Ailos Reise

Kinoplakat Ailos Reise

Für das kleine Rentier Ailo ist die Welt groß und voller Abenteuer. Das beginnt bereits mit seiner Geburt, denn Ailo wurde für die Jahreszeit zu früh geboren und seine Mutter ist unentschieden, ob sie den Kleinen säugen soll oder lieber mit der Herde mitziehen? Sie nimmt ihr Kind schließlich an und für Ailo beginnt das Leben in der Weite Lapplands.

Viel Zeit bleibt ihm nicht. Wenige Minuten müssen reichen, um aufzustehen, laufen zu lernen und zu schwimmen. Trotzdem beobachtet er seine Umgebung aufmerksam.

Kritik

Ailos Reise ist ein klassischer Tierfilm. Im Mittelpunkt steht das Rentier, das der Film Ailo nennt. Die Kamera begleitet sein erstes Lebensjahr von der Geburt bis zum Halbstarken. Die Reise führt durch die Wildnis und gemeinsam mit Ailo entdeckt der Zuschauer das Land und seine Tiere. So versucht Ailo mit einem Hasen Freundschaft zu schließen, doch die Verständigung klappt nicht so, wie erhofft. Das Überqueren eines kleinen Flusses ist für seine Mutter kein Problem, doch für den kleinen Sohn ein lebensgefährliches Abenteuer. Selbstverständlich übersteht er diese und weitere Herausforderungen. Der Film sucht die Balance zwischen der Vermittlung von Wissen, ohne dabei die Gesetze der Natur auszusparen. Das Thema Fressen und gefressen werden klingt an. Und ist im ersten Fall als kinderfreundlicher Witz umgesetzt. Ein nervöses Hermelin würde Ailo gerne fressen und wagt den Angriff nicht. Bevor es selbst zum Opfer wird, beginnt es eine Art Tanz im Schnee. Taucht auf, taucht ab, wuselt, trickst und täuscht. Am Ende ist es entkommen.

Die meiste Zeit kommentiert Anke Engelke aus dem Hintergrund das Geschehen, macht den Film damit für Kinder zugänglich. Die Inhalte vermitteln Fakten und sie verleihen der Doku eine teils eigenwillige Note, denn die Parallelen zwischen Rentier und Mensch wollen nicht immer stimmig erscheinen. So ist es richtig, dass Menschen manchmal nicht aufstehen wollen, aber betrifft das auch ein neugeborenes Tier?
Den Hinweis auf die Verantwortung des Menschen der Natur gegenüber spart der Film nicht aus. Er erwähnt auch, wie wenige junge Rentiere die ersten Lebensmonate überleben. Insgesamt ist die Erzählung nicht ganz rund. Manchmal ist es doch etwas zu viel an Vermenschlichung oder an Moral. Die Kamera fängt gefällige Bilder ein.

Fazit
Die Geschichte von Ailo, ist die Geschichte von einem, der es geschafft hat. Die altmodische Machart ergibt einen Dokumentarfilm mit Spielfilmcharakter. Anke Engelke leistet als Sprecherin gute Arbeit. Die teils unglücklichen Texte verantwortet sie nicht. Die Aufnahmen gefallen und der Film ist bemüht Natur mit Wissen zu mischen. Für Kinder sehenswert.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: Aïlo: Une odyssée en Laponie
Alternativtitel: Ailos Reise – Große Abenteuer beginnen mit kleinen Schritten
Land: Frankreich
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 84
Genre: AbenteuerDokumentarfilmFamilieTierfilm
Verleih: Ascot Elite
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 14.02.2019
Heimkino: 22.11.2019

Regie: Guillaume Maidatchevsky

Sprecherin: Anke Engelke

Produktion: Laurent Baudens • Laurent Flahault • Gaël Nouaille
Kamera: Daniel Meyer
Musik: Julien Jaouen
Schnitt: Laurence Buchmann


Bild: Ascot Elite

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