne Rücksicht auf die Chronologie. Während nachts zwei Assistenten des Doktors die Arbeit vornehmen, realisiert Joel im Schlaf, was geschieht. Er versucht die Erinnerungen vor dem Löschprogramm zu verstecken, indem er mit Clementine zum Beispiel in Kindheitserinnerungen flüchtet. Die Flucht kann das Programm nur hindern, es aber nicht stoppen. Was der Zuschauer erfährt, geht Joel verloren.

Kritik

Drehbuchautor Charlie Kaufman und Regisseur Michel Gondry beweisen, dass Gefühle unauslöschbar sind. Leider machen sie es dem Zuschauer mit ihrer Erzählweise unnötig schwer. Ihre Ode an die Liebe endet als Kopfgeburt. Die Bilder sind sprunghaft, die Handlung ist hektisch, nicht chronologisch, eingefangen von einer wackeligen Handkamera. Dabei zeigt das Drehbuch eine klare Schwäche: Eine anfänglich schöne Idee fasert aus und eiert schlecht aufgelöst in die Zielgerade.

Den Kern bildet eine ganz normale Liebe, von der der Lack blättert. Um das Thema zu verkomplizieren, ist Clementine furchtbar neurotisch. Die meiste Zeit des Filmes muss sie sich finden (was immer das heißen mag), während Joel mit der unerschütterlichen Treue eines loyalen Hundes versucht, sie zu ergründen. Auf die Dauer von 115 Minuten nutzt das ab. Schöne Ideen, wie die surrealen Momente der Verfolgung scheitern an Zerdehnung. Zudem ufert die Handlung in zu viele Erzählstränge aus. Leider ist Jim Carrey als Joel fehl besetzt. Der Schauspieler ist im Charakterfach nicht so bewandert wie im Klamauk. Er versucht sich zwar mit Komik zu retten, doch das ist nicht das Anliegen des Films. Der Gastauftritt von Elijah Wood bleibt ein Gastauftritt.

Fazit
Ein Film für Fans.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Eternal Sunshine of the Spotless Mind
Land: USA
Jahr: 2004
Laufzeit ca.: 115
Genre: DramaRomantikScience-Fiction
Verleih: Constantin Film
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 20.05.2004
Heimkino: 02.12.2004

Regie: Michel Gondry
Drehbuch: Charlie Kaufman • Michel Gondry • Pierre Bismuth

Schauspieler: Jim Carrey (Joel Barrish) • Kate Winslet (Clemenine Kruczynski) • Kirsten Dunst (Mary) • Mark Ruffalo (Stan) • Elijah Wood (Patrick) • Tom Wilkinson (Dr. Howard Mierzwiak) • Thomas Jay Ryan (Frank) • Jane Adams (Carrie) • David Cross (Rob) • Ryan Whitney (Joel als Kind) • Lola Daehler (Clementine als Kind) • Debbon Ayer (Joels Mutter) • Deidre O'Connell (Hollis)

Produktion: Anthony Bregman • Steve Golin
Szenenbild: Dan Leigh
Kostümbild: Melissa Toth
Maskenbild: Kyra Panchenko
Kamera: Ellen Kuras
Musik: Jon Brion
Schnitt: Valdís Óskarsdóttir


Bild: Constantin Film

1 customer review

befriedigend
20.05.04
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