Christopher Robin

Kinoplakat Christopher Robin

Eine echte Freundschaft hält ein Leben lang. So auch die zwischen dem mittlerweile erwachsenen Christopher Robin und seinem Freund aus Kindertagen dem Bären Pu. Der hat ein echtes Problem, das nur Christopher Robin lösen kann.

Die Bücher, die von Pu dem Bären handeln, machten den britischen Schriftsteller A. A. Milne bekannt. Disney kaufte die Rechte und brachte mehrere Filme zum Thema heraus, in denen der Bär und seine Freunde im Mittelpunkt stehen. Beispielsweise die Animationsfilme "Ferkels großes Abenteuer" und "Heffalump". Die Mischung aus Realfilm und Animation des Jahres 2018 schlägt einen anderen Weg ein und neues Kapitel auf.

Nach den Filmen mit dem Pöbel-Bären Ted kommt eine Geschichte ins Kino, in der ein Mann seinen Freund aus Kindertagen wieder trifft, der ebenfalls ein lebendiger Teddybär ist. Damit enden die Gemeinsamkeiten der Filme. Während der erstgenannte eine derbe Komödie ist, ist der aktuelle Film eine Geschichte für die ganze Familie. Deren Einführung zeigt den Lebensweg von Christopher Robin im Schnelldurchlauf. Wichtige Kapitel werden herausgegriffen. Da nimmt das Kind Abschied von seinen Freunden im Hundertmorgenwald, besucht ein Internat, wird erwachsen und zieht in den Krieg.
Als Mann hat Christopher Robin (Ewan McGregor) vieles aus seiner Kindheit vergessen, auch die ehemaligen Freunde. Leider ist ihm auch die Lebensfreude abhandengekommen. Für ihn wiegt die Pflicht schwerer als die Familie, mit der er ein Wochenende auf dem Land verbringen wollte.

An besagtem Wochenende stellt Pu im Hundertmorgenwald fest, dass seine Freunde verschwunden sind. Er beschließt, das Rätsel nicht allein zu lösen, sondern Hilfe von Christopher Robin anzufordern. Also verlässt er seine Welt und besucht die Welt der Menschen. Dort ist Christopher Robin anfangs mehr als überrascht als ihm Pu begegnet. Doch schnell kommt das gewohnte Gefühl der Freundschaft auf und der Mann ist bereit, noch einmal in die Traumwelt seiner Kindheit zurückzukehren und den Freunden aus Kindertagen zu helfen.

Kritik

Der Film "Christopher Robin" nutzt Motive aus den Kinderbüchern des Autors Alan Alexander Milne sowie dessen Leben. Während in der Realität Milne die Geschichten für seinen Sohn schrieb, werden die Rollen von Vater und Sohn im Film zu einer Person verschmolzen. Weiterhin sind die Freunde, die im Hundertmorgenwald leben, keine Plüschtiere, die ausschließlich in der Fantasie eines Kindes lebendig werden, sondern existieren wirklich. Eine Erklärung dafür muss ein Kinderfilm nicht liefern. Es ist zu Beginn der Handlung unklar, ob Pu der Bär wirklich lebendig ist, doch schon bald sorgen Szenen für Klarheit. Nun ist es an Ewan McGregor mit den Spielkameraden ganz selbstverständlich zu agieren. Das gelingt dem Schauspieler gut, wie auch die Animation der Stofftiere sehenswert ist.

Die Handlung möchte die gesamte Familie ansprechen. Dazu zeigt sie einen Erwachsenen, der mit den Problemen kämpft erwachsen sein zu müssen. Und eine Tochter, an die er seinen Mechanismus weitergibt. Das Mädchen soll auf ein Internat geschickt werden und dort unglücklich werden; damit ein ähnliches Schicksal erleben, wie einst ihr Vater. Und sie ist für ihr Alter schon zu erwachsen. Die Ebene der Familienstruktur und die der zu früh endenden Kindheit sind miteinander verstrickt. Für beide Problemstellungen findet der Film eine Lösung. Außerdem werden am Ende zusätzlich Werte wie Freundschaft und Familie vermittelt. Damit beweist Disney seine Stärken. Während Regisseur Marc Foster nach "Wenn Träume fliegen lernen" zeigt, dass er der richtige Regisseur für Kinomärchen ist.

Wer möchte, kann bemängeln, dass die Geschichte nicht so hundertprozentig rund ausfällt, wie sie sein könnte. So kommen Ehefrau und Tochter wie auch die Figuren aus den Kinderbüchern etwas kurz. Man kann dagegenhalten, dass der Schwerpunkt auf der Beziehung von Christopher Robin und Pu dem Bären liegt.

Fazit
Der Film " Christopher Robin" erfüllt den an sich selbst gestellten Anspruch, ein Film für die ganze Familie zu sein. Für Erwachsene mag er weniger Angriffsfläche bieten als für Kinder. Was bei einem Familienfilm zu akzeptieren ist. Das Versprechen eine inhaltlich und visuell ansprechende Geschichte zu liefern ist erfüllt. Und Bilder wie das, in dem Pu und Christopher Robin gemeinsam den Ausblick genießen und dabei den gleichen Pullunder tragen, machen auch Erwachsenen Spaß.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Land: USA
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 104
Genre: AbenteuerAnimationFamilieFantasyKomödie
Verleih: Walt Disney
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 16.08.2018
Heimkino: -

Regie: Marc Forster
Drehbuch: Alex Ross Perry • Tom McCarthy • Allison Schroeder • Greg Brooker • Mark Steven Johnson

Schauspieler: Ewan McGregor (Christopher Robin) • Hayley Atwell (Evelyn Robin) • Bronte Carmichael (Madeline Robin) • Mark Gatiss (Giles Winslow) • Oliver Ford Davies (Old Man Winslow) • Ronke Adekoluejo (Katherine Dane) • Adrian Scarborough (Hal Gallsworthy) • Roger Ashton-Griffiths (Ralph Butterworth) • Ken Nwosu (Paul Hastings) • John Dagleish (Matthew Leadbetter) • Amanda Lawrence (Joan MacMillan) • Orton O'Brien (Christopher Robin als Kind) • Katy Carmichael (Christophers Mutter) • Tristan Sturrock (Christophers Vater)

Produktion: Kristin Burr • Brigham Taylor
Szenenbild: Jennifer Williams
Kostümbild: Sally Turner
Maskenbild: Marta Roggero
Kamera: Matthias Koenigswieser
Musik: Jon Brion • Geoff Zanelli
Schnitt: Matt Chessé


Bild: Walt Disney

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